REPPERNDORF

Auf diese Truppe kann man bauen

Im Repperndorfer Kindergarten halten Groß und Klein zusammen und erschaffen ein neues Freigelände.
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Väter, Mütter, Kinder: Alle haben sie zusammen geholfen, um das Freigelände am Repperndorfer Kindergarten neu zu gestalten. Foto: Foto: Ralf Dieter
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Hier wird schwer geschuftet. Männer in Arbeitsklamotten schleppen Steine umher, Mütter graben Pflanzlöcher in die Erde und die ganz Kleinen sind mittendrin. In ihren Gummistiefeln laufen sie von einer Baustelle zur nächsten – oder sitzen auf dem Schoß ihrer Väter, um den Minibagger zu bedienen.

Im Repperndorfer Kindergarten tut sich einiges. Seit vier Wochen sind die Eltern am Werkeln und am Schuften. „So eine Begeisterung habe ich noch nie erlebt“, sagt Einrichtungsleiterin Susanne Wech. Jeder bringt sich ein – im Rahmen seiner Fähigkeiten. Die Väter sind eher fürs Grobe zuständig, die Mütter für die Feinheiten. Wer kein handwerkliches Geschick aufzuweisen hat, der kocht Essen für die hungrigen Arbeiter oder bringt einen Kuchen vorbei. „Es helfen sogar einige Nachbarn mit“, sagt Wech. „Obwohl die gar keine Kinder bei uns haben.“

„So eine Begeisterung habe ich noch nie erlebt.“
Susanne Wech, Einrichtungsleiterin

Dienstag nach Ostern ging die Arbeit los. Das Planungsteam mit Mario Renner, Patrick Jeschke, Christian Oerter, Michael Schlander und Susanne Wech hatte die Pläne im Vorfeld dem Kirchenvorstand präsentiert. „Und die waren begeistert“, erinnert sich Michael Schlander. An den Wochenenden und an vielen Abenden machten sich die Helfer nach der regulären Arbeit an den Umbau. „Die Wege werden komplett neu gemacht“, erklärt Susanne Wech. Künftig kann sie mit ihren derzeit 23 Zöglingen Verkehrserziehung im Freibereich einüben. „Die Schilder und die Ampeln sind schon bestellt.“

Im unteren Bereich des Freigeländes entsteht ein Wasserlauf, der mit einer Pumpe zu betätigen ist. Ein Kräutergarten und ein „Naschgarten“ mit Himbeer- und Johannisbeersträuchern wird die Neugier der Kinder genauso wecken wie ein Kletterweg und eine Matschanlage. Ein separater Sandkasten mit Sonnenschutz und Abdeckung wird noch erstellt, danach wird der Rollrasen ausgelegt. „Alles in Eigenregie“, wie Michael Schlander betont. Und mit einem überschaubaren finanziellen Aufwand.

Dank vieler Kontakte haben die Firmen im Umkreis die Arbeitsgeräte kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Arbeitszeit ging voll und ganz auf das Konto der Eltern. „Letztendlich sind nur die Materialkosten angefallen“, freut sich Michael Schlander. Anfang kommender Woche sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, dann können die Kinder ihren neuen Spielbereich in Betrieb nehmen.

„Letztendlich sind nur die Materialkosten angefallen.“
Michael Schlander, Mitglied im Planungsteam

Wobei: Während der Umbauphase waren sie ja schon in alle Arbeiten eingebunden, ganz im Sinne von Einrichtungsleiterin Susanne Wech. „Die Kinder sollten den Herstellungsprozess mitbekommen und mit anpacken“, sagt sie. Kein Wunder: Der Zusammenhalt ist schließlich ein pädagogisches Thema, das im Repperndorfer Kindergarten groß geschrieben wird.

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