LANDKREIS KITZINGEN

Auf dem Sattel durch die Natur

Attraktiv, vielseitig und gepflegt: Die Radwege im Landkreis Kitzingen überzeugen Einheimische und Gäste. Infrastruktur wird ausgebaut.
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Schöne Aussichten, viel Natur: Der Main-Radweg ist bei Gästen und Einheimischen gleichermaßen beliebt. Foto: Foto: Hanna Bausewein
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Romantische Ortschaften, traditionelle Festlichkeiten, faszinierende Aussichtspunkte, vielfältige Gastronomie und guter Wein: Kein Wunder, dass der Landkreis Kitzingen ein beliebtes Ziel für Touristen ist. Viele kommen mit dem Rad. Von Frühling bis Herbst sieht man die Radfahrer in den Weinbergen, am Main, in den Dörfern, Städten und auf Weinfesten.

Zwölf Themen-Touren bieten ein abwechslungsreiches Programm für die Rad-Touristen. Jede Fahrt ist individuell. Es gibt eine Genießer-Tour und sogar eine Tour für Hobby-Archäologen. Der Schwierigkeitsgrad, die Länge und die Dauer werden bei allen zwölf Strecken beschrieben. „Es kommen viele Rad-Touristen vorbei und holen sich Broschüren für den Main-Radweg und die Themen–Touren“, bestätigt Corinna Weinkirn, die stellvertretende Leiterin der Tourist-Information in Kitzingen.

Alle Radwege sind nach ihren Worten im besten Zustand, teilweise sind sie auch neu angelegt. „Die Radwege hier in Kitzingen und der Umgebung sowie der Main-Radweg sind sehr gut frequentiert“, erklärt Weinkirn. Der Main-Radweg, der von den Quellen bis zur Mündung rund 550 Kilometer lang ist und durch das Fichtelgebirge, den Frankenwald, das Fränkische Weinland und den Spessart führt, ist laut ADFC-Radreise-Analyse seit vielen Jahren unter den Top Fünf der beliebtesten Fern-Radwege in Deutschland. „Hier gibt es viele fahrradfreundliche Hotels, Pensionen und Unterkünfte. Teilweise sogar Bett and Bike zertifiziert“, berichtet Weinkirn. Die Stadt Kitzingen will auf diesen Trend mit einer neuen Investition reagieren. „Weil immer mehr Radfahrer nach Kitzingen kommen, planen wir einen neuen Gepäck-Safe mit integrierter Ladestation für die E-Bikes“, verrät Weinkirn.

Positives Feedback von den Radfahrern ist keine Seltenheit. Das gilt auch für die Radfahrer aus der näheren Umgebung, die sich für einen Tag oder ein Wochenende in den Landkreis Kitzingen aufmachen.

„Die Fahrt zur Weininsel ist eine optimale Nachmittags-Tour für Kinder“, berichtet eine Familie, die aus Burggrumbach an die Mainschleife geradelt ist. „Am besten gefallen mir die Weinberge“, meint die kleine Tochter und freut sich, dass sie so viele Kanus und Boote beobachten konnte.

Familie Lutz aus Gerbrunn fährt sehr gerne am Main entlang. „Weil es schön ruhig ist und wir eine tolle Aussicht haben. Außerdem liegen auf der Strecke sehr viele Weinstuben, Cafes und Restaurants zum Einkehren.“ Selbst die Einheimischen sind auf den Radwegen am Main entlang unterwegs. Hanne und Hans S. aus Volkach haben allerdings einen Verbesserungsvorschlag. „Es ist wirklich schade, dass es in Richtung Würzburg keine Radwege gibt.“

„Weil immer mehr

Radfahrer nach Kitzingen radeln, planen wir einen neuen Gepäck-Safe mit integrierter Ladestation für die E-Bikes.“

Corinna Weinkirn, Tourist-Information Kitzingen

„Wir sind immer mal hier im Wein-Landkreis Kitzingen unterwegs und übernachten dann in Dettelbach. Die Radwege hier sind sehr gut, gepflegt und landschaftlich schön“, sagt Wilhelm S., der schon zum dritten Mal hier Urlaub auf dem Drahtesel macht. Seine Frau Christa fährt ein E-Bike und ist begeistert von zahlreichen Ladestationen im Landkreis. „Der einzige negative Punkt, der mir aufgefallen ist: Es gibt keine Hinweisschilder an den Radwegen, die Auskunft über eine Service-Station geben“, sagt Wilhelm S., der sich mit seiner Frau auf den Weg Richtung Iphofen über Mainbernheim machen will.

In Mainbernheim gibt es seit 2016 eine Radler-Herberge. „Zwischen Kirchplatz und Schulgasse standen sehr viele alte Gebäude, die nicht mehr bewohnbar waren. Wir haben innerhalb von zirka zehn Jahren diese Gebäude aufgekauft und dann überlegt, was am besten daraus werden soll“, erinnert sich Bürgermeister Peter Kraus. Als der Stadtrat dann über die Nutzungsmöglichkeiten diskutierte, wurde entschieden, dass neben einem Veranstaltungsraum der Stadt auch eine Radler-Herberge entstehen soll.

„Die Herberge ist ganz modern eingerichtet, hat einen abschließbaren Fahrrad-Raum, eine Luftpumpe, ein Notfall-Set, eine E-Bike Ladestation und alles, was die Bett and Bike Zertifizierung noch verlangt“, erklärt Kraus. Für Buchungen und Informationen ist aktuell die Stadtverwaltung sowie das Gasthaus zum Bären zuständig.

Ein paar Wochen noch hoffen die Betriebe und Tourist-Informationen auf gutes Wetter. Bis in den Herbst hinein dauert die Saison an. Dann ist Winterruhe – bis die Radler im Frühjahr wieder das Ortsbild in Volkach, Kitzingen oder Marktbreit mit prägen.

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