IPHOFEN

Attacken gegen Baulandpolitik

Begleitet von scharfen Tönen gegenüber Bundes- und Landesgesetzgeber, hat der Iphöfer Bauausschuss den Weg für das neue Baugebiet am Geiersberg geebnet.
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Begleitet von scharfen Tönen gegenüber Bundes- und Landesgesetzgeber, hat der Iphöfer Bauausschuss den Weg für das neue Baugebiet am Geiersberg geebnet. An der nördlichen Stadtgrenze sollen bis etwa Mitte nächsten Jahres 44 Bauplätze entstehen. Die Nachfrage ist riesig und kann den Bedarf kaum decken, wie Bürgermeister Josef Mend schon mehrfach festgestellt hat. Mend war es auch, der am Montagabend Bund und Land scharf für ihre Haltung in der Bauland- und Grundstückspolitik angriff.

Heftige Kritik geübt

„Einerseits verweigern sie sich, juristisch gegen die vielen unbebauten Grundstücke vorzugehen, und andererseits stellen sie sich großkotzig hin und fordern: Gemeinden sollen Flächen sparen. Schizophrener geht's ja nicht.“ Auslöser für die heftige Kritik war die Stellungnahme des Amts für Ländliche Entwicklung, in der unter anderem auf ein „Überangebot“ von Baugrundstücken hingewiesen wird. Auch in Iphofen gibt es, vor allem im Baugebiet Ost, zahlreiche Baulücken; alle diese Grundstücke – zum Teil seit Jahrzehnten unbebaut – sind aber in privater Hand. Und die Versuche der Stadt, die Eigentümer zu einem Verkauf zu bewegen, blieben in der Regel erfolglos.

Geringe Leerstände

Das Amt stellt auch die These auf, die Ausweisung neuer Bauflächen an den Ortsrändern führe nachweislich dazu, dass die Nachfrage in den Altorten zurückgehe. Davon könne keine Rede sein in Iphofen, sagten Bürgermeister und andere Stadträte mit Verweis auf die erfolgreiche Stadtsanierung. Auch die Leerstände in der Altstadt seien vergleichsweise gering. Ohnehin stellte Mend fest, ein Baugebiet von der Größe des Hündleins mit mehr als 160 Grundstücken werde man in Iphofen nicht mehr hinkriegen. Es gelte vielmehr, Lücken zu schließen.

Mit der Fläche am Geiersberg, wo Anfang Oktober die Erschließung beginnen soll, kann die Stadt nur ihren akuten Bedarf decken. Bevor dort ein neuer Bebauungsplan in Kraft treten kann, müssen die Träger öffentlicher Belange angehört werden – dies sind benachbarte Kommunen, Behörden, Unternehmen, aber auch Bürger, deren Interessen durch das neue Gebiet berührt werden. Besonders heikel in diesem Fall ist laut Mend der Hinweis des Landesamtes für Denkmalpflege. Denn wenn sich bei der Erschließung Bodendenkmäler finden, könnte das Projekt erst einmal stillstehen. Dann werde es kritisch, so Mend. Dies gilt auch für den Fall, dass Bauherren auf Funde stoßen.

Auf Bodenfund achten

Jennifer Goesmann, Diplom-Ingenieurin vom Planungsbüro Auktor in Würzburg, sagte, es sei bekannt, dass im Umfeld des neuen Baugebiets Bodendenkmäler vorhanden seien. Das übliche Vorgehen in diesem Fall: Ein Archäologe begleitet die Bauarbeiten und gibt den Bereich dann im besten Fall komplett frei. Angebunden wird das Gebiet über die Geiersbergstraße, wie Heinz Joachim Rehbein von der Auktor-Geschäftsleitung sagte. Dazu gibt es einen 7,50 Meter breiten Verkehrsraum, der sich aufteilt in Gehweg (1,50 Meter), befahrbaren Mehrzweckstreifen (zwei Meter) und Fahrbahn (vier Meter). Das Regenwasser wird in einer 540 Kubikmeter fassenden Mulde und von dort kontrolliert abgeleitet.

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