Würzburg
Flüchtlinge

Asylbewerber wollen Hungerstreik verlängern

Die iranischen Asylbewerber in Würzburg, die sich seit Montag vergangener Woche im Hungerstreik befinden, wollen ihren öffentlichen Protest um zwei Wochen verlängern.
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Die iranischen Flüchtlinge streiken für ihre Anerkennung. Foto: Tobias Köpplinger
Hassan "Massoud" Hosseinzadeh (34), einer der Flüchtlinge, sagte, man werde noch am Dienstag bei der Stadt die Verlängerung des Hungerstreik-Camps in der Innenstadt vor dem Rathaus am Vierröhrenbrunnen beantragen. Der Hungerstreik war ursprünglich für zwei Wochen bis zum 2. April geplant gewesen.

Mit der Aktion wollen die Iraner eine Anerkennung als politische Flüchtlinge erreichen - zudem forderten sie ein Gespräch in Würzburg mit Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU), was diese jedoch bereits abgelehnt hat.

Hosseinzadeh hatte bereits zu Beginn des Hungerstreiks angekündigt, den Protest über die zwei Wochen hinaus fortführen zu wollen, falls man die selbst gesteckten Ziele nicht erreicht habe.
Ob die Stadt Würzburg der gewünschten Verlängerung zustimmt, ist allerdings unklar. Die Verwaltung hatte sich schon bei der Genehmigung der ersten zwei Wochen Hungerstreik aus mehreren Gründen gesperrt. So sei man beispielsweise "gegen das Übernachten" in der Innenstadt gewesen, weil es dort keinerlei sanitären Einrichtungen für die neun Männer gebe. Das Verwaltungsgericht Würzburg hatte daraufhin aber entschieden, dass der Hungerstreik doch öffentlich in der Innenstadt stattfinden darf.

Ende Januar hatte sich in der Würzburger Gemeinschaftsunterkunft ein iranischer Asylbewerber das Leben genommen. Der offenbar schwer traumatisierte Mann hatte die Unterbringung in der ehemaligen Kaserne nach Einschätzung von Medizinern seelisch nicht mehr ertragen. Auch in der Münchner Erstaufnahmeeinrichtung hatte es seit Jahresbeginn einen einwöchigen Hungerstreik und einen Selbstmordversuch eines afghanischen Flüchtlings gegeben. epd
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