KITZINGEN

Alte Realschule vor dem Abriss

Die alte Richard-Rother-Realschule wird abgerissen. Das seit zehn Jahren leer stehende Gebäude im Schulzentrum soll 2017 verschwinden.
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Die alte Richard-Rother-Realschule im Schulzentrum in Kitzingen steht seit zehn Jahren mehr oder weniger leer. Nach mehreren Anläufen soll das sechs Stockwerke hohe Gebäude in den Sommerferien 2017 abgerissen werden. Archivfoto: Siegfried Sebelka Foto: Sebelka

Die alte Richard-Rother-Realschule in der Kanzler-Stürtzel-Straße wird abgerissen. Das seit zehn Jahren mehr oder weniger leer stehende Gebäude im Schulzentrum soll in den großen Ferien 2017 verschwinden.

Die Vorbereitungen für den seit Jahren diskutierten Abbruch des in den Jahren 1970 bis 1972 erbauten sechstöckigen Hochhauses laufen. Das sagte Landrätin Tamara Bischof in der Sitzung des Kreisausschusses am Donnerstag. Nachdem der Ausschuss Zustimmung signalisiert hat, werden die zuständigen Gremien noch in diesem Jahr die Beschlüsse fassen. Danach erfolgt die Ausschreibung.

Erhalt ist vom Tisch

Bedenken meldete lediglich Mainstockheims Bürgermeister und Kreisrat (Freie Wähler) Karl Dieter Fuchs an. „Ich tue mich schwer mit dem Abriss“, sagte Fuchs. Er regte an, nicht alles wegzureißen, sondern zwei oder drei Stockwerke stehen zu lassen und wieder zu nutzen.

„Das wird technisch schwierig und um 80 000 Euro teurer als ein Komplettabriss“, sagte dazu Kreisbaumeister Joachim Gattenlöhner. Damit war das Thema vom Tisch.

Der Landkreis ist der Sachaufwandsträger der Realschule und damit zuständig. Die Schule selbst hieß bis vor einem Jahr noch Richard-Rother-Realschule, firmiert aber heute nach einer heftigen Diskussion um die NS-Vergangenheit des Namensgebers unter Staatliche Realschule Kitzingen. Seit 2006 sind die gut 20 Klassen in einen Neubau in der Glauberstraße untergebracht.

Schäden

Der war nötig geworden, weil der Altbau den Brandschutzvorschriften nicht mehr entsprochen hat. Schon 1978 waren Schäden an den Fenstern sichtbar geworden, weil Beton-Brüstungen und Decken durchgebogen waren. Instandsetzungsarbeiten (Flachdach) und Ergänzungen (neue Außentreppe als zweiter Rettungsweg) beschäftigten Planer und Bauarbeiter an der Schule in den Jahren 1985 und 1987.

Als nach der Jahrtausendwende ein Gutachten feststellte, dass ein Neubau wirtschaftlicher ist als die Generalsanierung, entschied sich der Kreistag für die neue Schule in der Glauberstraße.

Im Herbst 2006 folgte der Umzug. Das alte Gebäude stand leer. Während der Generalsanierung des Armin-Knab-Gymnasiums (AKG) wurden Teile als Ausweichquartier für die ausgelagerten Klassen genutzt. Heute werden das Erdgeschoss und Teile des Kellers noch als Depot von anderen Schulen genutzt.

Platzbedarf

Wie die Landrätin sagte, stehen im Haushalt des Kreises seit Jahren rund 400 000 Euro für den Abriss bereit. Weil andere Sachen wichtiger waren, wurde der aber öfter verschoben.

Jetzt ist es aber soweit. In Gesprächen mit dem Leiter der Schulen im Schulzentrum war deutlich geworden, dass an allen Ecken und Enden Platz gebraucht wird. „Wir können jeden Quadratmeter Grün für unsere Schüler brauchen“, sagte zum Beispiel AKG-Chefin und SPD-Kreisrätin Margit Hofmann im Ausschuss.

Der Platz – wie der auch immer aussehen wird – soll zumindest als Zwischenlösung geschaffen werden. Möglich ist, dass das Gelände für Container gebraucht wird, in die Klassen während der anstehenden Sanierung von Teilen der Berufsschule ausweichen können. Was danach passieren werde, sei derzeit völlig offen, sagte Bischof im Blick auf Wandel in der Schullandschaft (Stichwort G 8 und G 9) und den damit einhergehenden Platzbedarf.

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