SEGNITZ

Als Segnitz dem Abt treu sein sollte

490 Jahren ist es her, dass Segnitz unter klösterlich auhäusischen Schutz gestellt wurde.
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Reste des ehemaligen Klosters Auhausen an der Wörnitz. Die Mönche der Abtei übten bis zum Bauernkrieg im Jahr 1525 die Dorfherrschaft über Segnitz aus. Dann kamen die evangelischen Markgrafen von Ansbach und schafften die Voraussetzung zur Einführung der Reformation in Segnitz. Foto: Foto: Norbert Bischoff
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490 Jahren ist es her, dass Segnitz unter klösterlich auhäusischen Schutz gestellt wurde. Mit einem Schutzbrief vom 30. November 1526 beurkundeten die Markgrafenbrüder Casimir und Georg von Ansbach-Brandenburg die Rückgabe von Verwaltung, Steuerhoheit und Schutz über Segnitz an den Prälaten des Klosters Auhausen an der Wörnitz. Vorausgegangen war die Einziehung des Klosters durch die Markgrafen in der Folge des Bauernkrieges.

Im Mai 1525 waren die Ries- und Hesselbergbauern über die Abtei Auhausen hergefallen und hatten große Schäden an der Kirche, am Kloster und an den reichen Kunstschätzen, die der letzte Abt Georg Truchseß von Wetzhausen angesammelt hatte, angerichtet. Das machten sich die Markgrafen, die schon lange ein Auge auf Auhausen geworfen hatten, zunutze und eigneten sich den Klosterbesitz an. Damit geriet auch der auhäusische Teil von Segnitz im Juni 1525 unter markgräflichen Schutz und Herrschaft.

Wechsel der Zuständigkeit

Casimir und Georg beauftragten daraufhin ihren Brandenburgischen Hausvogt und Rat Christoph von Fronhofen mit der Verwaltung des Ortes. Nun, nachdem die „paurische auffrur gestillt“ war, entbanden die neuen Dorfherren ihren Beamten von seinen Aufgaben und übertrugen Rechte und Pflichten an Segnitz wieder den ursprünglichen Herren, den Klosterbrüdern von St. Maria und St. Godehart zu Auhausen. Verbunden war dieser Verwaltungsakt mit der Anweisung an den amtierenden Abt Georg Truchseß von Wetzhausen, Segnitz wieder unter klösterlichen Schutz zu stellen, aber im Sinne der Ansbacher Herren zu regieren. Um den wirtschaftlichen Fortbestand des Klosters zu gewährleisten wurde dem Schützling Segnitz auferlegt, „Ime (dem Abt) getrew, gewertig unnd gehorsam zu sein“ und die schuldigen Dienste und Abgaben „gutwillig“ zu leisten so dass dieser „onclaghafft sei“.

Das Ende der Klosterherrlichkeit

Dieser Schutzbrief wurde allerdings bald schon gegenstandslos. 1527 führte Markgraf Georg, nun „der Fromme“ genannt, in seinem Herrschaftsbereich die Reformation ein. 1530 musste Georg Truchseß von Wetzhausen Auhausen verlassen, das Kloster wurde reformiert und 1537 schließlich aufgelöst. Segnitz stand nun fortan unter Ansbacher Regierung und Verwaltung, die sich die Dorfherrschaft mit den Freiherren Zobel von Giebelstadt zu Darstadt und Messelhausen teilten. Das Kondominat Ansbach/Zobel hatte bis 1791 Bestand. Dann kamen die Preußen, anschließend Maximilian I. Josef Kurfürst von Bayern, danach Ferdinand III. von Würzburg-Toskana und letztlich Königreich und Freistaat Bayern.

Die Erinnerung an Auhausen lebte in Segnitz aber noch lange nach der Auflösung des Klosters fort. So ist auch später noch mitunter vom „auhäusischen“ Schultheißen die Rede wenn der Vertreter der ansbachischen Dorfherrschaft gemeint war.

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