KITZINGEN

Alles im Floß: Drei Monate auf drei Quadratmetern

Fast drei Monate war Jürgen Schütte auf einem selbst gebauten Floß auf der Elbe unterwegs - die 1200-Kilometer-Reise gibt es jetzt als Dia-Show.
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Ein Floß wird kommen: Jürgen Schütte unterwegs auf der Elbe. Foto: Foto: Schütte
Fast drei Monate waren Jürgen Schütte, Ulrich Göbel und Schäferhund Marlo auf einem selbst gebauten Floß auf der Elbe unterwegs und lebten während dieser 1200-Kilometer-Reise in einer Drei-Quadratmeter-Kajüte.

Am Sonntag, 27. November, präsentiert Jürgen Schütte seine Erlebnisse als Dia-Vortrag um 17 Uhr in der Alten Synagoge in Kitzingen.

Frage: Wie kommt man auf die Idee, mit einem Floß auf der Elbe zu schippern?

Jürgen Schütte: Die Idee entstand, als ich mit meinem Segelboot über Ruhr, Rhein, Main und Main-Donau-Kanal unterwegs war, um bis zum Schwarzen Meer und Istanbul über Wasserwege zu reisen. Mit dem Segelboot war es schwierig, da anzulegen, wo wir es wollten. Mit einem Floß legt man an, wo man will.

Warum die Elbe?

Schütte: Zuerst war es die Idee, den Rhein entlang zu schippern. Aber am Ufer des Rheins sind jede Menge chemischer Anlagen – und so haben wir uns für den landschaftlich schöneren Fluss entschieden.

Was war das größte Problem?

Schütte: Die Genehmigungen für die Floßfahrt – die Tour musste bei fünf verschiedenen Wasser- und Schifffahrtsämtern sowie dem Hafenamt in Hamburg angemeldet werden. Die Bürokratie war mit Abstand der schwierigste Teil, um unseren Traum zu verwirklichen.

Wie lange dauerte die Fahrt?

Schütte: Gestartet sind wir in Bad Schandau in der sächsischen Schweiz, dann ging's bis nach Rügen.

Mit welcher Geschwindigkeit waren Sie unterwegs?

Schütte: Mit dem Floß ist man immer so schnell unterwegs wie die Strömungsgeschwindigkeit des Flusses. Im oberen Teil der Elbe mit fünf bis sieben Stundenkilometern.

Noch ein paar Worte zu dem Floß . . .

Schütte: Auf einem Floß zu reisen hat uns absolut begeistert. Einzig die Hütte hätte etwas größer seien können. Seitdem habe ich schon einige male wieder kleinere Floßtouren auf der Ruhr unternommen.

Was hat Sie bei der Reise am meisten überrascht?

Schütte: Das Interesse der Menschen – teils standen über 100 Menschen um unser Floß rum. Aber auch die Hilfsbereitschaft und die Gastfreundschaft der Menschen hat uns sehr gefreut.

Der gefährlichste Moment?

Schütte: Da hatten wir zwei Momente. Auf der Elbe bei Lauenburg kamen wir mit dem Floß in Starkwinde und mussten gegen den Wind ankämpfen. Und als wir die Kieler Förde verlassen haben, zogen noch mal dunkle Wolken auf und ein Gewittertief hat uns gebeutelt.

Das schönste Erlebnis?

Schütte: Viele Tierbeobachtungen, beeindruckende Sonnenuntergänge und ein Konzert der Band 'Schall und Rauch' auf unserem Floß.

Was steht als nächstes Projekt an? Wie sieht's mit dem Main aus?

Schütte: Den Main habe ich bereits von der Mündung bis zum Main-Donau-Kanal mit meinem Segelboot befahren. Sicher werde ich auch auf dem Main noch mal mit einem Wasserfahrzeug unterwegs sein. An meinem neuen Projekt arbeite ich bereits seit 2015: mit einem VW-Bulli durch Schottland. Gleichzeitig produziere ich gerade eine Luther-Multivisionsshow. Die Anregungen und Idee dafür kamen mir bei der Floßfahrt, als wir immer wieder an den Wirkungsstätten Luthers vorbei gekommen sind.

 
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