Ochsenfurt
Luftrettung

Alle Rädchen drehen sich richtig

Gegen die Zeit, für das Leben: Die "Christof 18"-Station in Ochsenfurt wurde aufwändig umgebaut. Nun sind die Bedingungen optimal für die "Hilfe von oben" .
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Der kleine Paul staunt über die vielen "Uhren" im Cockpit des "Christoph 18". Der Dreijährige war der jüngste Gast bei der Einweihung des neuen Hangars und Luftrettungsplatzes in Ochsenfurt. Sein Papa Björn Jungbauer vom Rettungszweckverband hatte ihn mitgenommen.
Der kleine Paul staunt über die vielen "Uhren" im Cockpit des "Christoph 18". Der Dreijährige war der jüngste Gast bei der Einweihung des neuen Hangars und Luftrettungsplatzes in Ochsenfurt. Sein Papa Björn Jungbauer vom Rettungszweckverband hatte ihn mitgenommen.
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Es gibt Tage, an denen Peter Reinisch auch mal Zeit für einen Kaffee hat. Doch wenn man einer von drei Piloten des Ochsenfurter Rettungshubschraubers "Christof 18" ist, kann es leicht passieren, dass man das heiße Getränk stehen lassen muss. Oder die Gäste einer Einweihungsfeier.

Peter Reinisch erzählte am Freitagnachmittag gerade, dass er das Fliegen beim österreichischen Heer gelernt hat, aber nach 14 Jahren Militärdienst in die Privatwirtschaft ging. Über welche Umwege er dann zur ADAC-Luftrettung in Ochsenfurt gelangte? Reinisch lächelt und setzt an, sein Leben zu erklären. Doch dazu kommt er nicht. Der Alarm reißt ihn aus dem Gespräch. Wenn es um ein Menschenleben geht, zählt jede Sekunde. Zusammen mit einem Notarzt und einem Rettungssanitäter schwingt er sich in seinen "Gelben Engel" und wenige Sekunden später ist er nur noch ein kleiner Punkt am Horizont.


Unterdessen gehen die Feierlichkeiten im neuen Hangar neben der Ochsenfurter Main-Klinik weiter. Neben den ADAC-Verantwortlichen lauschen Dutzende Politiker, Polizeibeamte, Vertreter von THW und BRK sowie der Malteser, von Feuerwehr und dem nahen Krankenhaus den Worten Frédérik Bruders und Susanne Matzke-Ahls. Die beiden Geschäftsführer der ADAC-Luftrettung GmbH erklären, dass ihre gemeinnützige Organisation 1,7 Millionen Euro in den Umbau der Luftrettungsstation investiert habe. Dies sei nötig gewesen, um den gesetzlichen Anforderungen an eine moderne Luftrettungsinfrastruktur Rechnung zu tragen.

Ganz neuer Landeplatz

Neu gebaut wurde ein Sozial- und Bürobereich mit Ruheräumen und Schulungsmöglichkeiten. Im Hangar wurden ein Desinfektions- und Trockenraum sowie ein medizinisches Lager und Umkleideräume geschaffen. Der Hangar selbst und die Landeplattform wurden generalüberholt, außerdem wurde ein ganz neuer Landeplatz gebaut.

Der Christoph 18 ist schon seit über 30 Jahren - seit 1980 - in Ochsenfurt im Dienst. Nach einigen Betreiberwechseln fliegt der "Gelbe Engel" seit 2011 wieder. "Seither haben wir fast 4000 Einsätze gehabt", berichtete Bruder. Das verdiene Lob, Respekt und Dank - Letzteren hätten gerade auch die Partner der Notärzte, Rettungssanitäter und Piloten verdient, die Schichten von 7 Uhr morgens bis Sonnenuntergang "mittragen".

Während der Sanierung der Station war der "Christoph 18" nach Giebelstadt ausgelagert. Für die "quasi kostenlose Interimslösung" bedankte sich Susanne Matzke-Ahl unter dem Applaus der Gäste herzlich. Sie ließ aber auch die Rettungskräfte in Ochsenfurt hoch leben: "Hier funktioniert die Zusammenarbeit mit allen Seiten besonders gut!"

Das bestätigten Thomas Burkhardt, der Vizepräsident für Technik des ADAC e.V., und von politischer Stelle Bürgermeister Rainer Friedrich. Doch er wurde auch persönlich: "Schon als Kind war der Christoph 18 für mich immer etwas ganz Besonderes."

Nachdem Pfarrer Robert Foldenauer und Diakon Norbert Hildenbrand die Räume gesegnet hatten, überreichte Stationsleiter Christian Stangl Blumen an die jahrzehntelang engagierte Ärztin Dr. Erdmuthe Hummel.
Alle Interessierten konnten sich in der Stadtion umsehen. Der "Gelbe Engel" flog unterdessen schon den nächsten Einsatz.




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