Kitzingen
P-Seminar

AKG-ler haben sich mächtig reingehängt

Eine abendfüllende Veranstaltung zu organisieren ist gar nicht leicht. Schüler des Armin-Knab-Gymnasiums in Kitzingen wissen jetzt, warum.
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Schweben: Nicole Bauer und Michelle Eberling am Trapez. Foto: Ralf Dieter
Schweben: Nicole Bauer und Michelle Eberling am Trapez. Foto: Ralf Dieter
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Die meisten Gäste werden es aus ihrer Schulzeit nicht gekannt haben. P-Seminar? Hat es früher nicht gegeben. Leistungskurse haben die Schüler damals, in den 80er und 90er-Jahren, gefordert. So eine Gemeinschaftsleistung wie kürzlich in der Turnhalle des Armin-Knab-Gymnasiums haben sie aber nicht hinbekommen.

P-Seminare gibt es seit Einführung der neuen gymnasialen Oberstufe 2008/09, also seit fünf Jahren.Sie sollen die Schüler auf die Berufs- beziehungsweise Arbeitswelt vorbereiten. Über ein Jahr lang verfolgen sie dafür ein Projekt und arbeiten dabei auch mit außerschulischen Partnern zusammen.

Die Schüler von Gerhard Zörner haben in den letzten Monaten einiges gestemmt, was sie für ihr künftiges Berufsleben gut gebrauchen können. Eventmanagement nennt sich ihr Wahlfach. Und da hat es sich gut ergeben, dass ihr Lehrer gleichzeitig die Akrobatikgruppe am AKG unterrichtet. Die Grundlage für eine spannende Veranstaltung war damit schon einmal gegeben. Die Vorarbeit auf die Veranstaltung war allerdings umfangreicher, als es sich die meisten Schüler vorstellen konnten.


Die Vorbereitungen laufen seit Februar


Kleine Arbeitsgruppen innerhalb des Seminars haben sich rechtzeitig gegründet. "Das Seminar hat im September letzten Jahres begonnen", erklärt Zörner. "Die Vorbereitungen auf die Veranstaltung im Februar." Tassia Karwath, Jasmin Lange und Isabella Heß waren von Anfang an dabei. "Es gab viel zu organisieren", berichtet Tassia Karwath. Die Kostüme für den Auftritt mussten ausgewählt und gefertigt, die passende Musik musste ausgewählt, Essen und Getränke für die Pause besorgt werden. Und natürlich mussten die Schüler Werbung machen für ihre Veranstaltung. Und die Finanzierung einer solchen Veranstaltung lag auch in ihren Händen. Die Suche nach Sponsoren hat ihnen einiges abverlangt. Fast nebenbei mussten sie ja noch mit den Fünft- bis Achtklässlern aus der Akrobatikgruppe für den großen Auftritt trainieren.

Das Ergebnis der monatelangen Arbeit konnte sich sehen lassen. Die Turnhalle war gut gefüllt mit Eltern, Lehrern und Geschwistern. Moderatorin Irina Baum führte souverän durch die Veranstaltung. "Unsere Aufgabe lautet, den Abend schön und unfallfrei zu gestalten", meinte sie zur Begrüßung. Beides sollte gelingen.

Auf dem Einrad, an den Ringen und auf den Turnmatten zeigten die Kinder und Jugendlichen ihr Können. Schwarzlicht und Laser verwandelten die Turnhalle in eine zauberhafte Manege. Tanzeinlagen rundeten die fast zweistündige Veranstaltung ab. Rund 50 Akteure der Akrobatikgruppe haben an dem Auftritt mitgewirkt.


Die Praxiserfahrungen sind wichtiger als die Noten

Gerhard Zörner ist mit dem Verlauf des Abends sehr zufrieden gewesen. Er muss die Arbeit seiner Seminarschüler jetzt bewerten. "Die Notengebung ist sehr komplex", erklärt er. Und für ihn letztlich nicht ausschlaggebend. "Die Praxiserfahrungen für die Schüler sind viel wichtiger." Und natürlich wird nicht nur die Leistung an diesem Abend bewertet, sondern die Arbeit während des gesamten Projektes. Dazu zählen auch ein Referat, die Erstellung eines Portfolios, die Leistung innerhalb der Gruppe und ein Abschlussbericht. Aufgaben, die früher unbekannt waren. Fähigkeiten, die für einen künftigen beruflichen Erfolg sicher nicht schaden können.

Ziel: Das Projekt-Seminar zur Studien- und Berufsorientierung (P-Seminar) will den Schülern die nötigen Kompetenzen für die Studien- und Berufswahl vermitteln. Neben der Vermittlung von Sach- und Methodenkompetenz ist die Förderung der Selbst- und Sozialkompetenz der Schülerinnen ein Schwerpunkt.

Schwerpunkt: Die meisten Schüler in Bayern wählen P-Seminare aus den Leitfächern Sprache und Sport.

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