SCHWARZACH

Abtei-Gymnasium baut für die Zukunft

Die Generalsanierung des Egbert-Gymnasiums der Abtei Münsterschwarzach beginnt im Mai 2018. Das hat gravierende Auswirkungen auf den Schulbetrieb.
Artikel drucken Artikel einbetten
EGM-Schulleiter Robert Scheller mit den Umbauplänen für das Gymnasium. Foto: Walter Sauter
+1 Bild

Münsterschwarzach (abra) Im Mai 2018 fällt der Startschuss für eine umfangreiche Generalsanierung des Egbert-Gymnasiums der Abtei Münsterschwarzach. 32 Millionen Euro sollen investiert werden, um die Klosterschule fit für die Zukunft zu machen, schreibt die Abtei in einem Pressebericht. Parallel dazu läuft die Arbeit an einem neuen Schulkonzept, an dem Schüler, Lehrer, Eltern und Abtei gleichermaßen beteiligt sind. Einer von vielen Vorteilen der Sanierung: Am EGM werden künftig alle Räume barrierefrei zugänglich sein; auch Kindern mit körperlichen Beeinträchtigungen stehen alle Wege offen.

„Die Bausubstanz ist gut“, freut sich Schulleiter Robert Scheller mit einem dankbaren Blick auf den damaligen Baumeister der Schule, Br. Balduin Weth OSB. Zwar müssen sämtliche Leitungen in dem von 1963 bis 1965 errichteten Gebäude erneuert werden, aber die Außenmauern und weitgehend die tragenden Wände bleiben stehen. Alles andere wird jedoch komplett neu konzipiert und zukunftsorientiert umgestaltet. Dabei soll auch die Digitalisierung der Schule sichergestellt werden.

Beginn mit dem Tagesheim und ersten Schulzimmern

Der erste Bauabschnitt startet nach dem schriftlichen Abitur im Mai 2018. Der Bau D, in dem heute das Tagesheim, Räume für den Kunstunterricht, Musikzimmer und kleinere Klassenzimmer untergebracht sind, wird als erstes saniert. Zudem wird der schmale Trakt, in dem früher das Internat untergebracht war, verbreitert. Insgesamt sollen so zehn neue Unterrichtsräume entstehen. Nach der Fertigstellung des 1. Bauabschnitts im Herbst 2019 soll es im Winter 2019/2020 mit dem Bau A weitergehen, ehe man 2020/21 die beiden restlichen Gebäudetrakte B und C in Angriff nimmt. Für 2022 ist das Ende geplant.

Rund 32 Millionen Euro sind für das gesamte Vorhaben veranschlagt. Die Bayerische Staatsregierung hat dafür 14 Millionen Euro in Aussicht gestellt; die Diözese Würzburg hat zehn Millionen zugesagt. Die Abtei Münsterschwarzach als Schulträger hat acht Millionen Euro zu berappen. Zudem kommen auf die Abtei weitere nicht unerhebliche finanzielle Mittel für die Zwischenfinanzierung zu. Cellerar Pater Christoph Gerhard OSB: „Die Abtei trägt das volle finanzielle Risiko bei diesem Projekt.“

Bischof Hofmann hat noch den Zuschuss gewährt

Der Schulreferent der Diözese Würzburg, Domdekan Günter Putz, lobt das EGM als „Ordensschule, die in einem ganzheitlichen Ansatz das christliche Menschenbild in der Erziehung pflegt“. Er betont weiter, dass „die Schulpastoral bestens in den Schulalltag integriert ist“, darüber hinaus herrsche eine enge Vernetzung mit der Abtei. Die Entscheidung, die Generalsanierung des EGM mit zehn Millionen Euro zu unterstützen, habe noch Bischof Friedhelm Hofmann getroffen. Damit unterstützt, so Putz, die Diözese die Eigenständigkeit ordenseigener Schulen, so wie sie es auch bereits bei anderen Ordensschulen zum Beispiel in Gemünden und Würzburg getan habe.

Den Benediktinern ist es ein wichtiges Anliegen, die Schule zeitgemäß umzugestalten. Pater Christoph: „Bildung gehört schon immer zum Auftrag von uns Missionsbenediktinern“. Schon 1901 wurde deshalb die Schule samt Internat in St. Ludwig gegründet. Diese schulische Tradition wurde 1963 mit dem Neubau für die Klassen 5 bis 10 in Münsterschwarzach fortgeführt. Heute läuft, so Pater Christoph, Mission vielfach über die Schule, ob in Afrika oder hier in Münsterschwarzach.

Abtei verfügt über genug Interimsräume

Robert Scheller ist sich sicher, dass der Schulbetrieb während der Umbauphase meist ungestört fortgeführt werden kann. Unzumutbare Belastungen soll es nicht geben. Hierbei ist es von Vorteil, dass die Abtei Interimsräume zur Verfügung stellen kann. So soll der Kunstunterricht beispielsweise im Haus Placidus der Abtei stattfinden oder die rund 200 Kinder, die im Tagesheim sind, sollen zum Essen in die umfunktionierte Pausenhalle ausgelagert werden. Auch der Verlag und andere Einrichtungen der Abtei haben zugesagt, Ausweichräumlichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Wichtig ist Scheller, dass bei der Generalsanierung nicht die Persönlichkeitsbildung der Schüler aus dem Blick verloren wird, die er als zweite Säule neben der Wissensvermittlung sieht. „Wir sind eine Angebotsschule und deshalb müssen wir attraktiv sein“, erklärt er. So sollen die vielen Angebote gerade im Bereich Sport, Musik, Theater und religiöse Bildung weiter ihren Platz finden. Zudem freut er sich, dass es neben den baulichen Veränderungen eine personelle Aufstockung bei den Lehrkräften gibt. „Lehrer sind das Wichtigste an der Schule“, betont er. Sie werden am EGM bessere optimale bauliche Voraussetzungen vorfinden, um die Schüler nicht nur auf das Abitur, sondern auch aufs Leben vorzubereiten.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.