Sommerach

Abschied nach 40 Jahren: Theresia Then hört als Wallfahrtsleiterin auf

Nach 40 Jahren legt Theresia Then ihre Tätigkeit als Wallfahrtsleiterin für Sommerach nieder.
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Für ihre 40-jährige Tätigkeit als Wallfahrtsleiterin dankte der Sommeracher Ortsgeistliche Pater Philippus der 67-jährigen Theresia Then. Sie legt ihr Amt künftig in jüngere Hände.

Als die 112 Pilger von ihrer zweitägigen Wallfahrt nach Vierzehnheiligen zurückkehrten, gingen mehr als diese beiden erlebnisreichen Tage zu Ende: Theresia Then legte ihre Tätigkeit als Wallfahrtsleiterin nieder, die sie 1977 übernommen hatte.

Dank ihrer Initiative war die Wallfahrt damals wiederbelebt worden. „Ich habe keine Stunde meiner Tätigkeit bereut“, sagte die 67-Jährige bei der Rückkehr am Sonntagabend. Aber es sei an der Zeit, den Platz für einen jüngeren Nachfolger freizumachen.

Wie erwähnt, es war 1977, als die damals 27-jährige Ortsbäuerin Theresia Then von Dorfbewohnern angesprochen wurde, die Fußwallfahrt nach Vierzehnheiligen doch wieder zu organisieren. „Gemeinsam schaffen wir das“, ermunterte damals Vater Valentin und sicherte ihr nicht nur bei Behördengängen Unterstützung zu.

Und das Interesse der Sommeracher Bürger an der Wiedereinführung der Wallfahrt war groß. So meldeten sich 1977 gleich 60 Ortsbewohner, was Then noch heute „als tollen Erfolg wertet“. Große Unterstützung fand sie ferner bei ihrem mittlerweile verstorbenen Ehemann Werner oder etwa bei Burkard Östreicher. Er fuhr mit ihr auf dem Fahrrad nicht nur die Pilgerstrecke im Vorfeld der Wallfahrt bis Ebrach ab, sondern organisierte die Warnwesten und Funkgeräte und war zudem über 30 Jahre lang der Träger des Wallfahrtsbildes.

„Ich bin überglücklich, dass ich in all den Jahren soviel Gemeinschaftsgeist- und sinn erfahren durfte“, betonte Then. „Für mich ist Vierzehnheiligen meine zweite Heimat“, sagt sie mit Überzeugung. Als ein besonderes Ereignis nennt sie das Jahr 1979. Da waren es 130 Pilger, die sich an der 100. Jubiläums-Wallfahrt beteiligten.

Etwas, was Then besonders freut: Etwa drei Viertel der Pilger sind unter fünfzig Jahren. „Miteinander laufen, singen, beten, sprechen, aber auch weinen, das alles gehört zu einer Wallfahrt“, betont Then. Sie sieht die Traditionswallfahrt auch als „einen Beitrag zum Erhalt der Dorfgemeinschaft.“ Und lobt die Sommeracher Jugend, die stets unter den Pilgern zu finden ist.

Sie könnte zwar viele Geschichten erzählen, aber ein Erlebnis während der Wallfahrt 2005 wird ihr stets in Erinnerung bleiben: Da wurde die Pilgerschar von einem schweren Gewitter überrascht. „So etwas hatte ich noch nicht erlebt“, sagte Then.

Sie war nicht die einzige, die zitterte, erinnerte sie sich. Da habe sie gespürt, wie stark die Wallfahrtsgemeinschaft ist, wie jeder jedem helfen wollte. Glücklicherweise sei alles gut gegangen – wie auch alle anderen 39 Wallfahrten.

Ihr Nachfolger wird in Kürze während eines Dankgottesdienstes vorgestellt.



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