KITZINGEN

Ab sofort: Alle Hunde an die Leine

Die Zeiten von frei laufenden Hunden im Gartenschaugelände und auf dem Mainkai sind vorbei. Ab sofort herrscht zwischen den Mainbrücken Leinenzwang.
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Hunde an die Leine: Diese Aufforderung findet man derzeit nur auf den Schildern in den Nähe des Kitzinger Wohnmobilplatzes. Es werden aber bald mehr solcher Schilder am Main in Kitzingen werden. Ab dem 1. Februar gilt die Anleinepflicht für große Teil des Gartenschaugeländes und den Mainkai auf der anderen Seite des Mains. FOTO: Siegfried Sebelka Foto: Siegfried Sebelka

Die Zeiten von frei laufenden Hunden im Gartenschaugelände und auf dem Mainkai sind vorbei. Ab sofort (1. Februar 2017) herrscht zwischen der neuen und der alten Mainbrücke Leinenzwang. Das gilt für alle Hunde. Die Größe spielt keine Rolle.

Beschluss im Dezember

Beschlossen hat das der Stadtrat im Dezember. Aus dem Beschluss ist inzwischen eine Satzung geworden. Satzung über das Verbot des Mitführens von nicht angeleinten Hunden in öffentlichen Anlagen der Stadt Kitzingen, heißt die in schönstem Beamtendeutsch.

Feste Bereiche

Sie schreibt den Leinenzwang für das Gartenschaugelände zwischen der Konrad-Adenauer Brücke und dem Wohnmobilstellplatz fest und für den gegenüberliegenden Mainkai zwischen der Brücke und dem evangelischen Dekanat.

Drei Meter lang

Damit es zu keinen Missverständnissen kommt, ist festgelegt: Die Leine muss reißfest sein und darf eine Länge von drei Metern nicht überschreiten. Ein paar Ausnahmen gibt es, zum Beispiel für Blindenhunde, Diensthunde der Polizei oder anderer Sicherheitskräfte im Einsatz und Hunde mit abgeschlossener Prüfung zum Rettungshund.

Geldbuße angedroht

In der Satzung fehlt die Androhung einer Geldbuße nicht. Was ein Verstoß kosten kann, bleibt offen.

Die Satzung steht also und sie gilt. Was noch fehlt, sind Schilder, die die Hundehalter auf die neue Regelung hinweisen. Die Anschaffung hat sich laut Frank Winterstein vom Ordnungsamt im Rathaus verzögert. Aber sie werden kommen. Dann dürften es Hundehalter schwer haben, sich herauszureden, wenn sie ihre Vierbeiner frei laufen lassen.

Wer kontrolliert?

Wobei die Frage derzeit eher offen ist, wer die Einhaltung der Satzung eigentlich kontrollieren soll. Das war schon beim Beschluss des Stadtrats im Dezember nicht so ganz klar. Dennoch hat sich eine deutliche Mehrheit (24 zu einer Stimme) für die Satzung entschieden und dabei als Nebeneffekt auf mehr Sauberkeit und weniger Hundekot auf den Flächen gehofft.

Prinzip Hoffnung

„Vielleicht lassen sich die Hundehalter ja über die Satzung an der Moral packen“, hatte Susanne Schmöger vom Rechts- und Ordnungsamt gesagt „und räumen die Hinterlassenschaft weg und nutzen die vielen Hundetoiletten“. Jens Pauluhn (Ödp) hatte sich eine Rückenstärkung für alle erhofft, die sich trauen, Hundehalter auf die Beseitigung des Kots anzusprechen.

Verschärfung

Mit der Satzung verschärft die Stadt die für Hunde geltenden Vorschriften. Bisher gibt es eine Hundehaltungsverordnung. Die sieht eine Anleinpflicht für Kampfhunde und große Hunde über 50 Zentimeter Schulterhöhe in „geschlossener Ortslage des Stadtgebiets“ vor.

Antrag von 2013

Die neue Satzung hatte die CSU im Stadtrat bereits 2013 beantragt. Der Antrag ist lange liegen geblieben, jetzt aber ist er umgesetzt. Unterstützt wurde er auch vom Förderverein Gartenschaugelände. „Viele Besucher fühlen sich durch freilaufenden Hunden gestört“, hatte der Verein argumentiert und sich für den Leinenzwang ausgesprochen.

Gequältes Papier

Spätestens wenn die Schilder da sind, wird sich zeigen, ob die Satzung die erhoffte Chance ist, oder doch nur „gequältes Papier“. So hatte der Fördervereinsvorsitzende Rolf Wenkheimer Satzungen bezeichnet, deren Einhaltung nicht kontrolliert wird.

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