LANDKREIS KITZINGEN

Zwischen Frost und nassen Schmuddeltagen

Gummistiefel und Regenschirm – das sind schon seit vielen Wochen die Grund-Hilfsmittel fürs wettermäßige Überleben. Groß im Geschäft des Schmuddelwetters war auch der November. 62 Liter pro Quadratmeter kamen als Guss von oben – 36 Prozent mehr als der Durchschnittsnovember, wie Wetterbeobachter Thomas Karl vom Kitzinger Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sagt.
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Blick zurück im Regen: Im November war an den meisten Tagen Schmuddelwetter angesagt – oder Frost. Foto: Archivfoto Weichhan

Gummistiefel und Regenschirm – das sind schon seit vielen Wochen die Grund-Hilfsmittel fürs wettermäßige Überleben. Groß im Geschäft des Schmuddelwetters war auch der November. 62 Liter pro Quadratmeter kamen als Guss von oben – 36 Prozent mehr als der Durchschnittsnovember, wie Wetterbeobachter Thomas Karl vom Kitzinger Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sagt.

Ganz mies war's natürlich nicht. Selbst der eher trübe November hat seine schöneren Tage. Beispielsweise den 7. November, an dem das Thermometer auf satte 15,4 Grad kletterte. Allerdings gab's auch kräftige Absacker bis auf minus 5,4 Grad. Durchgesetzt hat sich naturgemäß die Kälte (durchschnittlich plus fünf Grad), weil schließlich der November dem Winter den Weg bereitet.

Weil es häufig eher kühl war und sich die Natur sowieso auf den Winterschlaf einstellte, notierte Karl nur zwölf Tage mit Aktivitäten der Vegetation. Froststarre mit bis zu 6,8 Grad (minus) Bodenkälte habe es an sechs Tagen gegeben, was aber „nichts Ungewöhnliches“ sei.

Aus der statistischen Reihe fiel der November wegen seiner Nässe. 18 Regentage sind heftig, passen aber irgendwie ins Bild. Seit August ist Karl zufolge der Guss aus grauen Wolken ständiger Begleiter: In vier Monaten habe es 90 Liter mehr geregnet, als im Mittel der vergangenen Jahre – in der gleichen Periode.

Obwohl Morast, Schlamm und viel Wasser im Main und vielen Bächen den Monat auf der Durchfeuchtungsskala nach oben trieben, soff die Ernte der letzten Feldfrüchte nicht gnadenlos ab. Zuckerrüben und Körnermais seien noch eingefahren worden, sagt Karl. Das sei aber mancherorts „ein Gewaltakt“ gewesen, wenn sich schwere Erntemaschinen durch aufgeweichte Böden wühlen mussten.

Das schwere Geläuf machte aber bei den Vorbereitungen fürs nächste Erntejahr einige Schwierigkeiten. Beim Pflügen habe so mancher Bauer wegen der Regenfälle eine Zwangspause einlegen müssen, erläuterte Karl. Es sei aber kein Drama, wenn im November noch nicht die letzte Furche gezogen sei.

Wie die Ernte, so der Garten. Da ist im Prinzip alles durch. Ein bisschen Gas geben müssen laut Karl eigentlich nur noch diejenigen, die frostempfindliche Pflanzen im Freien stehen haben.

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