Eine Solaranlage steht schon südlich der Autobahn, die zweite auf der Nordseite der A3 wurde vom Kleinlangheimer Marktgemeinderat in der Sitzung am Dienstagabend auf den Weg gebracht.
Mit einer Mehrheit von acht gegen drei Stimmen wurden die sechste Änderung des Flächennutzungsplans und der Bebauungsplan des Marktes für das Sondergebiet "Solarkraftwerk Atzhausen 2" beschlossen. Damit wurden die Weichen für Erzeugung von Strom auf einer Fläche östlich der Straße von Kleinlangheim nach Atzhausen gestellt.

Drei Gegenstimmen


In der Sitzung am Dienstagabend wurden die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange behandelt. 14 hatten keine abgegeben, 18 waren mit dem Vorhaben einverstanden und elf äußerten Anregungen, Einwände oder Bedenken. Die Antwort darauf erfolgte immer mit einer Mehrheit von acht gegen drei Stimmen.
Die Formulierungen hatte Petra Engert von der Firma Belectric mit Sitz in Kolitzheim ausgefertigt, sie nahm bei der Sitzung zu den verschiedensten Ausführungen der Träger öffentlicher Belange Stellung. Diese waren bezüglich der Änderung des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans meist identisch, lediglich das Landratsamt nahm beim Bebauungsplan Stellung zur Höhe der Module. Diese sollten eine Höhe von 4,50 Metern nicht überschreiten, äußerte das Amt. Da sie aber nur 3,50 Meter hoch sind, komme man mit dieser Maßgabe nicht in Konflikt, äußerte Petra Engert.

Weg führt um das Werk herum


Die Stellungnahmen des Amtes für Landwirtschaft und des Bayerischen Bauernverbandes bezogen sich in der Hauptsache auf die beiden Feldwege, die durch die Anlage eingezäunt werden. Diesem Umstand trage man dadurch Rechnung, dass der Feldweg nun östlich um das eingezäunte Solarkraftwerk herum führe. Zudem reagiere man mit der Bepflanzung auf den Drainageplan, indem Hecken verschoben werden, ein Stück Hecke entfällt und an einer Stelle Obstbäume angepflanzt werden.
Die Autobahndirektion Nordbayern verwies auf den geplanten sechsstreifigen Ausbau der Autobahn plus Lärmschutz, die Bauverbotszone auf einer Breite von 40 Metern neben der Autobahn und eventuelle Gefahren durch Blendung. "Hinweise, Auflagen und Bedingungen werden beachtet und sind im Plan enthalten", lautete die Antwort auf die Ausführungen.

BN ist zwiegespalten


Eine längere Stellungnahmen gab der Bund Naturschutz (BN) ab. Bei den Ausführungen des BN wurde deutlich, dass zwei Seelen in der Brust des Naturschutzverbandes bezüglich solcher Anlagen wohnen. Auf der einen Seite setze man sich seit vielen Jahren für regenerative Energien ein, und auf der anderen Seite befürworte man nicht solche Anlagen in der freien Natur: "Die sollten auf Haus- und Scheunendächern oder auf Industrieanlagen sein", meinte der BN, der dem Solarkraftwerk auf Atzhäuser Gemarkung aber letztendlich zustimmte.
Private Stellungnahmen wurden nicht behandelt, da keine eingingen, erklärte Bürgermeister Roland Lewandowski (FW). Die Änderung des Flächennutzungsplans und der Bebauungsplan für das Sondergebiet werden vom 27. Januar bis 27. Februar im Kleinlangheimer Rathaus und in der VG-Zentrale in Großlangheim ausliegen. Es erfolgt dazu eine weitere Stellungnahme der Träger öffentliche Belange, "und die vorgebrachten Anregungen, Einwände oder Bedenken werden eingearbeitet", teilte Petra Engert zum weiteren Werdegang mit. ww