KITZINGEN

Zweifelhafte Schnäppchen im Internet

Kaufobjekte von zweifelhafter Herkunft liegen häufiger mal in den „Warenkörben“ im Internet. Und sie können denjenigen in Schwierigkeiten bringen, der sie verkauft.
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Aus dem Gericht
Foto: Regina Krömer

Kaufobjekte von zweifelhafter Herkunft liegen häufiger mal in den „Warenkörben“ im Internet. Und sie können denjenigen in Schwierigkeiten bringen, der sie verkauft. So wie einen Internet-Händler, der eine lange Reihe von Artikeln im Netz vertickte, die allesamt geklaut waren und ihm den Vorwurf der Hehlerei einbrachten. Zum Glück für den 27-Jährigen entlastet ihn der Dieb in der Verhandlung vor dem Kitzinger Strafrichter.

Der Zufall führt Kunde und Händler vor zwei Jahren zusammen. Der Lkw-Fahrer sucht jemanden, der sein Diebesgut aus dem Firmenlager verkauft, und stößt bei einer seiner Fahrten auf das Namensschild des Angeklagten. Wenig später präsentiert er dem Internet-Händler ein Einzelstücke aus einem größeren Diebeszug: etliche Winkelschleifer und Baustellen-Radios.

Der Käufer zeigt zwar Interesse, will aber die Herkunft der Ware erfahren – vor allem mit Blick auf mögliche weitere Objekte, die der Mann noch anbieten will. Der Lkw-Fahrer hat dafür eine Ausrede parat. Die Teile seien in einem Bauernhof gelagert gewesen, den er gekauft habe, sagt der Zeuge vor Gericht: „Nach längerem Zögern“ habe er das geglaubt.

Wenig später einigt man sich über den Preis. Und so beginnt eine Geschäftsbeziehung, bei der viele Universalfernbedienungen, Winkelschleifer, Radios, Adapter und Akkuschrauber den Besitzer wechseln. Ein- oder zweimal nutzt der Händler seine Kontakte zur Polizei, lässt – wie bei einem Mountainbike – das Produkt auf einen möglichen Diebstahl hin abklopfen. Und nachdem der 41-jährige Kraftfahrer inzwischen Palettenversteigerungen als Herkunft angibt, ist der Händler beruhigt. Und bietet die Schnäppchen weiter an.

Als der Lkw-Fahrer auffliegt, gerät der Händler schnell ins Visier der Staatsanwaltschaft. Die geht – mit Blick auf die Einkaufspreise – davon aus, dass der 27-jährige von der illegalen Herkunft der Ware gewusst haben musste. Aus der misslichen Lage erlöst ihn der Lkw-Fahrer, der seine Strafe für die diversen Diebstähle schon bekommen hat: „Ich glaube, dass er mir vertraut hat“, sagt er vor Gericht. Das folgt dem Antrag des Anwalts des Angeklagten, stellt das Verfahren ein – auf Kosten der Staatskasse.

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