MARKTBREIT/MARKTSTEFT

Zwei Tankstellen im Wettstreit

Wer mit fast leerem Tank zwischen Kitzingen und Ochsenfurt unterwegs ist, hat – vermutlich – bald die Qual der Wahl: mit zwei Tankstellen. Die Aral-Zapfanlage in Marktbreit bekommt nach den Worten von Marktbreits Bürgermeister Erich Hegwein in Marktsteft Konkurrenz.
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Noch im Urzustand: Damit die Aral-Tankstelle in Marktbreit sich möglichst unauffällig in die geplante Mainufer-Umgestaltung einfügt, muss sich hier einiges – wie geplant – ändern. Beispielsweise darf das Markenblau nicht die Umgebung überstrahlen. Foto: Foto: Harald Meyer

Wer mit fast leerem Tank zwischen Kitzingen und Ochsenfurt unterwegs ist, hat – vermutlich – bald die Qual der Wahl: mit zwei Tankstellen. Die Aral-Zapfanlage in Marktbreit bekommt nach den Worten von Marktbreits Bürgermeister Erich Hegwein in Marktsteft Konkurrenz. Damit sind wohl Vermutungen vom Tisch, der gewonnene Bürgerentscheid zum Erhalt der Aral-Tankstelle werde das Marktstefter Bauprojekt kippen.

Obwohl er sich einen anderen Ausgang des Bürgerentscheids gewünscht hätte, ist für den Bürgermeister eines klar: „Wir müssen den Volkswillen respektieren.“ Weil das so ist, befasst sich die Stadt jetzt mit dem Antrag auf unbefristete Genehmigung für die Aral-Tankstelle.

Die darf bleiben, muss allerdings ihr „Gesicht“ ändern und sich möglichst unauffällig in die Mainufer-Neugestaltung einpassen. Dafür hat der Aral-Architekt schon Pläne vorgelegt – in denen beispielsweise das dominierende Aral-Blau fehlt – und „wir fühlen uns daran gebunden“, sagt Tankstellen-Inhaber Michael Iglhaut. Die Planer seien bereits mit der Stadt, dem Landratsamt und Städteplaner Dag Schröder im Gespräch.

Knackpunkt Gestaltungssatzung

Knackpunkt ist die Einhaltung der Gestaltungssatzung. Bei den Plänen zum Einpassen der Tankstelle in die künftige Ufergestaltung ist zwar laut Bürgermeister Hegwein noch nicht alles restlos geklärt, eine Genehmigung aber lediglich Verhandlungssache: „Da wird es einen Konsens geben.“

Was es aus Hegweins Sicht ebenfalls geben wird, ist die geplante HEM-Tankstelle auf dem Grundstück an der Staatsstraße bei Marktsteft gegenüber dem Gewerbegebiet. Der Notariatsvertrag über den Verkauf werde in den nächsten Tagen zwischen dem Freistaat und dem Investor unterzeichnet. Die Baugenehmigung ist laut Landratsamt ebenfalls in erreichbare Nähe gerückt. Es fehlten lediglich ein paar Unterlagen, so Pressesprecherin Corinna Petzold.

Mit einem schnellen Durchstarten in Marktsteft rechnet Bürgermeister Hegwein. Die HEM-Planer wollten in den nächsten Tagen Vorgespräche wegen der Erschließung führen. Ein Baubeginn sei aus seiner Sicht – Genehmigung vorausgesetzt – „in Kürze“ möglich.

Ein Sorgenkind für alle Beteiligten dürfte die Verkehrssicherheit im Bereich der geplanten Tankstelle sein. Hier, wo die Ausfahrt des Gewerbezentrums und die Ausfahrt aus Marktsteft praktisch aufeinandertreffen, dürfte der an- und abfließende Verkehr der geplanten Tankstelle die Probleme weiter verschärfen. Und da hier zuletzt schon schwere Unfälle passierten, muss aus Hegweins Sicht Risikovorsorge betrieben werden.

Eine Tempobeschränkung, wie sie Marktbreit und Marktsteft zuletzt für die Staatsstraße gefordert hätten, sei vom Staatlichen Bauamt abgelehnt worden. Und für einen Kreisverkehr „reicht der Platz nicht“. Trotzdem ist sich Hegwein sicher: „Es wird Verkehrsveränderungen geben müssen.“

Keine Sorgen wegen Konkurrenz

Auf Veränderungen müssen sich auch die „Mädels“ von der Aral-Tankstelle einstellen, deren Einsatz für ihren Arbeitsplatz im erfolgreichen Bürgerentscheid mündete. Sorgen wegen der Konkurrenz im nahen Marktsteft hat Tankstellen-Leiterin Angelika Pfeuffer nicht: „Die Stammkunden versichern uns, dass sie nie zur Tankstelle in Marktsteft gehen.“

Aber dass mit zwei Zapfsäulenanlagen im Abstand von knapp zwei Kilometern ein Konkurrenzkampf unausweichlich ist, weiß auch Aral-Betreiber Iglhaut: „Dem Preiswettbewerb werden wir uns stellen. Da haben wir keine Angst.“ Und die Kunden die Qual der Sprit-Wahl.

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