LANDKREIS KITZINGEN

Zwei Manager für den Wandel

Klimaschutz, Energiewende – Begriffe, die gerne ganz allgemein in Sonntagsreden auftauchen. Es geht aber auch konkret, wie der Landkreis Kitzingen beweist. Beispielsweise fließt in allen Gebäuden des Landkreises seit 2009 zu 100 Prozent Ökostrom.
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Immer mehr Ökostrom: Der Kreisbauhof in Hoheim bekommt eine Photovoltaikanlage aufs Dach einer neuen Lagerhalle und kann damit über 80 Prozent seines eigenen Strombedarfs decken. Foto: Archiv-Foto: DPA

Klimaschutz, Energiewende – Begriffe, die gerne ganz allgemein in Sonntagsreden auftauchen. Es geht aber auch konkret, wie der Landkreis Kitzingen beweist. Beispielsweise fließt in allen Gebäuden des Landkreises seit 2009 zu 100 Prozent Ökostrom.

Zudem wird seit 2003 bei neuen kreiseigenen Gebäuden darauf geachtet, dass Photovoltaikanlagen aufs Dach gesetzt werden können. Entsprechende Anlagen gibt es heute auf der Kitzinger Berufsschule, dem Armin-Knab-Gymnasium in Kitzingen und der Dettelbacher Realschule.

Demnächst gesellt sich der Kreisbauhof in Hoheim dazu, wie der Umweltausschuss des Kreises bei seiner Sitzung am Montagnachmittag im Landratsamt beschloss: Auf der 2011 gebauten Lagerhalle für Streugut wird bald schon die Sonne eingefangen. Die Leistung deckt den jährlichen Strombedarf des Bauhofes zu gut 80 Prozent. Damit habe man ein „fast grünes Verwaltungsgebäude“, befand Landrätin Tamara Bischof. Pro Jahr würden 14 680 Kilo CO• eingespart. Die Kosten für die Anlage liegen bei 41 000 Euro, die Amortisationszeit beträgt 13 Jahre. Der Landkreis sei in diesem Bereich „vorbildhaft unterwegs“, so die Landrätin.

Bestandsaufnahme

Auf dem Weg zu einem grünen Landkreis – dabei soll auch ein Energie- und Klimaschutzkonzept helfen. Hier hatte es in einem ersten Schritt eine Bestandsaufnahme gegeben. Mit beeindruckenden Zahlen: So verursacht jeder Landkreisbewohner pro Jahr neun Tonnen CO•. An erneuerbaren Energien wurde 2010 insgesamt 76,4 Millionen Kilowatt Solarenergie, 99,3 Millionen Kilowatt aus Wasserkraft, 48,7 Millionen Kilowatt aus Biomasse und 37 Millionen Kilowatt aus Windkraft erzeugt.

Der Klimaschutz-Kampf soll auch personell auf Hochtouren geführt werden – wobei interessanterweise die Bundeswehrreform die Dinge vorantreiben könnte. Um den Abzug von Soldaten aufzufangen, stellt das Wirtschaftsministerium in München nämlich Sondermittel für ein „Konversionsmanagement“ bereit.

Die neuen Stellen kümmern sich dabei weniger um die Vermarktung von leer stehenden Flächen, sondern allgemein um die Stärkung der Region – wobei erneuerbare Energien ja durchaus ein Weg sein können.

Im Landkreis kämen gleich zwei dieser Stellen in Frage: In Volkach durch die Reduzierung der Bundeswehrsoldaten und in Kitzingen durch den Abzug der amerikanischen Streitkräfte. Die Chancen stehen gut, dass in beide Städte für zunächst drei Jahre je ein „Konversionsmanager“ den Wandel managt.

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