"Herzlichen Glückwunsch, aber..." Diese Formulierung war gestern Abend öfter zu hören. Sie galt Michael Schuba (CSU) und Christine Konrad (Freie Wähler) gleichermaßen. Denn jeder Kandidat konnte für sich einen Etappensieg verbuchen. Aber gewonnen hat keiner.
Und deshalb gab es zwar Wahlpartys in beiden Lagern, es wurde gegessen und getrunken, angestoßen und zugeprostet, jedoch immer in dem Bewusstsein, dass es in den nächsten zwei Wochen noch einmal viel Arbeit gibt.
Die Wahlkampfteams aller drei Kandidaten haben sich ins Zeug gelegt. Nur eine Gruppe, die von Norbert Schneider, dem Kandidaten der Unabhängigen Christlichen Wähler (UCW), kann sich zurücklehnen.
Nachdem das Ergebnis bekannt war, zog er sich recht schnell und ohne viele Worte zurück und analysierte den Wahlausgang mit engen Freunden und seiner Familie in Effeldorf. Zu den Medienvertretern sagte er: "Unter den gegebenen Umständen kann man mit dem Ergebnis zufrieden sein."
"Man muss mit so etwas rechnen bei drei Kandidaten", sagte Michael Schuba. Er meinte damit die Stichwahl in 14 Tagen, bei der er noch einmal gegen Christine Konrad antreten muss - und will. Die Kandidatin der Freien Wähler sagte hingegen: "Es war für mich nicht einschätzbar, wie die Wahl ausgeht. Wir sind sehr unvoreingenommen angetreten."
Für eine mögliche Stichwahl habe sie nichts geplant. Sie müsse sich erst mit ihrem Orga-Team zusammensetzen und das weitere Vorgehen besprechen.
Das machen nun auch die Anhänger von Michael Schuba. Gestern Abend feierten sie zwar noch im Winzerhof Göb. Sie empfanden die knappe Entscheidung als Etappensieg. Sehr emotional freuten sich die CSU-Leute wie Dr. Otto Hünnerkopf oder der amtierende Bürgermeister Reinhold Kuhn über das bereits Erreichte. Aber nicht nur Gerlinde Martin sprach in die gute Stimmung hinein das aus, was getan werden muss, wenn die Wahlparty vorbei ist: "Es muss noch einmal hart gearbeitet werden."
Die Strategie beider Lager ist nun natürlich, beim nächsten Urnengang die 351 Stimmen, die Norbert Schneider bekommen hat, für sich zu gewinnen.
Christine Konrad setzte sich gestern Abend, nachdem das vorläufige Ergebnis bekannt war, im Vereinslokal "Gasthaus zum Engel" mit ihren Anhängern und ihrem Wahlkampfteam zusammen. Es wurde nicht nur diskutiert, sondern man ließ es sich in fröhlicher Runde auch schmecken. "Mein Orga-Team hat das Feiern verdient", sagte Konrad.
Der Kandidatin ist klar, dass es schwierig wird, politische Inhalte von ihrem Mitbewerber so abzugrenzen, dass sie die Wähler wahrnehmen. Beide sind für eine Aufwertung der Dettelbacher Altstadt, beide haben aber auch ein großes Herz für die Stadtteile. Beide wollen sie etwas für Dettelbach entwickeln, ein Konzept aufstellen, das die Weichen für eine gute Zukunft stellt. Beide wollen sie für die Bürger da sein.
Es sei für sie schwierig, sich von Schuba abzugrenzen, weil sie überhaupt noch kein Wahlprogramm von ihm gesehen habe. Außerdem sei eine Bürgermeisterwahl eben auch eine Persönlichkeitswahl. "Der eine mag den nicht, der eine den anderen nicht, so ist das", sagte Konrad.