Nenzenheim
Sicherheit

Zum Weinfest? Aber sicher!

Die Saison der Großveranstaltungen im Landkreis Kitzingen startet alljährlich mit dem Weinfest in Nenzenheim. Es geht dabei nicht nur darum, tausende von Gästen gut zu unterhalten. Die Veranstalter müssen auch deren Sicherheit und den Jugendschutz im Blick haben.
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Alt genug für einen Weinfestbesuch? Bereitwillig zeigen drei Besucherinnen Franco Panzino ihren Ausweis.  Fotos: G. Bauer
Alt genug für einen Weinfestbesuch? Bereitwillig zeigen drei Besucherinnen Franco Panzino ihren Ausweis. Fotos: G. Bauer
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Es dauert noch einige Stunden, bis Tina I. ihr Glas heben und das 36. Weinfest in Nenzenheim eröffnen wird. Es ist noch Zeit, bis die erste Schoppengläser gefüllt werden, die Bratwürste gebraten und die Musiker zu ihren Instrumenten greifen. Noch Zeit, bis sich der erste Gast an einer Scherbe verletzt, ihm übel wird oder jemand ein Glas zu viel getrunken hat. Um aber für genau solche Situationen gerüstet zu sein, packen die Helfer der Malteser aus Würzburg jetzt kräftig an: Sie richten eine Unfallhilfestelle ein.

Es sind frühere Beziehungen, die sich über die Jahre erhalten haben und die auch heute noch dafür verantwortlich sind, dass das Nenzenheimer Weinfest fester Bestandteil im Kalender der Würzburger Organisation ist. "Alle sind sehr motiviert", sagt Thomas Bödigheimer, der für den Nenzenheimer Einsatz die Verantwortung trägt. Neben dem Notarzt werden seine Leute durch das Zelt streifen.
Bis zu 22 Helfer stehen an den Hauptfesttagen einsatzbereit.

Es geht bei der Betreuung nicht immer nur um Erste Hilfe, oft müssen Festbesucher zum Bus begleitet werden, andere müssen sich auch einmal hinlegen und eine Runde schlafen. "Der Notarzt entscheidet, ob jemand nicht vorsorglich ins Krankenhaus kommt", betont Bödigheimer. Dabei entscheiden nicht die Promille, sondern der Gesamteindruck des Menschen, der da vor dem Arzt steht oder vielleicht auch auf der Trage liegt. Die Fahrt übernehmen die Malteser dabei nicht unbedingt selbst. Sie haben zwar einen Rettungswagen und zwei Transportfahrzeuge in Bereitschaft, Transportaufgaben werden aber überwiegend vom öffentlichen Rettungsdienst absolviert.

Für die Malteser ist es eine lange Nacht. Zum Aufbau rückten die Helfer um 17 Uhr in Würzburg ab, in Nenzenheim angekommen bauen sie auf, betreuen und kümmern sich um die Gäste - in der Gewissheit, dass sie vor 5 Uhr am nächsten Morgen kaum wieder zuhause sein werden.

Regelmäßige Kontrollgänge

Dass möglichst wenig passiert, das haben die Mitarbeiter des Security-Unternehmens im Blick. Auch sie streifen regelmäßig durchs Zelt und sehen nach dem Rechten. Funkverbindung untereinander gewährleistet rasche Hilfe."An den Haupttagen haben wir mehr als 20 Leute im Einsatz", erzählt Einsatzleiterin Manuela Rotter. Schwerpunkt ist wie immer die Überwachung des Alters und der Ausschluss mitgebrachter Fremdalkoholika. "Der Schmuggel von Fremdalkohol ist gegenüber den Vorjahren sehr viel weniger geworden", blickt Manuela Rotter auf die letzten Jahre zurück und vermutet, dass der Rückgang in sehr engem Zusammenhang mit den strengen Kontrollen zu sehen ist. Ohne Kontrollen, so ihre Bilanz, wäre der Jugendschutz nicht zu gewährleisten. Dass der trotzdem noch in einigen Fällen umgangen wird, zeigt nach den Festtagen ein Blick in den Polizeibericht (siehe Infokasten).

Artig zeigen Jugendliche den Personalausweis, wer eine Handtasche mit sich führt, lässt kommentarlos einen kritischen Blick zu, nimmt gelegentlich auch Gegenstände zur näheren Kontrolle heraus.

Eine lange Nacht

In zwei Durchgangszelten unterstützen sich die Kontrolleure gegenseitig, damit der Zugang reibungslos erfolgen kann. Auch auf Manuela Rotter und ihre Leute wartet eine lange Nacht. Nach Kontrollbeginn um 20.30 Uhr sind sie bis zum Ende des Festes verantwortlich. Und wenn der letzte Schoppenfetzer das Zelt verlassen hat, erfolgt eine letzte Kontrollbegehung - damit auch niemand übersehen wird.


Die Bilanz der Polizei: Alkoholwerte bis zu 2,10 Promille

Kontrollen und Security-Einsätze können nicht immer verhindern, dass es doch zu vereinzelten Zwischenfällen kommt, wie der Bericht der Kitzinger Polizei vom Sonntag deutlich macht. Die Polizei führte in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring auf dem Festgelände des Nenzenheimer Weinfestes Jugendschutzkontrollen durch. Wie Polizeihauptkommissar Axel Goller berichtet, wurde dabei gegen 1.15 Uhr eine 16-Jährige angetroffen, die mit etwa 1,82 Promille erheblich alkoholisiert war, "Magenprobleme" hatte und sich kaum noch auf den Beinen halten konnte. Sie wurde durch den Rettungsdienst betreut, ihre Mutter wurde verständigt und die Tochter wurde dieser dann übergeben. Ein 14-Jähriger fiel gegen 0.18 Uhr auf, weil er schwankend aus dem Festzelt lief. Er hatte etwa 1,20 Promille Alkohol im Blut und gab an, dass ein Elternteil "am Ausschank" beschäftigt sei. Die Polizei veranlasste, dass der Jugne nach Hause gebracht wurde.

"Insgesamt wurden noch weitere Minderjährige zwischen 16 und 17 Jahren nach Mitternacht unter Alkoholeinfluss festgestellt und an die verständigten Eltern übergeben", so Polizist Axel Goller. Die Jugendlichen hatten sich ohne entsprechende Aufsichtspersonen auf dem Festgelände befunden. Es wurden Alkoholwerte bis hin zu 2,10 Promille gemessen. Die Polizei werde noch Kontakt mit den zuständigen Jugendämtern aufnehmen.
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