Mainbernheim

Zugeparkte Innenstadt: Mainbernheimer sind unzufrieden

Geparkte Autos verstopfen die Mainbernheimer Altstadt. Damit sich das ändert, suchen Bürger, Stadtplaner und Politiker nach Lösungen.
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Weil parkende Fahrzeuge auch in der Mainbernheimer Herrnstraße stören, wünschen sich Stadträte wie Bürger von den Planern der Altstadtsanierung ein neues Parkkonzept für die gesamte Stadt. Foto: Hartmut Hess
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Zu einem Bürgerworkshop hatte die Stadt eingeladen: 25 Bürgerinnen und Bürger waren erschienen, um gemeinsam mit Bürgermeister und beauftragten Stadtplanern ihre Ideen zu einem alternativen Stadtboden- und Parkkonzept zu diskutieren. Gerade ihre Sicht als Anlieger sei dazu  gefragt, sagte Peter Kraus: "Ich hoffe, dass wir noch im Herbst den Förderantrag bei der Regierung einreichen und bald in die Realisierungsphase eintreten können".

"Diese Veranstaltung erscheint mir sehr wichtig für sie Bürger", kommentierte Kraus. Es gelte, Interessen der Altstadt-Anlieger abzuwägen. Es müsse auch in Kauf genommen werden, nicht immer direkt vor der Haustüre parken zu können.  Deswegen sei außerhalb des "Städtle" neuer Parkraum zu schaffen. "Ich hoffe, dass wir mit neuen Ideen aus dem heutigen Abend herausgehen", wandte sich der Bürgermeister an die 25 erschienenen Bürger, bevor die beauftragten Stadtplanerinnen Yvonne Slanz und Sylvia Haines ihr Konzept vorstellten.

Barrierefreiheit schwierig umzusetzen

Nach einer Bestandsanalyse und einer Expertise von Verkehrs-Fachplanern formulierten Slanz und Haines konkrete Zielsetzungen. "Was uns besonders schmerzt, sind die Pflaster-Bereiche, die am wenigsten den heutigen Bedürfnissen entsprechen", erklärte Slanz. Eine komplette Barrierefreiheit werde in Mainbernheim nicht zu erreichen sein, doch solle sie so weit wie möglich forciert werden. Unter den vielen Autos mit 50 Parkplätzen entlang der Herrnstraße leide die Aufenthaltsqualität für die Bürger.

Die Planerinnen präsentierten drei Varianten mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Stärkung der zentralen Mitte, Aufwertung des Gesamtbildes der Herrnstraße, bestandorientierte Sanierung. Für alle drei Varianten wünschten sich die Planerinnen die durchgängige Einhaltung von Regelgrundrissen. In drei Arbeitsgruppen machten sich die anwesende Bürgergruppe Gedanken und formulierten Ideen wie Duplex-Parkplätze oder Parkscheunen.

Jeder Raum braucht einen Baum

Eine Arbeitsgruppe aus dem Kreis der Bürger definierte den Slogan "Jeder Raum braucht einen Baum". Sich sicher in der Altstadt bewegen zu können, beschäftigte andere und sie befürworteten die Devise "Dauerparker raus". Mehrfach  wurde kritisiert, dass seit jeher ein Parkleitsystem fehle, um auch Touristen mit ihren Fahrzeugen zu leiten.

Anliegerparkausweise sollten eingeführt werden, darüber waren sich alle Anwesenden einig. In der Gunst der Bürger lag die Variante mit der Aufwertung des Gesamtbildes der Herrnstraße eindeutig vorne. Besonders im Fokus der Workshop-Teilnehmer stand der Abschnitt Vierröhrenbrunnen und der Scheuerleinsplatz. Sylvia Haines ging mit der Bürgermeinung konform und wies darauf hin, dass auch die Regierung von Unterfranken diese Ansicht vertrete.

"Wir nehmen ihre Anregungen mit unsere Arbeit mit auf", versicherte Sylvia Haines. "Die heutigen Ergebnisse sind spannend für uns", erklärte die Stadtplanerin, die den Bürgern eine "pragmatische Sichtweise bescheinigte. "Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen, sind jetzt einen Schritt weiter und werden ihre Sicht als Anlieger in den Stadtrat tragen", sagte sie. 

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