Auf der Bahnstrecke Kitzingen-Würzburg ging gestern zwischen 11 und 15.20 Uhr kaum mehr etwas. Die Ursache: Ein Baufahrzeug der Deutschen Bahn entgleiste kurz nach dem Kitzinger Bahnhof mit den hinteren beiden Achsen. Der Zug kam erst auf der Eisenbahnbrücke über der B8 zum Stehen. Verletzt wurde dabei niemand - allerdings wurden einige Schwellen, mehrere Schienenbefestigungen und die Elektronik einer Weiche beschädigt. Mitarbeiter der Deutschen Bahn sperrten umgehend das Gleis.

Hemmschuh ist schuld


Die Bundespolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Diese ergaben bislang, dass ein so genannter Hemmschuh den Unfall verursacht hat. Ein Hemmschuh ist eine Art Keil, der zwischen Rad und Schiene geklemmt wird. Dadurch soll verhindert werden, dass der Wagen wegrollen kann. Nach Angaben der Bundespolizei, soll ein 41-jähriger Bahnarbeiter vergessen haben, den Hemmschuh an der hinteren Achse des Zuges zu entfernen. Als dieser anfuhr, zog er den Hemmschuh bis zu einer Weiche mit sich. Dort entgleisten die hinteren beiden Achsen. Allerdings fuhr der Zug noch etwa 100 Meter, weil der Zugführer den Unfall nicht sofort bemerkte. Deshalb wurden mehrere Schwellen, Schienenbefestigungen und die neben dem Gleis verlaufende Elektronik einer Weiche zerstört.

Durch die Gleissperrung fielen die Wendezüge, die zwischen Würzburg und Kitzingen pendeln, komplett aus. Auch andere Züge zwischen Würzburg und Kitzingen konnten nicht planmäßig fahren: Vor allem der Bahnhof in Dettelbach konnte überhaupt nicht mehr angefahren werden, da dort auf ein Gleis ohne Bahnsteig ausgewichen werden musste. Laut eines Sprechers der Deutschen Bahn wurden die betroffenen Reisenden in Großraumtaxen von Rottendorf nach Dettelbach gebracht.

Bahnverkehr rollt ab 15.20 Uhr wieder


Die Bahnarbeiter hoben den entgleisten Zug mittels hydraulischer Pumpen wieder zurück auf die Schienen. Gegen 15.10 Uhr rollte der Zug im Schritttempo wieder zurück in Richtung des Kitzinger Bahnhofs. Karl-Heinz Holleber, Notfall-Manager der Deutschen Bahn, sagte, dass er dabei nichts Bedenkliches feststellen konnte. Er gab die Strecke um 15.20 Uhr wieder frei

Die kaputte Weiche wurde gesichert. Repariert werde sie aber erst, wenn die Temperaturen dies zulassen, sagte Holleber. Bislang ist noch nicht bekannt, wie hoch der entstandene Sachschaden ist.