Hier ein Mops, da drüben ein Collie und noch ein Blick weiter zieht gerade ein Chihuahua die Aufmerksamkeit auf sich. Am Sonntag wimmelte es in Geiselwind geradezu vor Hunden. Bei der Internationalen Rassehundeausstellung waren fast 200 Tiere verschiedenster Rassen aus ganz Deutschland mit ihren Herrchen angereist, um von den Richtern beurteilt zu werden. Überall vertreten - als Organisator, Veranstalter, Richter und Teilnehmer: die Familie Keshani aus Schefflenz. Sie hat sich seit 14 Jahren der Zucht von Silbermöpsen verschrieben.
"Diese Farbe ist fast ausgestorben und kommt nur noch ganz selten vor", erzählt Sabine Keshani über ihre Hunderasse. "Wir versuchen, sie wieder aufleben zu lassen." Dafür war sie mit ihrer Familie sogar nach New Mexico gereist, um von dort einen Rüden für die Zucht mitzubringen. Er leiste auch einen Beitrag zur Gesundheit der Linie. Denn viele Möpse hätten gesundheitliche Probleme, vor allem mit der Atmung.
Insgesamt acht Möpse hat die Familie Keshani derzeit. Die sind ein Familienhobby. Während Alireza Keshani, 1. Vorsitzender der veranstaltenden Vereine ACI und CAR, sein Amt als einer der Richter ausübt, führt die zwölfjährige Daria einen Mops in einem anderen Ring vor. "Ich liebe Möpse", sagt sie mit glühender Begeisterung. Die Tiere seien sehr anhänglich und echte Familienmitglieder. "Und wenn du traurig bist, trösten sie dich."
Liebhaber jeder Hunderasse waren auf der Schau anzutreffen. Claudia Wörner zum Beispiel. Sie hat sich der Collie-Zucht verschrieben. Mit ihren vier Collies, die sie auf die Hunderassenschau mitgebracht hat, hat sie alle Hände voll zu tun. Seit 2008 züchtet sie die Tiere. "Ich habe schon immer einen Collie gehabt." Dann habe sie sich immer intensiver mit der Rasse beschäftigt. "Als Züchter versucht man, die guten Eigenschaften der Rasse weiterzugeben", erklärte Wörner. Zudem sollen die Ureigenschaften der Rasse erhalten werden. Der Collie ist ein Hütehund, besitzt ein liebliches Wesen und ist intelligent und familienbewusst, so Wörner. "Und treu, aber das ist jeder Hund." Pro Jahr besucht sie fünf bis sechs Hundeschauen. Ihre Motivation ist dabei die Verbundenheit zum Verein und der Wunsch, die Rasse und ihre guten Eigenschaften bekannt zu machen.

Ein "lebendiges Hundeklo"


"Wie ein Tag Urlaub" sind die Rasseschauen für Diana Mehner aus Hoggenheim in Baden-Württemberg. Sie war mit zwei Chihuahuas angereist - und ebenfalls der Faszination "ihrer Rasse" erlegen. "Es ist eine Rasse, wo kein Hund dem anderen gleicht. Neben einer gesunden Nachzucht ist mein Ziel auch, verschiedene Farben zu haben." Aus Spaß hat sie außerdem am Kostümwettbewerb mitgemacht und dabei doch tatsächlich den ersten Platz mit einem Preisgeld von 1000 Euro erzielt - als Hundeklo verkleidet, auf dem ihr vier Monate alter Chihuahua Hexe thronte. "Als Züchter ist man ja sowas wie ein lebendiges Hundeklo für die Welpen", erklärte sie ihre Idee.
Der Kostümwettbewerb fand erstmals in Geiselwind statt. In Schefflenz, wo der Verein eine andere Hundeschau ausrichtet, fand er schon zweimal statt. "Es geht nicht so sehr darum, dass Hunde angemalt werden, sondern das Zusammenspiel von Mensch und Hund soll im Kostüm deutlich werden", erklärte die 2. Vorsitzende des ACI, Larissa Vogt. Bereits im Vorfeld sei eine enge Bindung nötig, damit der Hund sich das Kostüm anziehen lasse. So gab es Hund und Frauchen als Hexen zu sehen, einen Ritter mit einem Hund als Drachen und Queen Victoria, von der bekannt war, dass sie Möpse mochte. So wie Daria Keshani, die als Queen mit Rüschchen geschmückte Silbermöpse im Kinderwagen mit sich führte.