Krautheim

Zuckerrübenernte: So süß wie noch nie in der Geschichte

Zur diesjährigen Ortsversammlung der Arbeitsgemeinschaft für das Versuchswesen im Fränkischen Zuckerrübenanbau (Arge Franken) und der Südzucker trafen sich die Landwirte aus dem nördlichen Landkreis Kitzingen und dem ehemaligen Landkreis Gerolzhofen am Mittwoch in der Brauerei Düll in Krautheim.
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Simon Vogel (Südzucker), Erich Göbel (Arge Franken) und Norbert Sahlmüller (Obmann Schallfeld) eröffneten gemeinsam mit den Obmännern der Nachbargemeinden Josef Barthelme (Obervolkach) und Richard Sendner (Frankenwinheim) die diesjährige Ortsversammlung der Arge Franken und der Südzucker. Foto: Peter Pfannes

Zur diesjährigen Ortsversammlung der Arbeitsgemeinschaft für das Versuchswesen im Fränkischen Zuckerrübenanbau (Arge Franken) und der Südzucker trafen sich die Landwirte aus dem nördlichen Landkreis Kitzingen und dem ehemaligen Landkreis Gerolzhofen am Mittwoch in der Brauerei Düll in Krautheim. In der gut besuchten Veranstaltung wurden die Versuchsergebnisse und Kampagne-Zahlen des abgelaufenen Rübenjahres sowie anbautechnische Fragen zum diesjährigen Zuckerrübenanbau vorgestellt. Dabei ging es vor allem um Anbauplanung, Sortenwahl, Pflanzenschutz, Krankheiten und Düngung.

Norbert Sahlmüller, Obmann aus Schallfeld, hatte das Treffen organisiert. Simon Vogel von der Südzucker AG und Erich Göbel von der Arge Franken dankten Sahlmüller und begrüßten die Landwirte aus den Anbaugemeinden Brünnau, Dimbach, Dingolshausen, Düllstadt, Frankenwinheim, Gerolzhofen, Herlheim, Kolitzheim, Mönchstockheim, Obervolkach, Siegendorf, Schallfeld und Zeilitzheim.

Südzucker-Experte Simon Vogel ging unter anderem auf die regionalen Ertragsergebnisse ein. Auf Frankenwinheimer Gebiet waren die Erträge im vergangenen Jahr am höchsten. Dort wurden 61,3 Tonnen je Hektar geerntet. Es folgten Obervolkach und Zeilitzheim mit jeweils 57,5 Tonnen je Hektar. Weitere Ergebnisse: Schallfeld 56,3, Gerolzhofen 55,8 und Mönchstockheim 55,0. Die niedrigsten Erträge waren in Siegendorf (42,2), Düllstadt (43,0) und Dimbach (44,7). Allen Ergebnissen gemein war der außergewöhnlich hohe Zuckergehalt von über 20 Prozent, "so süß wie noch nie in der Geschichte". Der fränkische Durchschnittsertrag lag laut Erich Göbel bei 60,1 Tonnen je Hektar, "was angesichts der extrem trockenen und heißen Vegetationszeit insgesamt befriedigte".

Auch Simon Vogel ging auf den ungünstigen Witterungsverlauf im Anbaujahr 2018 ein. Die meisten Gebiete der Südzucker-Gruppe seien von der lang anhaltenden Trockenheit betroffen gewesen. Insgesamt wird in der Südzucker-Gruppe ein unterdurchschnittlicher Ertrag von rund 12,3 Tonnen je Hektar (Vorjahr: 14,4) auf einer Anbaufläche von 434 000 Hektar erwartet.

m Blick nach vorne erklärte Vogel, dass sich wesentliche Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren verändert hätten. Der Rückgang des Zuckerverbrauchs in der Europäischen Union und weiteren Industrieländern führe zu einem weltweit abgeschwächten Verbrauchsanstieg. Für die Rübenanbauer und Südzucker habe der zunehmende Wegfall wichtiger Wirkstoffe im Pflanzenschutz sowie immer stärkere Umweltauflagen höhere Produktionskosten im Rübenanbau und in den Zuckerfabriken zur Folge.

Hinzu kämen Verzerrungen auf dem Weltmarkt aber auch innerhalb Europas, die den Rübenanbauern das Leben erschweren. Die Zuckerproduktion werde in vielen Ländern - im Gegensatz zu Deutschland - massiv gefördert, so Vogel. Vor diesem Hintergrund werde die Prüfung und Neubewertung der bisherigen Strategie im Segment intensiviert. Südzucker sehe sich gezwungen, zur Marktentlastung Werke zu schließen. In Deutschland seien hiervon Brottewitz in Brandenburg sowie Warburg in Nordrhein-Westfalen betroffen.



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