Schon in den Jahren 2006 und 2007 waren in Mainsondheim die Gehwege der Albertshöfer Straße saniert worden, und die Anlieger waren von der Stadt zur Kasse gebeten worden. Gezahlt hatten alle, doch wie sich jetzt herausstellte, zu Unrecht. Denn beim jetzigen Kanalbau war festgestellt worden, dass seinerzeit kein Ausbau nach den gültigen Regeln der Technik erfolgt war, sondern lediglich Unterhaltsarbeiten angefallen waren. Die seien nicht kostenpflichtig gewesen, und die Stadt hätte die Anliegerbeiträge nicht erheben dürfen.

Boshaftigkeit mochte kein einziges Ratsmitglied in der Sitzung am Montagabend der Stadt vorwerfen. Vielmehr ging es in der Diskussion um die Beiträge, die mit den aktuellen Arbeiten, nämlich der Neugestaltung der Durchfahrtsstraße, zusammenhängen. Bürgermeisterin Christine Konrad hatte sich bei der Rechtsaufsicht des Landratsamtes erkundigt und dort erfahren, dass es doch eine Möglichkeit gebe, um die Anwohner zu entlasten. Zwar seien mittlerweile alle Bescheide rechtskräftig geworden, „ein Anspruch auf Rückzahlung ist demnach nicht gegeben“, bedauerte die Bürgermeisterin.

Das Problem lasse sich dennoch lösen, so Konrad: „In den Bescheiden, die sich mit der aktuellen Baumaßnahme befassen, werden die seinerzeit zu Unrecht gezahlten Beiträge angerechnet.“ Dem stimmten die Räte einstimmig zu.

Das angesprochene Bauvorhaben ist eine Verbesserung in der Breite der Albertshöfer Straße. Die Breite reicht von 4,75 Meter direkt vor dem Kindergarten, der Gehweg auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist nur 90 Zentimeter breit, erklärte Markus Schiffler vom Ingenieurbüro Glückert. „Die breiteste Stelle beträgt sechs Meter, an der Einmündung der Hörblacher Straße“, sagte er. Geplant ist, eine durchgängige Breite von 4,75 Metern zu erreichen, mit tiefer liegenden Übergängen zu den Gehwegen und eingestreuten Parkbuchten, „damit die Autofahrer bei Gegenverkehr besser auf ihrer Seite einfädeln können“. Gegenüber des Kindergartens wird es einen Mehrzweckstreifen geben. Das alles, so Konrad, habe in der Bürgerversammlung in Mainsondheim „eine hundertprozentige Zustimmung der Bürger gebracht“.

Auch die Hörblacher Straße, eine der Zufahrtsstraßen nach Mainsondheim, wird baulich verbessert und einen neuen Belag bekommen. Probleme bereitete die Zufahrt zur Straße „Zur Mainfähre“, dort würden die Autofahrer viel zu schwungvoll einfahren. Diese Stelle wird nun entschärft, indem ein leichter Knick vor die Kurve gesetzt wird. „Auf diese Weise können auch Sattelschlepper problemlos dort einbiegen und der Autoverkehr wird ebenfalls herunter gebremst“, so Schiffler. Möglicherweise seien auch noch Förderungen seitens des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) möglich, merkte die Bürgermeisterin an. Die gebe es, sobald weitere Grünflächen und Bäume hinzu kommen.

„Das werden wir aber mit den Bürgern absprechen, denn sie sollen sich, soweit möglich, um die Pflege der Flächen kümmern. Da ist es immer besser, wenn ihnen die Stadt nicht irgendetwas vorgibt, sondern wenn es mit den Bürgern abgestimmt wird.“