Seit Anfang Oktober bietet der Bezirksverband Unterfranken der Arbeiterwohlfahrt unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen, sogenannten UMF, ein neues Zuhause in Marktbreit. Der SPD-Landtagsabgeordnete Volkmar Halbleib kam nun auf einen Besuch vorbei und hieß die Neuankömmlinge willkommen. Er informierte sich über deren Herkunft und die Betreuung durch das Personal vor Ort.

Der Abgeordnete freute sich laut Pressemitteilung der AWO besonders darüber, dass die Marktbreiter den jungen Menschen so hilfsbereit und offen begegnen. „Denn Sicherheit und Stabilität ist das Wichtigste, was die Jugendlichen jetzt brauchen“, betont Petra Kolarik-Fehr, eine der AWO-Betreuerinnen, die von allen Mama genannt wird. Kriege, Gräueltaten in den Heimatländern und die Flucht selbst, die sich schon mal über zwei Jahre hinziehen könne, haben bei den meisten Jugendlichen Traumatisierungen ausgelöst.

Halbleib kritisierte Versäumnisse in der Asylpolitik und versprach, sich für die Belange der jungen Flüchtlinge weiter einzusetzen, so heißt es weiter in der Pressemitteilung. Der Abgeordnete lud die Jugendlichen in den Bayerischen Landtag ein.

Mit einer Geldspende für die neue Einrichtung unterstrich Halbleib sein Engagement auch noch persönlich. Insbesondere für den bevorstehenden Winter werden noch warme Schuhe und Bekleidung benötigt. Dankbar wäre man für Kleider- und Geldspenden (Konto 44670255, Sparkasse Mainfranken, BLZ 790 500 00, Stichwort „UMF Marktbreit“).

Für zunächst zehn männliche Flüchtlinge, aktuell aus Eritrea und Somalia, wurde eine Wohngruppe in den Räumen der AWO Akademie in Marktbreit eingerichtet. Drei Sozialarbeiter, ein Heilpädagoge, ein Heilerziehungspfleger und ein Deutschlehrer kümmern sich um die jungen Menschen. Das übergeordnete Ziel ist die gesellschaftliche Integration und kulturelle Einbindung der Jugendlichen, schreibt die AWO.

Da die Verständigung Grundlage für jede Integration ist, sollen die UMF im ersten halben Jahr in der Akademie erst einmal die deutsche Sprache lernen. Danach sollen sie andere öffentliche Bildungseinrichtungen besuchen.