1814 begann die Geschichte des heutigen Regierungsbezirks Unterfranken, als das Fürstentum Aschaffenburg und das Großherzogtum Würzburg zum Königreich Bayern geschlagen wurden. Eine gemeinsame Wanderausstellung des Bezirks, der Regierung und des Amts für Ländliche Entwicklung Unterfranken gastiert seit Beginn dieser Woche im Volkacher Museum Barockscheune. Der Titel der Präsentation, die Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel am Montag feierlich eröffnete, lautet „Unterfranken in Bayern 1814-2014“. Volkach ist die einzige Station der Ausstellung in diesem Jahr im Landkreis Kitzingen.

Dotzel nahm die 40 Gäste der Vernissage mit auf eine Reise durch die 200-jährige Geschichte Unterfrankens und stellte die Schwerpunkte der Ausstellung vor. Im Februar 1817 entstand der sogenannte „Untermainkreis“, analog zu den bereits vorhandenen bayerischen Regierungsbezirken. Die königliche Regierung war bestrebt, die Regierungsbezirke annähernd gleich an Umfang und Bevölkerungszahl zu organisieren. Im Untermainkreis lebten damals etwa 510 000 Menschen. 1838 wurden die Namen der bayerischen Regierungsbezirke verändert. Sie sollten an die regionale Vergangenheit erinnern, was sich bis heute in den Wappen der Bezirke widerspiegelt.

Aus dem „Untermainkreis“ wurde „Unterfranken und Aschaffenburg“. Der historisch notwendige Zusatz „Aschaffenburg“ fiel nach dem Zweiten Weltkrieg weg. Im heutigen Bezirkswappen weisen die Wappen der Würzburger und Mainzer Bischöfe auf die größten Territorialherren im Alten Reich hin: Hier steht der „Fränkische Rechen“ oben. Die von Silber und Rot gezierte Standarte symbolisiert das ehemalige Hochstift Würzburg, das silberne Rad steht für das Erzstift Mainz.

Mit der Neuorganisation der Region am Main in Form eines bayerischen Regierungsbezirks beginnt eine neue Geschichte. Die zuvor jahrhundertelang in verschiedenen Herrschaften lebende Bevölkerung wurde vereinigt und neuen Verwaltungsformen unterstellt.

Die thematischen Karten der Ausstellung beleuchten Unterfrankens Historie auf politischer, gesellschaftlicher, sozialer, religiöser, kultureller und ökonomischer Ebene. Vorgestellt wird auch die Vielfalt der Dialekte in Unterfranken.

Volkachs stellvertretende Bürgermeisterin Gerlinde Martin zeigte sich bei der Begrüßung der Gäste beeindruckt von den kurzweiligen Schautafeln. Der Vorsitzende des Volkacher Heimatvereins Herbert Meyer war begeistert: „Die Ausstellung zeigt die Entwicklung in unserer Region in leicht verständlicher Manier.“ Der Heimatverein betreut das Museum. Begleitend zur Ausstellung empfiehlt Meyer den Band „Unterfranken in Bayern 1814-2014“ als historischen Atlas zum 200-jährigen Jubiläum, erschienen im Spurbuchverlag.

Die Wanderausstellung „Unterfranken in Bayern 1814-2014“ im Museum Barockscheune kann bis zum 2. November zu den üblichen Öffnungszeiten besichtigt werden: jeweils Freitag von 14 bis 17 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertage von elf bis 17 Uhr.