WIESENTHEID

Zeit und Zuwendung schenken

Angefangen hat es 2005 in Wiesentheid mit dem Neujahrs-Vortrag von Thomas Röbke über bürgerschaftliches Engagement. „Das hat uns den Motivationsschub gegeben, es anzupacken“, erinnert sich Irene Hünnerkopf, die Vorsitzende des Vereins „Zeit füreinander“, beim Redaktionsbesuch.
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Das Zwischenmenschliche liegt ihnen am Herzen: Der Verein „Zeit füreinander“ in Wiesentheid feiert Zehnjähriges. Auf dem Bild die Vorstandschaft (von links): Sonja Paschold, Evelinde Woitag-Otte, Karin Steinhauser, Irene Hünnerkopf, Bürgermeister Werner Knaier, Ingrid Klinger, Helga Ruppert, Ursula Dürr. Es fehlt Helma Schug. Foto: Foto: Zeit füreinander e.V.

Angefangen hat es 2005 in Wiesentheid mit dem Neujahrs-Vortrag von Thomas Röbke über bürgerschaftliches Engagement. „Das hat uns den Motivationsschub gegeben, es anzupacken“, erinnert sich Irene Hünnerkopf, die Vorsitzende des Vereins „Zeit füreinander“, beim Redaktionsbesuch.

Zum Dreier-Team der ersten Stunde gehörten Helma Schug, bis heute ebenfalls Vorsitzende, sowie Otto Hünnerkopf, der CSU-Landtagsabgeordnete und Wiesentheider Gemeinderat. „Damals beim Neujahrsgespräch haben wir Listen ausgelegt, um Unterstützung geworben“, so Irene Hünnerkopf zu den Anfängen der Nachbarschaftshilfe.

Zehn Jahre später hat der Verein 60 Mitglieder. Die meisten sind Aktive, die sich Zeit für Gespräche mit Wiesentheider Bürgern nehmen, die alleine sind, sich über Zuwendung freuen. Hinzu kommen Mitglieder, die den Verein bei der Organisation unterstützen, sowie Spender. „Uns ist der Austausch mit anderen Organisationen, beispielsweise der Caritas, wichtig. Und gelegentlich müssen wir Menschen, die wir unterstützen, klar machen, dass wir kein Pflegedienst sind, nicht mit den Profis konkurrieren wollen und können.“

Eher ist es so, dass Pfleger oder Essenslieferanten immer in Eile sind, für Zuwendung kaum oder gar keine Zeit bleibt. „Und dann kommen wir ins Spiel, reden mit den Leuten, leisten ihnen Gesellschaft, gehen auch mal bei Kleinigkeiten zur Hand“, so Irene Hünnerkopf zur klar definierten Rolle der Unterstützer: Eine Stunde pro Woche ist das Richtmaß.

Einmal im Monat, jeweils am dritten Mittwoch, treffen sich die Helfer im Rathaus (19.30 Uhr) zum Erfahrungsaustausch. „Es kommt ja immer wieder zu belastenden Situationen, beispielsweise, wenn jemand stirbt, der lange von uns betreut wurde. Bis jetzt haben wir es zum Glück immer geschafft, dass wir uns gegenseitig so stärken konnten, dass Hilfe von außen nicht nötig war.“

Spaziergänge, Fahrdienste, Begleitung bei Arztbesuchen oder zu Behörden, Formulare ausfüllen, Einkaufen oder Haustierversorgung und Vorlesen gehören zu den Einsatzgebieten des Vereins. Besonders stolz ist „Zeit füreinander“ natürlich auf konkrete Hilfsbeispiele: So konnte einem Mann, der nach einem Schlaganfall auf den Rollstuhl angewiesen ist, durch Ausfahrten wieder eine Tür zum Leben geöffnet werden. Oder man spürt, wie viel einer einsamen, älteren Dame der Besuch mit Kaffeeplausch bedeutet. Oder die Helfer freuen sich über eine Migrantin, die dank gezielter Unterstützung eine bessere Deutschnote erreicht hat.

Der Verein „Zeit füreinander“ feiert am Samstag, 14. November, (ab 15 Uhr) sein „Zehnjähriges“ in der Steigerwaldhalle. Neben Kabarett von Volker Zink und Musik von Hemos Saxbar gibt es den Vortrag „Wohnen und leben in Wiesentheid 2030“ von Brigitte Herkert und S. Weng. Um 16.15 Uhr diskutieren Bürgermeister Werner Knaier, Gertrud Kreuzinger und Otto Hünnerkopf.

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