Wiesentheid

Zehn Jahre Schulbiotop Werdsee in Wiesentheid

Das grüne Klassenzimmer des Gymnasiums Steigerwald-Landschulheim (LSH) Wiesentheid, das „Schulbiotop Werdsee“,  feiert sein 10-jähriges Bestehen.
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Seit zehn Jahren gibt es am Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid ein Schulbiotop. Jetzt fand das Abfischen am Werdsee durch den Angelsportverein „Petri Heil“ Schweinfurt statt. Foto: Elmar Halbritter
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Das grüne Klassenzimmer des Gymnasiums Steigerwald-Landschulheim (LSH) Wiesentheid, das „Schulbiotop Werdsee“,  feiert sein 10-jähriges Bestehen.

Im Rahmen des Abfischens des Teiches durch den Angelsportverein „Petri Heil“ Schweinfurt  wurde das Jubiläum mit einer kleinen Feier durch Jochen Melber, Regierung von Unterfranken, Bürgermeister Werner Knaier und den Ortsvorsitzenden des Bund Naturschutz in Wiesentheid, Nobert Schneider, gewürdigt. Die Schulleitung, vertreten durch den Schulleiter Hilmar Kirch und seinem Stellvertreter  Achim Höfle, gaben den Startschuss für die unterschiedlichen Workshops rund um die Gewässerwelt des Werdsees, heißt es in einer Mitteilung der Schule.

Bürgermeister Werner Knaier hob die Bedeutung des ehemaligen Fischteiches mit angrenzendem Erlenbruchwald für den Artenschutz, die Bevölkerung und nicht zuletzt den Hochwasserschutz hervor. Besonders freute ihn die gewachsene Kooperation zwischen der Marktgemeinde und der Umweltschule am LSH.

Die Geschichte des Werdsees

Die historischen Hintergründe zeigte Norbert Schneider auf. So stand der Werdsee nach einer Sanierung  Anfang der 2000er Jahre kurz vor der Verfüllung und gelangte erst über ein Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes in den Besitz der Marktgemeinde Wiesentheid.  Die zweite Renaturierung des Sees erfolgte 2009 und sorgte für bayernweite Schlagzeilen,  als ein schwerer Kettenbagger im Teichschlamm versank. Im gleichen Jahr wurde ein Pflegekonzept von der Ortsgruppe des Bund Naturschutzes  und der Schule entwickelt und die Kooperation mit der Marktgemeinde Wiesentheid beschlossen, die die Fläche für die Umweltbildung und den Artenschutz zur Verfügung stellte.

Das Abfischen des Werdsees wird alle zwei bis drei  Jahre notwendig, um die laichbereiten „Mutterkarpfen“ in andere Stillgewässer umzusiedeln. Im Wiesentheider Teich dienten sie als Gewässergrundpfleger, um ein schnelles Zuwachsen des Sees zu verhindern. Von den etwa 70 ausgesetzten Spiegelkarpfen konnte nur die Hälfe gefangen werden. Hochwässer und die Hitzephasen der vergangenen Jahre verursachten die Verluste, heißt es in der Mitteilung weiter.

Einblick in das Leben im Teich

Damit die Bevölkerung und vor allem die Schüler an der Veranstaltung  aktiv teilnehmen können, organisierte der Koordinator der Umweltschule am LSH, Matthias Mann mit seinem Team verschiedene Workshops, die das Leben im Teich und die Wasserchemie erfahrbar machen sollten. Über Schau-Aquarien tauchten die Schüler im Workshop Gewässerlebewesen in die Welt der Fische, Krebse und Muscheln ein.

Acht verschiedene Fischarten, darunter ein großer Hecht  und handtellergroße Signalkrebse sorgten für Begeisterung. Im Workshop Chemische Wasseranalyse waren die jungen Forscher Düngesalzen und Umweltgiften auf der Spur. Über Farbreaktionen konnten sie die Teichproben mit Main- und Leitungswasser vergleichen. Wasserflöhe und Hüpferling beobachteten die jungen Schüler mithilfe des Mikroskops im Workshop Mikroorganismen, der von Oberstufenschülern geleitet wurde. Wer kennt schon das Pfaffenhütchen oder den Faulbaum? Zehn verschiedene holzige  Auwaldgewächse sollten die Schüler im Workshop Bäume und Sträucher im Erlenbruch suchen und bestimmen.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch Mitglieder des Elternbeirates der Schule,  die für Getränke und eine Brotzeit sorgten.

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