WIESENBRONN

Zahlen, Visionen und ein Reizthema

Volles Haus bei der Bürgerversammlung in Wiesenbronn. Reges Interesse am Dorfgeschehen: auch Neubürger und Gemeinderäte, aktive und ehemalige, waren gekommen.
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Hundekot - Symbolbild Foto: Foto: Hannes Helferich

Volles Haus bei der Bürgerversammlung in Wiesenbronn. Reges Interesse am Dorfgeschehen: auch Neubürger und Gemeinderäte, aktive und ehemalige, waren ins Sportheim gekommen.

Es ging um Daten und Zahlen aus der Gemeindestatistik und dem Haushaltsplan, die Bürgermeisterin Doris Paul vortrug. Wiesenbronn hat 1084 Einwohner plus 64 mit Nebenwohnung. Das bedeutet 13 mehr als im Vorjahr. Es gab 18 Geburten, sechs Eheschließungen und zehn Sterbefälle 2017.

Gewerbesteuer und Einkommensteuer machten die größten Posten bei den Einnahmen im Jahr 2018 aus; außerdem füllten Gebühren und Steuern, Vermietung und Verpachtung und Holzverkauf die Gemeindekasse. An Ausgaben waren zu tätigen: Kosten für die Verwaltung, die Feuerwehr, Schule und Heimatpflege, die Jugendarbeit, Kindergarten und Zuschüsse für Sportvereine wie auch Umbaumaßnahmen. Außerdem gilt es, Gemeindestraßen, Friedhof und Maschinenpark im Bauhof instandzuhalten, die Kläranlage zu warten, den gemeindeeigenen Weinberg neu anzulegen und die Wasserversorgung sicherzustellen.

Im Ausblick der Bürgermeisterin tauchen diese Fragen auf: „Braucht Wiesenbronn eine Umgehungsstraße oder ein neues Wohngebiet?“, „Halten Sie die Vorhaltung von barrierefreien Wohnungen für Jung und Alt im Ortskern für sinnvoll?“ und „Was ist mir wichtig, wenn ich in Wiesenbronn alt werden will?“. Drei Themenschwerpunkte gibt es: Verkehr und Mobilität, Wohnen im Alter und Gewerbe, Nahversorgung, Gastronomie und Tourismus.

Mitfahrbank, Bürgerbus, Treffpunkt für Senioren und Sicherung der Nahversorgung (Krämerladen) stehen auf der Wunschliste.

Dauerproblem Hundekot

Als Referenten hatte Bürgermeisterin Doris Paul Veterinär Dr. Hendrik Wenigerkind aus Wiesenbronn eingeladen. Er wolle „sachlich und nüchtern“ zu einem brisanten Thema informieren und zum Nachdenken anregen, begann Wenigerkind seine Ausführungen eingangs der Versammlung. Es handele sich um das Reizthema Hundekot. Circa fünf Millionen Hunde gebe es in Deutschland, in Wiesenbronn sind es 75 Hunde. Der Referent beleuchtete das Problem innerorts und außerhalb aus juristischer Sicht. Da gibt es das Kommunalabgabegesetz, die Straßenverkehrsordnung und das Strafgesetzbuch, die besagen: „Gehwege und öffentliche Plätze dürfen nicht mit Hundekot verunreinigt werden“.

Aus Sicht des Tierarztes besteht die Gefahr von Infektionen durch Übertragung von Parasiten. Totgeburten bei Kälbern können die Folge sein. Bedenklich seien hier die Hinterlassenschaften auf Grünfutterflächen außerorts. Aber auch Infektionskrankheiten, die von Katzen übertragen werden, seien gefährlich. Dr. Wenigerkind stellte sich die Frage, ob nicht Kaugummi auf Gehwegen genauso unangenehm oder gar gefährlich ist wie ein Hundehaufen. Sein Plädoyer zum Schluss: „Leben und Leben lassen“.

Zum Thema Hundetüte wurde angeregt, noch mehr Abfallbehälter aufzustellen. Ein Vorschlag war auch, Brachflächen für Hunde auszuweisen.

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