Marktbreit

Zäune im Baugebiet Ohrenberg zu hoch

Nein, so geht das nicht! Da waren sich die Räte im Markbreiter Bauausschuss weitgehend einig: Die deutlich zu hohen Einfriedungen bei einigen Grundstücken im neuen Baugebiet Ohrenberg müssen auf die vorgeschriebene Höhe zurückgebaut werden. Eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans wird es nicht geben.
Artikel drucken Artikel einbetten
Zu hoch, schon mal im Bauausschuss abgelehnt und trotzdem gebaut: Der Sichtschutzzaun muss nach fast einstimmigen Beschluss des Bauausschusses auf die Höhe von einem Meter zurückgebaut werden. Foto: Robert Haaß

Nein, so geht das nicht! Da waren sich die Räte im Markbreiter Bauausschuss weitgehend einig: Die deutlich zu hohen Einfriedungen bei einigen Grundstücken im neuen Baugebiet Ohrenberg müssen auf die vorgeschriebene Höhe zurückgebaut werden. Eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans wird es nicht geben.

Das Baugebiet Ohrenberg in Marktbreit ist eine richtige Erfolgsgeschichte. Die Grundstücke dort gingen so schnell weg, dass die Stadt mit der Ausweisung der nächsten Bauabschnitte kaum nachkam. Nun sind weitgehend alle Grundstücke verkauft und großteils auch bebaut. Um den Bauwerbern möglichst große Gestaltungsfreiheit zu gewähren, ist der Bebauungsplan auch sehr schlank, verzichtet auf viele Festlegungen. Strikt war die Stadt allerdings bei der Höhe der Grundstückseinfriedungen: Die Zäune und Mauern sollten eine Höhe von einem Meter nicht übersteigen.

Ein erster Antrag auf Errichtung eines Sichtschutzzaunes mit einer Höhe von zwei Metern und einer Länge von 15,50 Metern hatte der Bauausschuss bereits im September 2016 abgelehnt. Bei einer Kontrollfahrt des Bauamts wurde allerdings festgestellt: Der Zaun ist trotzdem gebaut worden. Zudem sind in einigen weiteren Fällen Einfriedungen von deutlich mehr als einem Meter Höhe aufgestellt worden. Dafür wurden bei der Stadt nachträglich Anträge auf Befreiung gestellt - alle ohne Begründung.

Am Montagabend machte sich der Bauausschuss ein Bild der Lage vor Ort. Und schon da wurde schnell klar: Die Mitglieder wollen bei ihrer harten Haltung bleiben - die Einfriedungen sollten zurückgebaut werden. Beispiele im Baugebiet zeigen zudem, dass mit Hecken der gleiche Sichtschutzeffekt erreicht werden kann und das auch noch umweltverträglicher.

"Auch wenn’s schwierig ist für den einzelnen, die Festsetzungen des Bebauungsplans sind in diesem Fall einzuhalten", sagte Baureferentin Martina Michel anschließend im Sitzungssaal. Eine Einschätzung der fast alle Räte folgten. Lediglich Volker Iglhaut wollte noch nach einem Kompromiss suchen, wie der allerdings aussehen soll, blieb offen. Am Ende wurden alle Anträge auf Befreiung bei einer Gegenstimme abgelehnt - die Zäune müssen auf die Höhe von einem Meter zurückgebaut werden.

Auch wenn es "nur" ein Spielhaus werden soll: Da es auf Stelzen steht und eine Höhe von drei Metern erreicht, musste der Ausschuss eine Befreiung vom Bebauungsplan aussprechen, was auch einstimmig geschah.

Es ist ein Grenzfall: Noch hat die Nachfolgerin den Aussiedlerhof der Eltern nicht übernommen, möchte aber dort im Außenbereich ein Wohnaus für sich errichten. Da die Hofübergabe abzusehen ist, stimmten die Räte dem Bau zu.

Entweder umplanen oder warten: Das ist die Devise, die ein Bauantrag im Baugebiet Mühlsteige bekommen hat. Denn der Wunsch, dort einen Carport mit abweichender Dachneigung zu bauen, widerspricht der Veränderungssperre im Baugebiet. Hält sich der Bauwerber an die vorgeschriebene Dachneigung, kann er bauen, wünscht er weiter die Abweichung, dann muss er warten, bis die Grundzüge der neuen Planung festliegen.

Da der Nachbar sich strikt an die Festsetzungen des Bebauungsplans halten musste, sollte dies auch für einen Bauwerber in der Otto-Selzer-Straße gelten, die gewünschten Befreiungen wurden abgelehnt. Im Nachgang der Sitzung stellte der Bauwerber fest, dass der Nachbar mit der gewünschten Planung einverstanden sei. Wenn dies schriftlich vorliege, so Bürgermeister Erich Hegwein, werde sich der Bauausschuss nochmals mit dem Antrag beschäftigen.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.