Kitzingen

World-Press: "Ein Spiegel der Welt" in der Rathaushalle

Die weltbesten Pressefotos der Welt sind noch bis zum 9. März in Kitzingen zu sehen.
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Schon bei der Eröffnung am Sonntag zogen die weltbesten Pressefotos die Betrachter in ihren Bann. Foto: Robert Haaß

Was für eine furiose Eröffnung der World Press Photo Ausstellung in Kitzingen am Sonntagnachmittag: Joshua Rupley, Stipendiat von Seiler Piano, gibt seine Eindrücke des Pressefotos des Jahres 2017, ein brennender, rennender Mensch mit Gasmaske auf dem Gesicht, wieder und wählt dazu Alexander Skriabins Etüde in cis-Moll. Expressive, explosive und sehr virtuose Musik, die das Publikum sofort in ihren Bann zieht und auf das Wesentliche weist: Die besten Pressefotos der Welt.

Zum 13. Mal werden die in Kitzingen in der Rathaushalle, kompakt, auf engem Raum gezeigt. Schon fast Routine und doch immer wieder etwas besonderes, wie von den Rednern der Eröffnung immer wieder betont wird. Und Kitzingen ragt heraus unter den über 100 Ausstellungsstätten - den Metropolen der Welt. Es ist nicht nur die kleinste Stadt, Kitzingen hat auch die relativ meisten Besucher. Was vor 12 Jahren mit gut 7 000 Interessenten begann, gipfelte vergangenes Jahr in über 25 000. In wenigen Tagen wird der 250 000 Besucher erwartet.

Kein Wunder dass Oberbürgermeister Siegfried Müller stolz darauf ist und auch darauf, dass neben der Stadt selber sich viele Sponsoren gefunden haben, die diese Ausstellung, noch dazu bei freiem Eintritt, möglich machen. "Es gib viele schöne, aber auch viele schreckliche Bilder zu sehen - ein Spiegel der Welt eben", sagte Müller.

"Es gibt viele schöne, aber auch viele schreckliche Bilder zu sehen."
Kitzingens OB Siegfried Müller

"Die Kontinuität hebt Kitzingen in ungewöhnlicher Weise hervor", so der neue Regierungspräsident von Unterfranken, Eugen Ehmann, der am Sonntag seinen Antrittsbesuch in Kitzingen absolvierte. Kitzingen identifiziere sich mit der Ausstellung besonders und öffne dafür Herz und auch Geldbeutel. "Die Bilder sind es wert, länger betrachtet zu werden und darüber nachzudenken", so der Präsident. "Reden Sie davon", forderte er die Besucher auf, mach Sie Werbung."

"Erst schauen, dann lesen" riet die Kuratorin der World Press Photo Foundation Amsterdam, Sophie Boshouwers den Betrachtern, Denn jedes der Fotos ist mit einer Beschreibung versehen, die manches Mal in eine ganz andere Richtung führt, als der erste Eindruck. Rund vier Millionen Menschen haben die Ausstellung bereits gesehen, weltweit. Auch in fernen Ländern, in denen die Aufnahmen gemacht wurden und sie führen dort oft zu erstaunlichen Reaktionen.

Mit der Ausstellung möchte World Press Foto inspirieren und zum Nachdenken über die Welt anregen. Die Fotografen kommen nicht nur aus den USA oder Europa, sondern sind weltweit vertreten, etwa in Afrika und China, wo versucht wird, diese zu unterstützen. "Word Press Foto ist eine globale Plattform, die professionelle Fotografen mit den Betrachtern verbinden will", so Boshouwers.

Reise nach Amsterdam zu gewinnen 

Volkmar Röhrig, der die Ausstellung nach Kitzingen brachte und immer noch mit großem Einsatz dafür verantwortlich ist, wies auf den Publikumswettbewerb hin, der bis zum 13. März läuft und unter dem Motto "Meine Umwelt - meine Welt" eine Reise nach Amsterdam auslobt. Näheres darüber ist in der Ausstellung zu erfahren.

Und es war der Pianist Joshua Rupley der während der Eröffnung zwischen den Reden mit Musik von Schumann über Debussy bis hin zu Tobias Schneid, der in Würzburg Komposition studierte, zu insgesamt sieben Fotos eine ganz besondere Stimmung zauberte.

Die Ausstellung World Press Photo 18 ist noch bis zum 9. März täglich von 10 bis 19 Uhr in der Kitzinger Rathaushalle bei freiem Eintritt zu sehen.



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