Kitzingen

Woodstock erstand für einen Abend in Kitzingen neu

Über 1200 Besucher schwelgen beim Kitzingen-kanns-Festival in ihren Jugendzeiten. Die Musik erinnert an das legendäre Rock-Open-Air in der Nähe von Woodstock.
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Über 1200 Besucher feierten am Samstag das Kitzingen-kanns-Festival auf dem ehemaligen Gartenschaugelände. Foto: Hartmut Hess
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Zum zweiten Mal fand das Kitzingen-kanns-Festival des Stadtmarketingvereins unter diesem neuen Namen auf dem Bleichwasen statt. Bei abends noch über 30 Grad war das Musik-Open-Air, das an das Woodstock-Festival vor 50 Jahren erinnert, nicht zu vergleichen mit der legendären Schlammschlacht aus dem Jahr 1969. Es standen auch nicht "The Who" oder Jimi Hendrix auf der Bühne, und es rockten auch nicht 32 Bands vor 400 000 Festivalbesuchern ab. Ein ganzes Stück kleiner, überschaubarer und weniger wild entpuppte sich die Open-Air-Veranstaltung in Kitzingen.

"Das Wetter meint es gut mit uns und die Stimmung ist prächtig", resümierte Stadtmarketingverein-Vorsitzender Frank Gimperlein. Den Anfang der drei Bands machten der Wahl-Unterfranke und gebürtige Österreicher Paul Purkert mit seiner Band "Rock Rock Soul". Sie hatten keinen einfachen Job, war es mit 17 Uhr doch etwas früh am Abend und das Festival-Gelände noch nicht so gut gefüllt wie später. Purkert und seine Band ließen Hits von Santana, Deep Purple oder den Beatles erklingen und versetzten die Gäste in ihre Jugend zurück.

Zwischenauftritt von Tenor Alexander Herzog

Die Altersstruktur des Publikums bewegte sich hauptsächlich zwischen 50 und 70 Jahren. Walter Vierrether sah das Kitzingen-kanns-Festival als Fortsetzung der Wild-Times-Partys der Jahre 2012 bis 2015. Den mittleren Bühnen-Part bestritt "The fabulous Robert Cotton Band" mit handgemachtem Blues. In der Umbau-Pause auf der Bühne präsentierte Vierether Alexander Herzog, bekannt als einer der zwölf Tenöre. Vierrethers Freund und Hotelbesitzer Peter Lehnardt aus Hohenfeld hatte den Kontakt zu Herzog geknüpft. "Als Nürnberger muss ich sagen, Kitzingen ist malerisches Franken", sagte der Tenor und gab sich begeistert von der Schokoladenseite der Stadt diesseits und jenseits des Mains.

Herzog hatte die Fans sofort für sich gewonnen als er "Imagine", den Welthit von John Lennon zum Besten gab. Auch beim einfachen Refrain von Leonard Cohens "Halleluja" ging das Publikum mit. Der Tenor mit dem großen roten Schal sang in der lauen Sommernacht noch "O sole mio" als Zugabe und konnte sich gut vorstellen, zu anderer Gelegenheit ein Tenöre-Konzert in der Großen Kreisstadt zu geben.

Entspannte Stimmung bei heißer Musik

Bürgermeister Klaus Heisel genoss das Festival mit seiner Gattin im Campingstuhl, ein paar Meter weiter stieß Oberbürgermeister-Gattin Lisa Müller mit einer Freundin an. Auch Stadtrat und Musiker Wolfgang Popp ließ sich das Kitzingen-kanns-Festival nicht entgehen. Mit fortschreitender Uhrzeit tanzten immer mehr Partygänger vor der Bühne und besonders die Damen bewegten sich im Rhythmus der Songs, die Linda Schmelzer und ihre Omni-Blues Band zum Besten gaben. Für die Eisingerin war Woodstock der Ursprung der Rockmusik und sie geht in ihrem Hobby auf, wenn sie wie in Kitzingen singt und die Zuhörer in ihren Bann zieht. Mit Hits von Janis Joplin oder CCR verzauberte Linda Schmelzer das Publikum und transferierte den "Spirit of Woodstock" nach Kitzingen.

Die Remember-Party ging ohne besondere Vorkommnisse über die Bühne. Auch viele Zaungäste genossen auf der der Alten Mainbrücke stehend das Festival-Feeling und auch zu den Besuchern des Stadtschoppens schwappten die Rock- und Blues-Klänge hinüber.  

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