Mainstockheim

Wohnungen oder Bürgerzentrum im Stern?

Gasthaus Stern und Schule - zwei Themen beherrschten die Sondersitzung des Mainstockheimer Gemeinderats am Donnerstagabend.
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Dank hoher Zuschüsse von Freistaat soll das Schulgebäude in Mainstockheim erweitert und zum Teil saniert werden. Foto: Robert Haaß
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Gasthaus Stern und Schule - zwei Themen beherrschten die Sondersitzung des Mainstockheimer Gemeinderats am Donnerstagabend. Zu beiden Projekte gab es am Ende Beschlüsse - mehr oder weniger konkret.

Mit drei Paketen zur Schulsanierung war die Gemeinde im vergangenen Jahr in ein überraschend von Freistaat aufgelegtes Förderprogramm gegangen – und war tatsächlich beim Thema Erweiterung der Schulmensa und Sanierung Wärmedämmung und Brandschutz erfolgreich. Von den gut 720 000 Euro veranschlagten Kosten wird der Freistaat rund 90 Prozent fördern. Erfolglos war der Antrag, die seit Anfang der 1970er Jahre so bestehende Beleuchtung und die Akustik in den Klassenräumen zu erneuern.

Einig waren sich die Räte, wenn nun an der Schule gearbeitet wird, auch die Klasszimmer auf einen aktuellen Stand zu bringen. Die dafür veranschlagten rund 240 000 Euro werden dann allerdings nur mit rund 50 Prozent bezuschusst. Dazu kommen Überlegungen des Architekten, den Zugang zu den beiden Stockwerken der Mensa mit einem eigenen Treppenhaus zu verbinden, was sowohl für die Nutzung der Räume dort, als auch für den Brandschutz Verbesserungen bringt. Insgesamt 1,1 Millionen Euro wird also die Schulsanierung kosten. Die Räte waren einvernehmlich er Meinung, dadurch eine Investition in die Zukunft der Kinder zu leisten, auch wenn ein Teil des Rates sich durch die Fördermittel "fremdbestimmt" fühlt und das eine oder andere Projekt in die Zukunft verschoben werden muss.

Noch nicht ganz so weit in der Projektierung ist die Sanierung des ehemaligen Gasthauses Stern in der Ortsmitte. Die Zeit drängt, denn das Dach des Denkmals ist marode und müsste innerhalb der nächsten beiden Jahre saniert werden, um weitere Schäden zu vermeiden. Allerdings müssen sich die Räte klar werden, welche künftige Nutzung der Stern bekommen soll. Denn eine Sanierung von unten nach oben ist sinnvoller, als wenn zuerst das Dach gemacht wird, wie Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs erläuterte.

Weitgehend einig sind sich die Räte, dass im Erdgeschoss des rund 400 Quadratmeter Grundfläche umfassenden Gebäudes eine Tagespflegeeinrichtung mit 15 Plätzen entstehen soll. Offen ist dagegen die Nutzung des Obergeschosses. Hier steht der Einbau von Wohnungen die Idee eines Arbeitskreises Stern gegenüber. Nadja Seystahl und Matthias Hofmann trugen im Vorfeld der Sitzung die Vorstellungen des Arbeitskreises vor, die dort gerne ein Bürgerzentrum einrichten möchten. Konkret könnte dort ein größerer Veranstaltungsraum mit rund 100 Quadratmetern mit einer Küche entstehen. Die weiteren Flächen könnten für die Gemeindebücherei ein Café und weitere Räume genutzt werden.

Insgesamt könnte dort ein Dorfzentrum entstehen, in dem die derzeit im Zanghaus, der alten Schule, untergebrachten Vereine unterkommen. Um das alles am Ende zu steuern, wäre allerdings die Einstellung eines Koordinators nötig.

Gemeinderätin Julia Ebenhöh forderte, den Blick um das Gebäude Stern hinaus zu erweitern. Wohnungen könnten im Zanghaus besser untergebracht werden. Mit Einbeziehung des Umfeldes könnte das Bürgerhaus Stern künftig ein toller Dorfmittelpunkt werden.

Klar wurde in der Diskussion: Für beide Lösungen gibt es im Gemeinderat Befürworter. Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs wurde beauftragt, beide Vorschläge, also Bürgerhaus und Wohnungen bei der Regierung von Unterfranken vorzustellen und sich über Realisierbarkeit und Zuschussmöglichkeiten beraten zu lassen.

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