Die Willanzheimer Gemeinderäte und Bürgermeisterin Ingrid Reifenscheid-Eckert haben seit der vergangenen Woche ein Problem. Denn die Deutsche Telekom will in Hüttenheim einen Funkmast errichten. Das Problem: Der Funkmast soll 30 Meter hoch werden, würde ein angrenzendes Bauerwartungsland und das bisherige Baugebiet Sommerried in Sichtweite tangieren und obendrein soll der Gemeinderat sein Einvernehmen binnen nur acht Wochen erteilen.

Wie Bürgermeisterin Ingrid Reifenscheid-Eckert in der Ratssitzung am Montagabend mitteilte, war der Bauantrag erst am Dienstag davor eingetroffen. Jetzt legte in der Ratssitzung Karin Erhardt von der Telekom dem Gemeinderat dar, dass Bedenken wegen der Funkstrahlung fehl am Platz seien. Denn die Funkmast GmbH, die als Bauherr auftrete, könne die gesetzlichen Grenzwerte einhalten. Gleichzeitig musste Karin Ehrhardt aber einräumen, dass die notwendige Unbedenklichkeitsbescheinigung noch nicht vorliege. Sie musste sich mehrmals den Vorwurf gefallen lassen, dass die Telekom die ganze Sache viel zu kurzfristig durchboxen möchte, weshalb sich die Ratsmitglieder überfahren fühlen.

„Nur acht Wochen Zeit dafür – und das auch noch in der Sommerpause, das geht eigentlich nicht“, wehrte sich Ingrid Reifenscheid-Eckert gegen den Zeitdruck. Im Interesse der Gemeinde und auch der Bürger, möchte sie den Funkmast an diesem Standort nicht haben. Doch sie weiß aber auch: Das Baurecht ist auf der Seite der Telekom und der Gemeinderat wird es schwer haben, den 30 Meter hohen Mast zu verhindern. Bislang war die Funkantenne auf dem Brechergebäude des Unternehmens Knauf postiert. Da Knauf dieses Gebäude abbrechen will, braucht die Telekom einen neuen Standort.

Wie Ingrid Reifenscheid-Eckert auf Nachfrage mitteilte, befindet sich der jetzt beantragte Standort auf dem Grundstück der Fernwasserversorgung Franken (FWF). Reifenscheid-Eckerts Information zufolge ist aber noch kein Pachtvertrag zwischen der Telekom und der FWF unterschrieben. Der Gemeinderat segnete am Montagabend einen umfangreichen Fragenkatalog ab, den die Gemeinde ans Landratsamt schickt, um alle wichtigen Fragen abzuklären.

Für den 18. August hat die Bürgermeisterin eine Informationsveranstaltung im Hüttenheimer Sportheim anberaumt, um die Bürger detailliert zu informieren. Dabei soll ein Telekom-Vertreter Rede und Antwort stehen und die Bürgermeisterin möglichst weitere Fakten vorlegen, die die Entscheidung beeinflussen.

Eines wertete Ingrid Reifenscheid-Eckert positiv: Am Tag nach der Sitzung wandte sich Karin Ehrhardt nochmals an die Bürgermeisterin und signalisierte seitens der Telekom Gesprächsbereitschaft.