Kitzingen

Wochen-Kolumne: 20 Jahre Ordnung am Dettelbacher Baggersee

Ein Feiertags-Bingo und hoch schlagende Wogen auf dem Dettelbacher Baggersee – auch Mitte August gibt es genug Stoff für unseren Wochenrückblick.
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Die Stadt hat Schilder an den Zugängen zum Baggersee Dettelbach aufgestellt, die klar darauf hinweisen, dass beim Baden am See Badehose, Bikini oder Badeanzug Pflicht sind. Foto: Walter Sauter
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Entspannen, dann nichts tun, schließlich noch regenerieren – auch ein Feiertag kann anstrengend sein. Das ist allerdings nur ein schwacher Trost für alle, die am Donnerstag zur Arbeit mussten. Da war er wieder, der ungerechteste aller Feiertage. Während der Partner weiter schläft, muss man los. Im besten Fall ist es umgekehrt. Kitzingen arbeitet , der Rest der Welt macht frei – so fühlt es sich an Mariä Himmelfahrt an. Für die Städte und Gemeinden im Landkreis gilt: Zwischen Arbeit und Feiertag steht es 18:13. Ein Feiertags-Bingo: Wer mehr katholische Einwohner hat, darf ausschlafen. In Unterfranken waren das 87 Prozent. Da soll man als Kitzinger nicht verrückt werden. Zumal die evangelische Mehrheit nur hauchdünn ist. Durchdacht ist anders. Das kannst du keinem erklären.

Folgt der BadekleidungsVO jetzt die BaluzuVO?

Nicht leicht zu erklären ist weiterhin auch das Thema FKK und Baggersee Dettelbach . Wie groß das "Nacktbader-Problem" wirklich ist – da gehen die Meinungen auseinander. Alles viel zu freizügig – sagte die Stadt und reagierte im Frühjahr, wie man hierzulande reagiert: mit einer Verordnung. Um genau zu sein: mit der "Verordnung über das Tragen von Badekleidung beim öffentlichen Baden im Stadtgebiet", kurz: BadekleidungsVO. Das klingt kompliziert und wie Umsatzsteuerschlüsselzahlenfestsetzungsverordnung, passt aber auf ein DIN-A4-Blatt. Inhaltlich geht es darum, dass beim "öffentlichen Wasser-, Luft- und Sonnenbaden" Badebekleidung getragen werden muss. Wobei bereits der Hinweis kam, dass streng genommen eine weitere Verordnung nötig sei. Um zu definieren, was genau Badebekleidung ist und wann ein Fall von Luftbaden vorliegt. Es müsste also eine Badebekleidung-Luftbaden-Zusatzverordnung her, kurz BaluzuVO.

Der letzte Satz lässt hoffen

Während der Dettelbacher Stadtrat durch das Treiben am Baggersee das Abendland in Gefahr sah, zeichnete sich diese Woche an der Leserbriefe-Front ein anderes Bild ab. Allgemeines Kopfschütteln samt der Hinweise, dass es vor Ort kaum Probleme gab. Die FKK-Freunde, die gerne einen Teil des Sees gehabt hätten, werden gerade von der Polizei in die Flucht geschlagen – als gäbe es keine anderen Probleme. Es gibt allerdings Hoffnung: Wer die  BadekleidungsVO im Internet nachliest, findet am Ende diesen versöhnlichen Satz: "Diese Verordnung gilt 20 Jahre." Es könnte also alles wieder gut werden – im Jahr 2039.

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