MAINSTOCKHEIM

Wo sich Himmel und Erde berühren

Mit dem Abschluss der Innen- und Außenrenovierung der Mainstockheimer Dorfkirche nach 40 Jahren geht eine lange, intensive Zeit der Planens, Sorgens und Arbeitens der verschiedenen Kirchenvorstände ihrem Ende zu. Am zweiten Adventssonntag wird nach zweijähriger Bauzeit die Wiedereinweihung im Gottesdienst festlich vollzogen. Regionalbischöfin Gisela Bornowski wird die Festpredigt halten.
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Die Engel im Blick: Reich geschmücktist das Orgelprospekt mit dem Zimbelstern in der Mitte. Foto: Foto: ELLI STÜHLER
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Mit dem Abschluss der Innen- und Außenrenovierung der Mainstockheimer Dorfkirche nach 40 Jahren geht eine lange, intensive Zeit der Planens, Sorgens und Arbeitens der verschiedenen Kirchenvorstände ihrem Ende zu. Am zweiten Adventssonntag wird nach zweijähriger Bauzeit die Wiedereinweihung im Gottesdienst festlich vollzogen. Regionalbischöfin Gisela Bornowski wird die Festpredigt halten.

Der Weg von der Planung 2011 bis zur Fertigstellung Ende November 2015 barg einige Herausforderungen. Viele, nicht für Jedermann sichtbare Anstrengungen, die mit Energie, Zeit, Geld und auch manchmal Nerven verbunden waren, liegen dahinter – auch Meinungsverschiedenheiten blieben dabei nicht aus.

„Unsere Kirche strahlt wieder – im wahrsten Sinne des Wortes.“
Richard Goller Vertrauensmann

„Gott sei Dank – alles ging gut. Der Herrgott war mit seinem Segen dabei“, freut sich Pfarrer Claus Deininger. Der Architekt Martin Zeltner aus Mainbernheim habe „mit seinem wohlwollenden Verständnis für alle Anliegen“ zielstrebig das Projekt geleitet – die Arbeiten blieben im Kostenrahmen.

Des Pfarrers Dank geht ebenfalls an die zuständigen Stellen der Landeskirche. „Ohne deren überaus großzügige finanzielle Förderung wären die Renovierungsarbeiten in diesem Umfang nicht möglich gewesen.“

Die Kosten der Innen- und Außenrenovierung belaufen sich auf 467 000 Euro. 340 000 Euro kamen von der Landeskirche, die Drittmittel betragen 49 000 Euro und die Mainstockheimer müssen 78 000 Euro durch Eigenmittel und Spenden finanzieren. Das Engagement des Kirchenvorstandes und die Bereitschaft der ehrenamtlichen Helfer trugen dazu bei, das Werk zu meistern, Kosten zu senken und alles zu einem guten Ende zu bringen. „Dank einer strengen, eigenen Kostendisziplin und der Arbeit unseres Architekten liegen wir innerhalb der Kostenplanung – darauf können wir stolz sein“, lässt Kirchenpfleger Werner Zürlein wissen.

„Unsere Kirche strahlt wieder – im wahrsten Sinne des Wortes“, freut sich Vertrauensmann Richard Goller. „Etwa acht Monate lang feierten wir unsere Gottesdienste im Zanghaus, mit einem etwas anderen Ablauf: das Abendmahl wurde im Sitzen gereicht, dennoch waren es sehr schöne Gottesdienste, die schon beinahe etwas von einer Wohnzimmer-Atmosphäre hatten.“

Nach den Untersuchungen zur Ermittlung des Sanierungsbedarfs am Langhaus innen und außen und nach dem Genehmigungsschreiben der Landeskirche wurde mit den Ausschreibungen für die verschiedenen Gewerke Gerüst, Zimmermann, Dachdecker, Spengler, Natursteinarbeiten, Außenputz und Malerarbeiten mit der Außenrenovierung im März 2014 begonnen. Bei der Renovierung des Langschiffes innen und außen, einschließlich der Sanierung der Kirchenfenster standen umfangreiche Malerarbeiten an.

In hellen, freundlichen Grautönen erstrahlt nun das Langschiff mit seiner sehenswerten Stuckdecke im Rokkokostil, erweitert und neu gebaut 1717 in der heutigen Größe und Gestaltung nach den Plänen des markgräflichen Hofbaumeisters Carl Friedrich von Zocha aus Ansbach.

Bei der Renovierung wurde auch die 285 Jahre alte Denkmalorgel gereinigt und restauriert. Erbaut wurde sie 1730 vom Schweinfurter Orgelbauer Johann Rudolf Voit. Da sie neben ihrem spätbarocken Prospekt noch einige originale Voitpfeifen enthält, zählt sie zu den – nur vom Gehäuse her erhaltenen – historischen Orgeln in Unterfranken. Reich geschmückt ist das Orgelprospekt mit dem Zimbelstern in der Mitte und den Engeln. Der Zimbelstern wurde 1752 mit vier Glocken eingebaut und ist einer der ganz wenigen, noch funktionsfähigen derartigen Spielwerke in der Region.

Feier zur Wiedereinweihung der Mainstockheimer Kirche

Mit einem Festprogramm wird die Wiedereinweihung der evangelischen Kirche St. Jakob in Mainstockheim nach zwei Jahren Renovierung begangen. Sonntag, 6. Dezember: 9.30 Uhr Regionalbischöfin Gisela Bornowski trägt sich im Rathaus in das Goldene Buch der Gemeinde ein, anschließend Festzug in die Kirche. 10 Uhr Festgottesdienst zur Wiedereröffnung der Kirche, anschließend Empfang in und um die Kirche. Festwochen zur Wiedereröffnung: Samstag, 12. Dezember, 18 Uhr Weihnachtskonzert „Jauchzet, frohlocket“: Mainstockheimer Gruppen musizieren, anschließend Beisammensein. Sonntag, 13. Dezember, 9.30 Uhr, musikalischer Adventsgottesdienst mit dem Chor der Sangesfreunde. Samstag, 19. Dezember, 19 Uhr, „Fränkische Weihnacht“: Sprecher Christian Schmidt (ehemaliger Regionalbischof). Dazu spielt die Nürnberger Instrumentalgruppe kreuzAquer, Einritt frei. Samstag, 13. Februar 2016, 19.30 Uhr: „Kummdmernaham“, Kabarett mit Wolfgang Buck (Karten: 15 Euro im Vorverkauf, 17 Euro an der Abendkasse).

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