HERRNSHEIM

Wo das Streuobst eine Heimat hat

„Wir feiern hier etwas, wofür wir eigentlich gar nichts können. Es ist uns geschenkt worden. Von Gott.“ Pfarrer Matthias Subatzus, evangelischer Pfarrer für Hüttenheim und Herrnsheim, wies im Gottesdienst, mit dem die Herrnsheimer ihr Streuobstfest einläuteten, auf die Schöpfung Gottes hin. Und dazu gehören nun mal auch die Bäume, nicht nur der Baum der Erkenntnis im Garten Eden, „sondern alle Bäume, vor allem die, auf denen Obst wächst“. Der Schöpfer sorge für seine Geschöpfe und werde sie nicht darben lassen.
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Ganz schön anstrengend: Dafür schmeckt der selbst gepresste Apfelsaft nach der Arbeit umso besser. Foto: Foto: Guido Chuleck

„Wir feiern hier etwas, wofür wir eigentlich gar nichts können. Es ist uns geschenkt worden. Von Gott.“ Pfarrer Matthias Subatzus, evangelischer Pfarrer für Hüttenheim und Herrnsheim, wies im Gottesdienst, mit dem die Herrnsheimer ihr Streuobstfest einläuteten, auf die Schöpfung Gottes hin. Und dazu gehören nun mal auch die Bäume, nicht nur der Baum der Erkenntnis im Garten Eden, „sondern alle Bäume, vor allem die, auf denen Obst wächst“. Der Schöpfer sorge für seine Geschöpfe und werde sie nicht darben lassen.

Passend zu den Worten des Pfarrers hatte auch der Himmel ein Einsehen, und bei herrlichstem Spätsommerwetter stand dem Streuobstfest, bei dem auch gleichzeitig das zehnjährige Bestehen des Streuobstlehrpfades gefeiert wurde, überhaupt nichts im Weg. Die fränkische Apfelkönigin Therese Niedermann aus Erlangen zeigte sich sehr erfreut, wie intensiv die Herrnsheimer ihr Streuobst hegen und pflegen.

„In einer Zeit, in der Äpfel viel als Erwerbsobst verkauft werden, taucht das Streuobst regelrecht unter“, sagte die Apfelkönigin, die aus einem Obstbaubetrieb stammt. Gerade die Streuobstäpfel seien von einer seltenen Sorte, „die wird nicht mehr gezüchtet, und deshalb ist sie auch für Allergiker gut geeignet“. Als sie noch zur Schule gegangen war, erinnerte sich die Landrätin Tamara Bischof, „gab es neben dem obligatorischen Schulbrot entweder einen Apfel oder eine Birne“. Bürgermeisterin Ingrid Reifenscheid-Eckert zeigte sich erfreut über zehn Jahre Streuobstlehrpfad. „Seinerzeit ist eine sehr gute Entscheidung getroffen worden, und mit Hilfe der vielen Herrnsheimer und dem Förderkreis Herrnsheimer Markt habt ihr wieder einen tollen Bauernmarkt auf die Beine gestellt“.

Der bot so gut wie alles, was irgendwie mit Streuobst im Allgemeinen und Landwirtschaft im Speziellen zu tun hat. Hausgemachte Brotaufstriche, Honig, Brot, Fisch, gebrannte Bionüsse, Walnusspralinen und -liköre, Käsespezialitäten – da lief einem schon beim Lesen des Flyers das Wasser im Munde zusammen. An mehreren Info- und Verkaufsständen gab es auch das käuflich zu erwerben, was auf den ersten Blick wenig mit Äpfeln zu tun hatte, aber auf keinem Bauernmarkt fehlen durfte. Etwa ein selbstgebautes Insektenhotel, oder handgetöpferte Keramik, Mulchgeräte, Leitern und Zubehör, Holzfässer und Grill- und Ofenanzünder aus Wachs und Holzwolle. Wer mochte, konnte Oldtimer-Traktoren besichtigen oder sich mit Kaffee, Kuchen und vorab einer deftigen Mittagsmahlzeit stärken, um beispielsweise Näheres über Fledermäuse zu erfahren oder staunend die Vorführung von Greifvögeln der Falknerei Schanze bewundern.

Bewundert werden darf bald auch ein Zwetschgenbaum, gepflanzt von der Apfelkönigin gemeinsam mit der Landrätin und geladenen Gästen. Traditionell wird beim Streuobstfest ein Baum gepflanzt, der später immer reichlich Früchte getragen hat.

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