WÄSSERNDORF

Wissenswertes über Wässerndorf

Der Schlossruinenverein bringt Kessler-Aufzeichnungen als Büchlein heraus und am Wochenende feiert das Schlossruinenfest zehn Jahre.
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Geschichte aus Wässerndorf: Klaus Rützel, Monika Rützel und Lothar Huthöfer (von links) halten die ersten Exemplare der Sonderausgabe der Wässerndorfer Geschichte in Händen. Das Büchlein wird am Sonntag offiziell der Öffentlichkeit präsentiert. Foto: Foto: Gerhard Krämer

Wie Fenster wirken die drei Bilder auf dem Einband. Fenster, die einen Blick auf die ältere und jüngere Geschichte Wässerndorfs freigeben. Die hat einst der frühere Bürgermeister August Kessler niedergeschrieben und wird jetzt vom Schlossruinenverein als kleines Büchlein herausgegeben.

Schon lange schlummerten die mit Schreibmaschine beschriebenen Seiten im Seinsheimer Gemeindearchiv. 2001 hat Klaus Rützel die ersten digitalen Fotos für eine mögliche Veröffentlichung gemacht, 2004 bekam Lothar Huthöfer eine Kopie der Kessler-Chronik in die Hand. Der an Geschichte interessierte gebürtige Seinsheimer, der heute in Eibelstadt wohnt, ist auch beim Schlossruinenverein seit dessen Gründung dabei. Nun feiert der Verein am Wochenende – am Tag des Denkmals – sein zehnjähriges Bestehen. Und diesen Geburtstag hatte sich der Schlossruinenverein zum Anlass genommen, endlich die Kesslerchronik der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Mitgewirkt haben neben Lothar Huthöfer, Klaus Rützel und Monika Rützel auch Bürgermeister Heinz Dorsch – die Herausgabe erfolgte im Auftrag der Gemeinde –, Linda Kullmer, Hella Prosch, Simon Rützel, Thomas Rützel und Petra Rützel.

Sonderausgabe

Huthöfer bearbeitete den Text, Klaus Rützel kümmerte sich um das Bildmaterial. „Ich bin froh, dass Lothar Huthöfer und Klaus Rützel sich der Sache angenommen haben und dieser Band nun herausgegeben werden kann“, sagt Monika Rützel, Vorsitzende des Schlossruinenvereins. In der Schriftenreihe, in der schon drei Bände erschienen sind, erscheint dieser Band als Sonderausgabe. Deren Verwirklichung sei durch eine namhafte Spende der Genossenschaftsstiftung „Raiffeisen Obernbreit und Umgebung“ ermöglicht worden, freut sich die Vorsitzende. Der Band wird am Sonntag beim Schlossruinenfest nach dem Gottesdienst offiziell vorgestellt. Dazu erwartet der Verein auch Heinz Kessler, den Sohn des 1995 verstorbenen August Kessler.

August Kessler wurde am 14. August 1908 in Bonnland geboren und kam mit vielen anderen wegen der Erweiterung des Truppenübungsplatzes Hammelburg notwendigen Umsiedelung 1938 nach Wässerndorf. 1952 wählten ihn die Bürger in den Wässerndorfer Gemeinderat. Von 1960 bis zur Gebietsreform 1978 war er Bürgermeister. Bereits in seiner Amtszeit beschäftigte er sich mit der Geschichte des Dorfes und des Schlosses. Es war ihm ein Anliegen, dass seine Aufzeichnungen über das einzige „-dorf im weiten Umkreis“, einst „Westerndorpf“ genannt, eines Tages veröffentlicht würden. Kesslers Aufzeichnungen beinhalten unter anderem das Wirken der Geschlechter von Seinsheim, Seckendorf und Schwarzenberg im Bezug zu Wässerndorf, die Geschichte des Schlosses und der Cyriakus-Kirche, Wissenswertes über den Friedhof, die Feuerwehr, den Kunigundenwald und den Weinbau.

Zweitägiges Fest

Den letzten Weinberg hatte übrigens Ernst Rützel bewirtschaftet – der Schwiegervater der Vereinsvorsitzenden. Der Weinberg mit seinen Müller-Thurgau-Reben wurde Anfang der 80er Jahre aufgelöst.

Zwei Tage lang feiert der Schlossruinenverein Wässerndorf mit dem Schlossruinenfest sein zehnjähriges Bestehen. Am Samstag, 12. September, geht es um 15 Uhr los, am Sonntag, 13. September, beginnt das Fest mit einem ökumenischen Gottesdienst um 10.30 Uhr.

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