VOLKACH

Winzerhalle als neuer Treffpunkt?

Soll die Stadt Geld in ein privates Gebäude stecken? Diese Frage beschäftigte den Volkacher Stadtrat, als es um die geplante Nutzung der Escherndorfer Winzerhalle als künftigen Raum für die Dorfgemeinschaft ging. Eigentümer der Halle, in der unter anderem die Weinherbste des Ortes stattfinden, sind die Gasthaus Krone eG und die Winzergemeinschaft Franken (GWF). Der Umbau der als Kaffee-Bar genutzten Räume samt Toiletten würde die Stadt rund 150 000 Euro kosten.
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Mekka für Weingenießer: Im Herbst treffen sich in der Winzerhalle seit Jahren die Freunde des Escherndorf Lump. Die Kaffee-Bar der Halle könnte zum Gemeinschaftsraum werden. Foto: Foto: P. Pfannes

Soll die Stadt Geld in ein privates Gebäude stecken? Diese Frage beschäftigte den Volkacher Stadtrat, als es um die geplante Nutzung der Escherndorfer Winzerhalle als künftigen Raum für die Dorfgemeinschaft ging. Eigentümer der Halle, in der unter anderem die Weinherbste des Ortes stattfinden, sind die Gasthaus Krone eG und die Winzergemeinschaft Franken (GWF). Der Umbau der als Kaffee-Bar genutzten Räume samt Toiletten würde die Stadt rund 150 000 Euro kosten.

Treffpunkt fehlt seit Abriss

Für das neue rund 20 000 Euro teure Mobiliar müssten die Escherndorfer aufkommen oder es müsste eine Sponsorengruppe gefunden werden. Die für die Sanierung des maroden Hallendaches benötigten 22 000 Euro müssten die Eigentümer aufbringen, so die einhellige Meinung im Gremium. Eine Entscheidung fällten die Stadtratsmitglieder nicht. Nach einem noch festzusetzenden Ortstermin soll der neu gewählte Stadtrat einen Beschluss zu dem Thema fassen.

Nach dem Abriss des ehemaligen Schul- und Rathauses in der Ortsmitte fehlt den Escherndorfern ein Raum für Versammlungen und Treffen. Auf der Suche nach einem neuen Gemeinschaftsraum favorisierte der Arbeitskreis die Winzerhalle. Die Planungen für den Umbau der Kaffee-Bar stellte der langjährige Planer der Gasthaus Krone eG, Peter Hart aus Waigolshausen, vor.

Die Nutzfläche beträgt etwa 150 Quadratmeter, auf denen 85 Stühle Platz finden. Die Toiletten werden herausgerissen und in den Anbau zum Friedhof hin verlegt. Eine Behindertentoilette wird ergänzt. Ein Notausgang mit Brand- und Schallschutz soll zur Straße An der Güß hin geschaffen werden. Die gesamten vom Landratsamt genehmigten Fluchtwege bleiben erhalten. Weil auch die Escherndorfer Musikkapelle in dem Raum üben wird, benötigt man eine Schallschutzdecke.

Bürgermeister Peter Kornell (FWG) sah die Planungen als eine wesentliche Verbesserung gegenüber der bisherigen Situation im ehemaligen Schul- und Rathaus. „Die Kaffee-Bar wird durch den Umbau sogar aufgewertet.“ Michael Sauer, Ortssprecher von Köhler und zugleich Vertreter der Weinherbste, zeigte sich mit der Planung einverstanden: „Wir können die Räumlichkeiten nach dem Umbau weiter so nutzen wie bisher.“

Positiv äußerten sich auch die Escherndorfer Stadträte. Katrin Blendel (CSU) meinte: „Das ist eine vernünftige Lösung ohne großen Schnickschnack.“ Herbert Römmelt (FWG) sah die Investitionskosten unproblematisch: „Eine Immobilie zu mieten wäre auf die Jahre gesehen viel teurer als der Umbau.“

Eigentümer beteiligen

Kritisch beäugte Martin Haupt (CSU) die Investitionen auf Privatgrund: „Wir stecken eine Menge Geld in ein nichtstädtisches Anwesen. Da habe ich ein Problem damit, auch wenn die Idee in Ordnung ist.“ Heiko Bäuerlein (CSU) teilte Haupts Meinung und möchte eine finanzielle Beteiligung der Eigentümer.

Holger Scheidig (Ortssprecher Gaibach) vermisst bei der Finanzierung die Eigenleistung der Escherndorfer: „Wie in anderen Ortsteilen auch könnte man damit viel Geld sparen.“ Dieter Söllners (SPD) Einwand „Wir stehen der Escherndorfer Bevölkerung gegenüber in der Verpflichtung etwas zu tun, nachdem wir das alte Rathaus abgerissen haben“ beendete die kontroverse Diskussion.

Peter Harts Planungen sollen jetzt weiter vorangetrieben werden. Eine endgültige Entscheidung trifft das neue Ratsgremium in ein paar Wochen.

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