Stolz sind sie, die Mitglieder des Männergesangvereins "Winzerchor Nordheim" - und sie haben allen Grund dazu. Schließlich feierte ihr Verein am Wochenende sein 100-jähriges Jubiläum zusammen mit vier Gastchören.
Drei Männer standen an diesem Abend ganz besonders im Mittelpunkt, denn sie wurden für 60 beziehungsweise 63 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Einer von ihnen ist Josef Kram. Mit 18 Jahren trat der heute 80-Jährige dem Männerchor bei. Bis vor einigen Jahren sang der Jubilar im ersten Bass. Da aber Männer im ersten Tenor fehlten wurde er vom Chorleiter Edgar Sauer gefragt, ob er nicht im ersten Tenor singen könnte. "Nach einigem Überlegen und schlaflosen Nächten sagte ich trotz meines Alters zu. Und ich habe es bis heute nicht bereut", erzählte Kram am Samstag.

"Es war eigentlich in der damaligen Zeit so üblich, dass man den Vereinen im Ort beigetreten ist" erinnerte sich der Jubilar. Neben dem Männerchor Nordheim war er noch Mitglied im Sportverein und Fußballverein." Viele Freunde und Bekannte hätten ihm damals erklärt, dass er eine schöne Stimme hat. "So bin ich dem Verein beigetreten. Ich habe damals Leidenschaftlich gesungen und singe heute noch sehr gerne." Freilich wird im Nordheimer Chor nicht nur gesungen, sondern auch die Kameradschaft und Freundschaft unter den Mitgliedern gepflegt. "Wenn wir nach einer Probe noch zusammensitzen und uns über alles unterhalten, ist es einfach nur schön." Stolz ist Josef Kram auf die Tatsache, dass er ganz selten bei einer Chorprobe fehlt.


Krönung der Amtszeit



Als Krönung seiner neunjährigen Amtszeit bezeichnete 1. Vorsitzender Hans Burger am Samstag die 100-Jahrfeier. "Es ist für mich als nicht gebürtiger Nordheimer ein Stück Ehre, dass ich diesen Posten als 1. Vorsitzender ausführen kann und die 100-Jahrfeier begleiten kann." Vorher war Burger einige Zeit 2. Vorsitzender und hat sich so quasi "nach oben gedient". Genauso wie Josef Kram singt er sehr gerne. "Durch das Singen und meine Einsatz für den Verein wurde ich sehr schnell in die Gemeinschaft aufgenommen,als ich nach Nordheim kam", erzählt Burger.

Beim Festkommers war die Turnhalle voll besetzt. Neben den Gastgebern traten noch vier weitere Chöre auf. Die weiteste Anreise hatte der Männergesangsvereins Eintracht Herten. Er kam extra aus dem Ruhrgebiet an die Mainschleife, um den Abend mit seinen Liedern zu verschönern. Der Kontakt mit dem Chor entstand in den 1970er Jahren und wurde bis heute aufrecht gehalten.

Hans Burger auch auf dem Leitspruch des Abends ein: Singen ist Leben. "Singen ist auch das Atmen der Seele, sagte der Vorsitzende. "Singen ist die älteste Art, seinen Mitmenschen zu zeigen wie ich mich heute Fühle. Mit einem Lied kann man vieles vermitteln." Stolz zeigte sich der Vorsitzende über die Verleihung der Zelter-Plakette am 9. Januar 2012 durch den Bundesratspräsidenten Horst Seehofer in Vertregung für den Bundespräsidenten.
Beim Festabend zeigten die Chöre ihr ganzes Können und sangen einen bunten Mix an bekannten und neuen Liedern. Zwischen dem Liedbeiträgen ehrte der Burger zusammen mit dem Vorsitzender des Sängerkreises Schweinfurt, Paul Kolb, Josef kram, Erich Suaer und Siegfried Glaser für 60 beziehungsweise 63 Jahre Mitgliedschaft mit einer Urkun