KITZINGEN

Winzer sind bereit für frühe Lese

Durch den frühen Lesebeginn müssen manche Winzer ihren Urlaub verschieben, Erntehelfer gibt es jedoch genug. Und wird es ein Jahrhundertjahrgang wie mancherorts zu hören?
Artikel drucken Artikel einbetten
Trauben in den Sulzfelder Weinbergen – in diesem Jahr beginnt die Lese der frühen Sorten bei manchen Weingütern schon Ende August. Foto: Foto: Jürgen Hermann
+1 Bild

Rund drei, an manchen Orten sogar vier Wochen früher beginnt die Weinlese in diesem Jahr. Mit den frühen Sorten Ortega und Regent geht es los, der erste Bremser wird schon bald zu kaufen sein .

Wegen des vorzeitigen Erntebeginns müssen manche Winzer ihren Urlaub verschieben, so zum Beispiel beim Weingut Lutz aus Iphofen. „Genügend Erntehelfer haben wir aber trotzdem, die Ernte ist immer lustig bei uns, da machen die Leute gerne mit“, sagt Wilhelm Lutz. Sie beginnen in der ersten Augustwoche mit der Lese.

Start Ende der Woche

Auch beim Weingut Bausewein aus Iphofen hat die Familie in diesem Jahr den Urlaub im August ausgesetzt. Doch viele der langjährigen Erntehelfer sind laut Matthias Popp noch im Urlaub. „Wir wollen aber schon Ende dieser Woche mit der Lese beginnen“, sagt Popp.

Beim Iphöfer Weingut Wirsching hieß es von vorneherein, dass ab dem 27. August kein Urlaub mehr möglich ist, so Andrea Wirsching. „Wir mussten die Menge der Trauben wegen der Trockenheit reduzieren, erwarten ansonsten aber einen guten Jahrgang“, sagt Wirsching.

Bacchus-Trauben noch knackig

Erst gar nicht im August gebucht hat die Familie Langer vom Weingut Leo Langer in Volkach. „Wir beginnen Anfang September, da wir keine frühen Sorten wie Ortega oder Regent haben“, sagt Winfried Langer. „Auch das ist eigentlich noch viel zu früh, aber was soll man machen“, sagt er lachend. Los geht es bei ihnen mit den Bacchus-Trauben, die sind momentan „noch recht knackig“, so Langer.

Ebenfalls entspannt ist die Lage beim Weingut Brennfleck in Sulzfeld. „Bei uns fahren jetzt erst noch alle in den Urlaub, los geht es dann Anfang September“, sagt Mitarbeiterin Conny Ludwig. Die Erwartungen an die Ernte sind zwar hoch. Doch ob es ein „Jahrhundertjahrgang“ wird, wie man mancherorts schon hört, bleibt abzuwarten.

Hauptlese vor Ende Oktober fertig

„Das sieht man wirklich erst, wenn die Trauben im Keller sind“, sagt auch Cornelius Lauter von der Winzergemeinschaft Franken (GWF). Das Jahr habe zwar sehr gut angefangen, doch in manchen Regionen habe es seit Mai quasi nicht mehr geregnet. Beispielsweise in der Umgebung bei Bullenheim oder Abtswind. Gut für die schnelle Reife der Trauben war laut Fränkischem Weinbauverband vor allem die hohe Feuchtigkeit im Winter und die Dauerwärme im Sommer.

Es war absehbar

Der frühe Beginn der Lese bereitet aber auch den GWF-Winzern keine größeren Probleme. „Es war ja absehbar. Nach der Blüte braucht die Beere 100 Tage, bis sie ausgereift ist“, sagt Lauter. Das sei Anfang September der Fall. Alle Mitarbeiter seien deshalb ab jetzt einsatzbereit. Er rechnet außerdem damit, dass die Hauptlese vor Ende Oktober abgeschlossen sein wird. „Dafür freuen sich dann manche über freie Herbstferien“, sagt Lauter.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.