Wiesentheid
Bürgerversammlung

Wiesentheider auf dem richtigen Weg

Ob Steigerwaldhalle oder Feuerwehrhaus - die Wiesentheider stehen hinter den Großprojekten der Gemeinde.
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Die kleinen Schleichwege im Altort, die sich wie hier entlang des Baches schlängeln, sollen im Rahmen des Städtebaukonzeptes aufgewertet werden. Einige befinden sich jedoch noch in Privatbesitz. Foto: Sabine Berthold
Die kleinen Schleichwege im Altort, die sich wie hier entlang des Baches schlängeln, sollen im Rahmen des Städtebaukonzeptes aufgewertet werden. Einige befinden sich jedoch noch in Privatbesitz. Foto: Sabine Berthold
Scheinbar läuft in Wiesentheid alles rund, denn nicht mal ein Prozent der 4700 Einwohner des Ortes nahm die Gelegenheit wahr, in der Bürgerversammlung am Donnerstag Bürgermeister und Gemeinderäten auf den Zahn zu fühlen.
Obwohl im Vorjahr und auch in laufenden Jahr große Projekte im Ort in Angriff genommen wurden - das Gesamtvolumen wurde 2013 über eine Kreditaufnahme auf 7,22 Millionen Euro aufgestockt - schienen die Anwesenden mit der Mittelverwendung einverstanden zu sein. Ob die umfangreiche Sanierung der Steigerwaldhalle oder der Erweiterungsbau des Feuerwehrhauses - es gab keine Kommentare von Seiten der Bürger.

Genügend Krippenplätze

Abgeschlossen wird demnächst der Ausbau der Kinderkrippe im Mauritiuskindergarten.
"Uns stehen dann für die derzeit 100 Kinder im Ort zwischen 0 bis zu 3 Jahren mehr als die vorgeschriebenen 35 Prozent Krippenplätze zur Verfügung", informierte Bürgermeister Werner Knaier (CSU).
Mehr Sorgen macht ihm die Nikolaus-Fey-Schule. Obwohl unter anderem die Hauptschüler aus Geiselwind nun in Wiesentheid unterrichtet werden, gehen die Schülerzahlen weiter zurück. Waren es 2010/11 noch 623 Schüler, besuchen 2012/13 nur noch 560 Kinder und Jugendliche die Schule.
Damit das Sportzentrum für den Schulsport und die Leichtathletik im Breitensport wieder vermehrt genutzt werden kann, sollen zeitnah die Kugelstoßbahn, die Laufbahn und die Weitsprunggrube saniert werden. "Wir hoffen, die Fusion von DJK und TSV, die im Juli 2008 angestoßen wurde, dieses Jahr noch unter Dach und Fach zu bringen und als Gesamtverein in die neue Fußballsaison zu starten", wünschte sich Knaier.
In Zusammenarbeit mit dem ÖPNV soll die Einführung eines Bürgerbusses für Wiesentheid und seine Ortsteile in Angriff genommen werden. Im März werden die neuen Fahrpläne mit den Busunternehmen erstellt. Während der Schulzeiten hätten die Busunternehmen freie Kapazitäten, die für Anschlussfahrten zum öffentlichen Nahverkehr nach Kitzingen und Würzburg genutzt werden könnten.

Versammlung für Anlieger

Demnächst wird eine Versammlung mit den Anwohnern des Neßtfellplatzes und der angrenzenden Bereiche stattfinden. Im Rahmen des Städtebauprogrammes soll der Altort lebens- und liebenswerter gestaltet werden. "Wir haben jetzt grünes Licht vom Straßenbauamt und wollen, dass die Gestaltung den Anwohnern nicht zuwider läuft", sagte der Bürgermeister. Anlieger Hans-Peter Lang fragte nach, warum erst die Stichstraße am Industriegebiet Mähling gebaut würde und nicht die Umgehung von der Feuerbacher zur Prichsenstädter Straße, die doch den innerörtlichen Verkehrsfluss seiner Meinung nach schneller entlasten würde.
Bürgermeister Werner Knaier klärte auf, dass es für diese Trasse erst einer umfangreichen Flurbereinigung bedürfe und auch die Querung der Bahntrasse noch allerhand Verwaltungsaufwand mit sich bringt. "Wir rechnen mit dieser Trasse als dem letzten Abschnitt erst im Jahr 2018." Außerdem würde der Ausbau der Durchgangsstraßen im Ort, die derzeit noch Kreisstraßen sind, zu 90 Prozent gefördert. "Und das müssen die Anwohner schon nicht selbst leisten", ergänzte er.
"Wird die Apotheke im Ort bleiben, wenn das neue Ärztehaus so weit draußen gebaut wird?", wollte Rosemarie Lang wissen. Sie befürchtet, dass die älteren Bürger ohne Fahrzeug kaum noch das weit außerhalb gelegene Ärztehaus erreichen können. "Wir konnten im Altort keine geeigneten Flächen zur Verfügung stellen", sagte der Bürgermeister. "Nur größere Strukturen werden überlebensfähig bleiben", gab Stefan Möhringer zu bedenken. "Wir müssen froh sein, Investoren für das Versorgungszentrum gefunden zu haben", ergänzte Michael Rückel. Als Abhilfe soll überlegt werden, ob der Bürgerbus auch innerorts für den Transport älterer Mitbürger zum Ärztehaus zum Einsatz kommen kann.

Wege sind in Privatbesitz

Schlecht begehbar sei der geschotterte Weg am Heckenberg bei schlechtem Wetter, so Raimund Ruppert, Anwohner dieses Bereiches. Gerade diese Schleichwege am Bachlauf, wie auch die Verlängerung der Rehäußergasse, sollen im Zuge der Städtebauförderung mehr ins Licht gerückt werden, informierte Knaier. Allerdings seien Teile der Wege, die den Altort mit der Jahnstraße verbinden, im Privatbesitz einer Erbengemeinschaft. "Solange der Weg in Privatbesitz ist, kann die Gemeinde dort nicht bauen und investieren", informierte er. Allerdings soll die Situation sobald wie möglich geklärt werden.

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