Wiesentheid

Wiesentheid will 2019 weniger Geld ausgeben als in den Vorjahren

In der letzten Ratssitzung des Jahres verabschiedete der Wiesentheider Gemeinderat den Haushalt für 2019. Zudem hatte der Bürgermeister gute Neuigkeiten.
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Tim Geld Euro
Jeden Euro umdrehen muss der Landkreis 2018 nicht, denn die Finanzausstattung ist hervorragend.

In der letzten Ratssitzung des Jahres verabschiedete der Wiesentheider Gemeinderat den Haushalt für 2019. Nach immer wieder angestiegenen Etats in den vergangenen Jahren fällt das neue Zahlenwerk diesmal etwas niedriger aus. Mit einem Volumen von 24,65 Millionen Euro hat er rund drei Millionen Euro weniger als im Vorjahr.

Allen Grund zur Zufriedenheit hatte Bürgermeister Werner Knaier, als er den Etat und damit die aktuelle Finanzlage Wiesentheids, kommentierte. Die Einwohnerzahl ist um 63 Menschen gestiegen auf 4840, die Einnahmen bei der Gewerbesteuer liegen bei rund 4,2 Millionen Euro, der Gemeindeanteil bei der Grundsteuer stieg auf 2,763 Millionen Euro. Wiesentheid liegt mit einer Steuerkraft von 1781 Euro pro Einwohner auf Platz drei aller Gemeinden im Landkreis Kitzingen. "Dieser dritte Platz ist nicht schlecht", meinte Knaier. In Unterfranken bedeutet das Platz neun.

Er wies darauf hin, dass die Gemeinde keine Kreditaufnahme benötigt, und dass sie Schulden abbauen konnte, trotz großer Investitionen von 7,1 Millionen Euro im Vorjahr. Aktuell beträgt die Pro-Kopf-Verschuldung 174 Euro pro Einwohner. Wiesentheid erhält aufgrund seiner Steuerkraft keine Schlüsselzuweisungen vom Staat. Die zu zahlende Umlage an den Landkreis beträgt 3,44 Millionen Euro.

Der gesamte Etat beläuft sich auf 24,655 Millionen Euro. Der Plan sieht 11,981 Millionen Euro (plus 1,47 Prozent) im Verwaltungshaushalt, und 12,763 Millionen Euro (minus 3,116 Millionen Euro) im Vermögenshaushalt vor. An Personalkosten hat die Kommune 1,569 Millionen Euro, was 24,4 Prozent des Verwaltungshaushalts ausmacht.

Die freie Finanzspanne im Etat für 2019 beträgt 8,31 Millionen Euro. Sie steht geplanten Investitionen von 12,07 Millionen Euro gegenüber. Zum Abgleich der Zahlen ist eine Entnahme aus den Rücklagen in Höhe von 3,8 Millionen Euro notwendig. Der Bürgermeister erwähnte, dass die Hebesätze für die Grundsteuer seit 19 Jahren unverändert gehalten werden.

Für die kommenden Monate habe sich die Gemeinde wieder einiges vorgenommen, blickte Knaier auf die Investitionen. Über eine Million fließt in die Städtebauförderung, wo als größte Brocken der Umbau der Kanzleistraße, der Bau eines öffentlichen WC sowie die Planung für die Umgestaltung Schlossplatz-Neumannstraße-Säulesmarkt enthalten sind.

Beim Punkt Einnahmen hat die Gemeinde einiges im Verkauf von Grundstücken angesetzt.Fast zwei Millionen Euro werden hier erwartet. Zudem erwähnte der Bürgermeister Investitionen ins Rathaus, die Feuerwehrhäuser in Wiesentheid und Geesdorf, die Kirche in Feuerbach, das Historische Rathaus, die Steigerwaldhalle, sowie weitere Projekte.

Geplant ist im kommenden Jahr außerdem die Sanierung von Kanal- und Wasserleitungen in Wiesentheid, der Anschluss Untersambachs an die Kläranlage, die weitere Erschließung von Bau- und Gewerbegebieten, die Planung weiterer Entlastungsstraßen (250.000 Euro), der Umbau des gemeindlichen Hauses am Marienplatz (365.000 Euro) sowie der Ausbau von Kernwegen für die Landwirtschaft (1,3 Millionen Euro).

CSU-Fraktionssprecher Otto Hünnerkopf wies auf die erfolgreichen Firmen im Ort hin und deren Gewerbesteuer. "Grundlage unseres Handelns sind unsere Unternehmer und Bürger." Setze die Gemeinde zwei Drittel der für 2019 geplanten Projekte um, "dann haben wir schon vieles erreicht."

Michael Rückel von den Freien Wählern nannte es beruhigend, dass der Etat nach Rekorden in den Vorjahren nun um drei Millionen sinkt. Erfreulich für ihn seien die rund zehn Millionen Euro, welche die Gemeinde in Bauvorhaben und damit in bleibende Werte stecke. Man habe ein neues Baugebiet, zudem ein voll erschlossenes Gewerbegebiet mit Lage "auf dem Silbertablett", so dass es allen Grund zum Optimismus gebe.

Walter Rosentritt von der Fraktion Ortsteile, CWG und Junge Liste hielt es für wichtig und richtig, dass auch in die Ortsteile investiert werde. Er sprach den Umbau des Jugendhauses, die Umsetzung des Radwegkonzepts oder auch die Schaffung von Bauland in Reupelsdortf an. Frank Hufnagel von Bündnis 90/Die Grünen mahnte, dass die großen Investitionen der vergangenen Jahre auch Spuren hinterließen. Er monierte den hohen Flächenverbrauch, der sich fortsetze.



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