Die Feierlichkeit wurde in der neuen Zahnarztpraxis von den Schwestern Dr. Julia und Dr. Dorothea Ebenhöh abgehalten. Die Praxis hat neben mehreren Wohnungen einen Platz in dem frisch renovierten Gebäude gefunden.
1871 wurde das Schulhaus an der Hauptstraße erbaut. Dies beweist ein Brett, das bei den jüngsten Umbauarbeiten gefunden wurde, und auf dem neben einem Namen auch eine Jahreszahl geschrieben steht. Dieses Fundstück konnte Architekt Heiner Roth vom Architekturbüro Roth und Haas dem Bürgermeister am Dienstagabend überreichen. Fuchs blickte vor einer mit vielen Gästen gefüllten Praxis auf die Geschichte des Gebäudes zurück. 100 Jahre lang fungierte es als Schule, bevor es in den siebziger Jahren seinen Zweck änderte und bis letztes Jahr als Arztpraxis, Gemeindearchiv und Wohnhaus diente. "Nachdem wir schon viel Lob für das Äußere des Gebäudes erhalten haben, sind heute viele auch an dem Inneren interessiert", sagte der Bürgermeister mit Blick auf die vielen Gäste. Vor dieser Kulisse bedankte sich das Gemeindeoberhaupt bei allen Helfern: "Es war ein schwieriger Weg und ist hoffentlich ein langfristiger Zugewinn für unsere Gemeinde".
Dr. Julia und Dr. Dorothea Ebenhöh leiten seit Montag eine neue Zahnarztpraxis im Gebäude. Dr. Julia Ebenhöh wohnt seit drei Jahren mit ihrem Mann und ihren Kindern in Mainstockheim. Mit ihrer Schwester entschloss sie sich dazu, ihren Wohnort nun auch zum Standort der Praxis zu machen. "Die Umsetzung ist sehr schön geworden" erklärte Dr. Dorothea Ebenhöh und stellte den Gästen ihr Team vor. Als Willkommensgeschenk überreichte der Bürgermeister den beiden Schwestern ein Unikat des Künstlers Harald Schmaußer.

Probleme in der Bauphase


Von den Bauarbeiten berichtete Architekt Heiner Roth. Nach einer schnellen und zügigen Planungsphase verzögerten sich die Arbeiten am Gebäude aufgrund der mangelnden Tragfähigkeit des Bodens. Als dieses Problem schließlich gelöst war, mussten die Außenarbeiten bei Wintereinbruch gestoppt werden. Dafür ging es aber innen weiter. Aufgrund des fehlenden Treppenhauses mussten sich die Arbeiter durch das Fenster Zutritt zu den oberen Stockwerken verschaffen. Als dann schließlich im Frühjahr der hartnäckige Bodenfrost nachgelassen hatte, konnten auch die groben Arbeiten weitergehen und sind mittlerweile fast abgeschlossen.

Arbeiter landet auf dem Sofa


Der Architekt bedankte sich vor allem bei den beiden Mieterinnen, die bereits vorher im Erdgeschoss wohnten, für die Unannehmlichkeiten, die die Baustelle bereitete. "Sie haben es mit Humor genommen und waren stets gut gelaunt" erklärte der Architekt. Um dies zu unterstreichen, berichtete Roth von einem Bauarbeiter, der durch die Bodendielen krachte und unverletzt auf dem Sofa der Mieterin im Erdgeschoss landete.
Nachdem der Architekt den Schlüssel übergeben hatte, gaben der evangelische Pfarrer Claus Deininger und Diakon Lorenz Kleinschnitz der Praxis den geistlichen Segen.
Im Anschluss konnten die Gäste in der Praxis umhergehen und sich selbst ein Bild von dem gelungenen Bauvorhaben machen.