Wiesentheid

Wie der Wald fit wird für die Zukunft

Ein etwa 30 Hektar großes Waldstück in der Wiesentheider Gemarkung Michelheide unweit von Feuerbach besitzt Modellcharakter. Dort haben die Förster einen Weg angelegt, auf dem man anschaulich betrachten kann, wie der Wald fit für Zukunft gemacht wird.
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Ein Lehrpfad zum Thema Waldumbau wurde in Wiesentheid im Feuerbacher Wald geschaffen. Forstdirektor Klaus Behr (Mitte) und Förster Stefan Kraus schauten sich mit Wiesentheids Bürgermeister Werner Knaier (links) dieser Tage den Weg an.

Ein etwa 30 Hektar großes Waldstück in der Wiesentheider Gemarkung Michelheide unweit von Feuerbach besitzt Modellcharakter. Dort haben die Förster einen Weg angelegt, auf dem man anschaulich betrachten kann, wie der Wald fit für Zukunft gemacht wird.

Auf einem eigens geschaffenen 1,2 Kilometer langen Lehrpfad wird auch mit Tafeln zur Erklärung dokumentiert, wie und warum die Forstflächen verändert werden sollen. Am Montag, 18. Juni findet vor Ort ab 11 Uhr die Einweihung dieses Waldumbauweges statt.

Klimawandel

Künftig wird es in unseren Breiten wohl noch wärme und trockener, darauf müsse man sich auch und gerade bei den Wäldern einstellen. So sind die Zuständigen vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kitzingen seit rund 15 Jahren dabei, den Wiesentheider Gemeindewald auf den Klimawandel vorzubereiten.

Zwei Problemfälle

Die Fläche bei Feuerbach ist typisch für den Wiesentheider Forst. Dort stehen zumeist Kiefern (über 70 Prozent) und Eichen (14 Prozent). Bei den Eichen sorgte vor einigen Jahren der Eichenprozessionsspinner für erhebliche Probleme, an den Kiefern hinterließen die trockenen Sommer ihre Spuren. Um die Schädlinge zu vermindern und um zu einem gemischten, vielschichtigen, stabilen und klimaneutralen Wald zu kommen, wurde das Stück für einen Umbau ausgesucht, erläuterte Forstdirektor Klaus Behr beim Ortstermin am Lehrpfad.

Möglichkeiten zur Info

Der ist fertig gesellt. Eine neu gebaute Hütte lädt die Wanderer nicht nur zur Rast ein, sie bietet auch Möglichkeiten zur Information und ist so der ideale Ausgangspunkt für den Rundweg. Entlang der zum Teil erst neu geschaffenen Strecke stehen insgesamt zehn Tafeln, die das Ganze auch für Laien erläutern.

Verschiedene Stufen

„Der Waldumbau ist hier in verschiedenen Stufen sichtbar. Es gibt neue, mittlere und ältere Flächen. Hier kann man schon zeigen, was sich entwickelt“, hebt Förster Stefan Kraus hervor, der gerade die Wiesentheider Wälder betreut. Dort wollen er und seine Kollegen den Bestand an Kiefern weiter reduzieren. Der Nadelbaum soll nicht vollends verschwinden, stellt Kraus klar. „Die Kiefer kann noch mitwachsen, aber nicht mit 70 Prozent Anteil.“

Bäume mit tiefen Wurzeln

Gerade Kiefern mögen kühleren Boden, deswegen ist es nicht nur für sie wichtig, dass sie mit Schatten spendende Schichten von Laubbäumen unterpflanzt werden. Also werden dort Zug um Zug Baumarten gepflanzt, die tiefer wurzeln und Wärme, sowie Trockenheit vertragen. Das sind Stiel- und Traubeneichen, Hainbuchen, Elsbeeren, Speierlinge, auch Linden und andere Arten.

Blick in die Zukunft

Erste Erfolge des Waldumbaus zeigten sich nach einiger Zeit, so die Fachleute. Das Ganze gehe mit entsprechender Pflege und Holzeinschlag einher. Überhaupt müsse man bei dem gesamten Projekt voraus schauend arbeiten, jetzt die Gunst der Stunde nutzen. Bis es richtig wirksam werde, vergingen bestimmt 15 bis 20 Jahre, sagt Kraus.

Fit machen

Das weiß auch Wiesentheids Bürgermeister Werner Knaier. Zug um Zug will seine Gemeinde nun ihre Wälder fit für die Zukunft machen. Für den Waldumbau erhält die Gemeinde etwa 50 Prozent der Kosten über das Leader-Projekt als Zuschuss.

Mit dem nun geschaffenen Lehrpfad will man nicht nur privaten Waldbesitzern aufzeigen, dass sich der Umbau lohne. Ziel sei auch, so Forstdirektor Behr, Schulklassen und die Bevölkerung zum Wald zu bringen, um sich dort informieren und sensibilisieren.

Eröffnung am Montag

Zur Eröffnung wird Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer am Montag, 18. Juni kommen. Im Rahmen einer Informationsfahrt mit dem Thema „Land- und Forstwirtschaft stellt sich neuen Herausforderungen“ besucht eine Delegation auch den Betrieb von Simon Weckert in Düllstadt, sowie das Landwirtschaftliche Versuchs- und Forschungszentrum in Schwarzenau.



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