Untersambach

Wie der Wald erhalten bleibt

Was können Waldbauern, Jäger und die Bürger tun, damit der Wald erhalten bleibt? Dieser Frage widmete sich eine Waldbegehung, zu der die Jagdgenossenschaft Untersambach alle Waldbesitzer und interessierte Bürger aus Untersambach und Abtswind eingeladen hatte. Fachliche Unterstützung kam von Stefan Kraus, forstlicher Berater vom Amt für Landwirtschaft in Kitzingen, Jäger Golo Grün, Jagdpächter Moritz Fehrer sowie Otto Hünnerkopf als Landschaftsökologe.
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Gemeinsam für den Wald: Jagdgenossen und interessierte Bürger aus Untersambach und Abtswind. Foto: Irene Hünnerkopf

Was können Waldbauern, Jäger und die Bürger tun, damit der Wald erhalten bleibt? Dieser Frage widmete sich eine Waldbegehung, zu der die Jagdgenossenschaft Untersambach alle Waldbesitzer und interessierte Bürger aus Untersambach und Abtswind eingeladen hatte. Fachliche Unterstützung kam von Stefan Kraus, forstlicher Berater vom Amt für Landwirtschaft in Kitzingen, Jäger Golo Grün, Jagdpächter Moritz Fehrer sowie Otto Hünnerkopf als Landschaftsökologe.

Die Teilnehmer erfuhren laut Pressemeldung von der Notwendigkeit, den Wald aufgrund zunehmender Hitze und Trockenheit umzubauen. Besonders deutlich werde das "Waldsterben" in diesem Jahr durch die vielen dürren Kiefern, die rotbraun aus dem Grün des  Waldes herausstechen. Notwendig werden deshalb klimatolerante Baumarten, wie Eiche, Linde, Kirsche oder Ahorn.

Rehe mögen schmackhafte junge Triebe

Eine weitere Herausforderung sei, den Rehwildbestand zu begrenzen, damit die jungen Bäume nicht verbissen werden. "Die Rehe suchen sich die schmackhaften und nährstoffreichen jungen Triebe der Bäume aus", so Stefan Kraus. Davon betroffen sei in erster Linie die Eiche, aber auch andere Arten, wenn sie nur selten vorkommen." Entweder man muss diese Bäume einzeln schützen durch Umzäunen, bis sie aus "dem Äser" herausgewachsen sind, oder man muss sie flächig einzäunen. Beispiele dazu konnte man an verschiedenen Waldstücken sehen: umzäunte Weißtannen, Küstentannen, Nordmannstannen oder Weymouthskiefern.

Neben dem direkten Schutz der jungen Bäume sei eine weitere Maßnahme "eine stringente Bejagung des Rehwildes". Aber das sei nicht einfach, weil die Tiere etwa durch Menschen, die abseits der Wege den Wald durchqueren, verunsichert sind und erst bei Eintreten der Dunkelheit den Wald verlassen –zu einem Zeitpunkt, an dem sie nicht mehr bejagt werden können", so Golo Grün.

Alte Bäume sind besonders wertvoll

Otto Hünnerkopf machte bewusst, dass alte Bäume, ob Eiche, Rotbuche oder Kiefer, für die Artenvielfalt besonders wertvoll sind, wenn sie abgebrochene Äste, Spalten, Höhlen oder Verletzungen am Stamm haben. Dort finden zuerst Pilze, dann Insekten und Käfer, später auch Vogelarten wie Spechte ihren Lebensraum. Über das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm "Wald" erhalten Waldbesitzer eine Prämie, wenn sie Biotopbäume nicht fällen oder Totholz im Wald liegen lassen, wie es abschließend heißt.

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