SCHWARZACH

Wie Kirchenmänner Urlaub machen

Obwohl sie in der Stille leben: Auch Mönche brauchen mal eine Auszeit. Ebenso der Bischof und Priester. Während der freien Tage darf aber eines nie vergessen werden.
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Pater Maximilian Grund: Im Urlaub verzichtet er gerne auf sein Mönchsgewand.

„Ora et labora.“ Das Motto des Ordens der Benediktiner ist bekannt. „Bete und arbeite.“ Aber gilt das auch in der Urlaubszeit? Fakt ist: Auch Mönche haben manchmal frei. „Wir machen dabei aber keinen Urlaub vom Mönchsein“, betont Pater Maximilian Grund von der Abtei Münsterschwarzach.

In dem Kloster im Landkreis Kitzingen hat jeder Mönch mit Ewiger Profess 21 Urlaubstage pro Jahr zur Verfügung, heißt es in einer Pressemitteilung der Abtei. Gerangel um die Urlaubsplanung, wie man es aus Firmen kennt, gibt es zwischen den 80 Mönchen aber nicht. An großen Festen wie Weihnachten und Ostern werde ohnehin „grundsätzlich kein Urlaub genommen“. Ebenso wenig zwischen Silvester und Dreikönig, wenn die Konventstage stattfinden, an denen alle Mönche zusammenkommen und sich zu einem bestimmten Thema beraten.

Abteifeuerwehr muss auch in den Ferien einsatzbereit sein

„Man klärt die Abwesenheit immer mit denjenigen, die einen vertreten“, erklärt Pater Maximilian. Die Kantoren müssten sich etwa untereinander genau absprechen. Oder die Verantwortlichen für die Abteifeuerwehr. Denn der Klosteralltag muss auch in der Urlaubszeit ganz normal weiterlaufen.

Wie ein Mönch seinen Urlaub verbringt, kann er selbst entscheiden, heißt es in Münsterschwarzach. Das Reiseziel werde auch entsprechend gewählt: Viele verbringen ihre freien Tage in anderen Klöstern, häufig bei Benediktinerbrüdern, oder bei ihrer Familie. Flugreisen werden in der Regel nicht gemacht.

Warum das Mönchsgewand im Rom-Urlaub Nachteile hat

Pater Maximilian war allerdings Anfang August mit einem Mitbruder anlässlich der Ministrantenwallfahrt nach Rom . Da war es naheliegend, ein paar Tage in der Primatialabtei Sant?Anselmo, der „Leitungsabtei“ des Benediktinerordens, zu verbringen und sich Rom anzusehen. Teilweise in Mönchsgewand, teilweise in Zivilkleidung. Eine Verpflichtung, im Urlaub den Habit zu tragen, gibt es nicht. Und als Mönch in Rom erkennbar zu sein, kann auch Nachteile haben, wie Pater Maximilian erzählt: „Im Petersdom wird man sofort angesprochen und gefragt, wo denn bestimmte Sehenswürdigkeiten wären“, so der 37-Jährige.

Doch auch wenn Urlaubstage für Mönche „Freihaben“ bedeuten: Das persönliche Gebet bleibt auch in den Ferien wichtig. Kein „labora“, aber weiterhin „ora“ sozusagen. Während die Mönche in Münsterschwarzach viermal am Tag zum Gebet zusammenkommen, kann der Mönch im Urlaub seine Gebetszeiten aber selbst gestalten und „den Umfang an seine Bedürfnisse anpassen“, heißt es.

Arbeiten, wo der Bischof Urlaub macht

Pater Maximilian nimmt sich dann einmal am Tag Zeit für das Gebet. Eine feste Zeit wie die tägliche Laudes hat er aber nicht. „Im Urlaub schlafe ich auch gerne mal aus“, lacht er. Zurück an seinem Arbeitsplatz in Münsterschwarzach fängt der Tag für Pater Maximilian wieder um 5 Uhr mit der Morgenhore an. Auch wenn das hart klingt: Der Benediktiner arbeitet dort, wo andere Urlaub machen. Der neue Würzburger Bischof Franz Jung etwa.

Jung hatte die beiden letzten Augustwochen Urlaub und verbrachte die erste Urlaubswoche in der Abtei. „Um dort in der Stille noch einmal nachklingen zu lassen, was mich in den vergangenen Wochen und Monaten beschäftigt hat“, wie er sagt. „Nach dieser Zeit der Stille und des Gebetes“ ging es für ihn nach Frankreich. „Dort haben mich die monastischen Gemeinschaften von Jerusalem eingeladen, die Diakonweihe zu halten“, erzählt er. Anschließend verbrachte er einige Tage im Loire-Tal, dessen Klosterlandschaft er kennenlernen wollte.

Die meisten Urlaubsvertretungen kamen aus Indien

Die Priester der Diözese Würzburg haben übrigens Anspruch auf 30 Tage Urlaub pro Jahr. „Diesen nehmen sie üblicherweise in den Sommerferien, da sie in dieser Zeit keine Verpflichtungen im Religionsunterricht haben“, so Bistumssprecher Markus Hauck. Vertreten werden die Geistlichen in dieser Zeit unter anderem von ausländischen Seelsorgern. Die insgesamt 89 Urlaubsvertretungen kamen in diesem Jahr aus 17 Ländern, die meisten von ihnen – 21 – aus Indien.



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