GNODSTADT

Wie CSU-Kreischef Otto Hünnerkopf das Zerwürfnis mit Brauer Sebastian Rank sieht

An einem lässt Otto Hünnerkopf nicht den geringsten Zweifel aufkommen: „Gnodstadt war für uns immer wichtig“, räumt der CSU-Kreischef nach dem Zerwürfnis mit Brauereichef Sebastian Rank ein. „Wir waren in dem Raum dort nicht so stark präsent, dafür war der Tag des Bieres immer eine gute Gelegenheit.“
Artikel drucken Artikel einbetten
Bierzelttauglich: Markus Söder ist am 23. April Festredner bei der CSU in Seinsheim. Auf dem Bild ist er zu sehen bei seinem Auftritt 2009 in Gnodstadt – im Vordergrund hören Brauereichef Sebastian Rank und CSU-Kreischef Otto Hünnerkopf im vollen Saal einträchtig zu. Foto: Foto: Robert Haass

An einem lässt Otto Hünnerkopf nicht den geringsten Zweifel aufkommen: „Gnodstadt war für uns immer wichtig“, räumt der CSU-Kreischef nach dem Zerwürfnis mit Brauereichef Sebastian Rank ein. „Wir waren in dem Raum dort nicht so stark präsent, dafür war der Tag des Bieres immer eine gute Gelegenheit.“

Gute Zeiten, schlechte Zeiten – bis es 2013 zum Bruch kam, bei Licht besehen wegen einer Lappalie, ist laut Hünnerkopf einiges vorgefallen. „Rank und ich – eine Liebesehe war das nie. Wir machen viele CSU-Veranstaltungen im Jahr, aber die in Gnodstadt war immer die stressigste.“ Rank habe intensiv von Horst Seehofer als Redner geträumt, sei im Vorfeld mit den Angeboten oft unzufrieden gewesen. „Und wenn nachher die Hütte voll war, der Umsatz stimmte – dann war alles gut.“

Die Geschichte mit dem Grußwort klingt bei dem 63-Jährigen so: „Wir haben uns als Mitveranstalter gesehen, weil wir diverse Dinge bezahlt und den Redner organisiert haben.“ Deshalb hätten sowohl Anja Weisgerber als neue Bundestagskandidatin als auch Christine Bender als Bezirkstagskandidatin seinerzeit in der CSU-Sitzung gefragt, ob sie nicht in Gnodstadt ein Grußwort halten könnten. „Da habe ich gesagt: Nein, sicher nicht. Grußwörter hat es dort noch nie gegeben.“

Als Rank ihm dann eröffnete, dass er Landrätin Tamara Bischof eingeladen hat und die ein Grußwort sprechen werde, sei es zum Streit gekommen. „Ich hätte doch bei uns niemand vermitteln können, dass Frau Bischof redet, aber niemand von der CSU.“ Also pochte Hünnerkopf auf zwei Grußworte oder keins – das Ergebnis ist bekannt: Es gab keins, dafür machte Rank 2013 zur Begrüßung klar, dass er Herr im Haus ist, es sich um keine CSU-Veranstaltung handelt. „Ilse Aigner war damals ziemlich irritiert, ich habe sogar noch beschwichtigt“, sagt Hünnerkopf.

Später im Kreisvorstand sei die Sache eindeutig gewesen: „Es herrschte Einigkeit, dass wir so nicht mehr in Gnodstadt weiter machen wollen.“ Deshalb habe man Rank eine schriftliche Offerte als „gemeinsamer Veranstalter“ gemacht, Rechte und Pflichten regeln wollen. Die Antwort darauf sei der Auftritt von Hubert Aiwanger gewesen. „Und dann haben wir uns hingesetzt, um eine Alternative zu finden.“

Hünnerkopf glaubt, dass es richtig ist, in einem Jugendheim klein anzufangen, mit Kellerbier und Schmankerln – und einem Zugpferd wie Markus Söder. „Wir wollen sehen, ob das gut ankommt. Wenn ja, haben wir schon eine ganz konkrete Vorstellung für 2016, wo das Ambiente dann hervorragend passen würde.“

  • Lesen Sie dazu den Standpunkt: Eine Trennung mit Respekt

Wieso dann aber die vollmundige Ankündigung, es gehe in Seinsheim um den „echten“ Tag des Bieres? „Sachlich gibt es dafür nur ein Argument: Unsere Veranstaltung findet am 23. April statt, also genau am Tag des Bieres“, räumt der CSU-Mann ein. Zuvor hatte schon Barbara Becker aus Wiesenbronn per Mail mitgeteilt, dass es ihre Idee gewesen ist, sie die Wirkung wohl ein wenig unterschätzt hat. „Es sollte eigentlich witzig sein, locker rüberkommen.“ Hünnerkopf sagt, er habe durchaus ein leichtes Bauchgrimmen bei der Sache verspürt. „Aber ich trage Ideen mit und halte dann auch den Kopf dafür hin.“ Das sei ihm lieber, als von den Jungen in der CSU als alter Bedenkenträger oder gar als Angsthase wahrgenommen zu werden.

Der Landtagsabgeordnete hält auch überhaupt nichts von unverhohlen geäußerten Drohungen aus CSU-Kreisen, man werde jetzt dafür sorgen, dass Bauern-Präsident Walter Heidl nicht nach Gnodstadt kommt. Das würde bei Bürgern und Bierfreunden draußen ganz schlecht ankommen, vermutet der Mann zurecht. „Und mir ist auch klar, wie das Medienecho ausfallen würde.“

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.