MARKTBREIT

Wie Blinde und Taube ihr Leben meistern

Die siebten Klassen des Marktbreiter Gymnasiums erfuhren an den Projekttagen etwas über das Leben und den Alltag von Menschen mit Seh- und Hörbehinderung. Des Weiteren lernten sie laut Mitteilung der Schule Maßnahme zur Gewaltprävention kennen.
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Projekttage am Gymnasium: Der blinde Christian Rupp erklärt den Schülern die Blindenschrifttastatur seines Laptops. Foto: Foto: Andrea Heilmann

Die siebten Klassen des Marktbreiter Gymnasiums erfuhren an den Projekttagen etwas über das Leben und den Alltag von Menschen mit Seh- und Hörbehinderung. Des Weiteren lernten sie laut Mitteilung der Schule Maßnahme zur Gewaltprävention kennen.

Michael Schulz vom Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund Unterfranken zeigte den Schülern, woran man Sehbehinderte erkennen kann, und wie man den “Weißen Stock“ führt. Ein Thema war auch, wie man mit blinden Menschen umgehen oder ihnen Hilfe anbieten sollte – etwa beim Überqueren einer Straße oder im Supermarkt beim Finden eines bestimmten Artikels.

Christian Rupp, der am Amtsgericht in Würzburg als Protokollführer arbeitet, schilderte seinen beruflichen und privaten Alltag: Für seine Arbeit am Amtsgericht nutzt er einen speziell mit Blindenschrifttastatur ausgestatteten Laptop, der es ihm ermöglicht, genauso zügig zu arbeiten wie ein Sehender. Beide haben sich so gut mit ihrer Erkrankung arrangiert, dass sie ein selbstständiges Leben führen können. Die Gäste berichteten den Schülern auch über die Ursachen ihrer Erblindung.

Im Workshop „Leben mit Hörbehinderung“ wurde den Schülern berichtet, wie ein Leben mit Hörbehinderung früher aussah, da die Gebärdensprache erst seit 2003 in Deutschland offiziell eingeführt ist. Doris Ehrenreich, die im Alter von elf Jahren ertaubte, kam in Begleitung von Uta Schmitgen, die die Fragen in die Gebärdensprache übersetzte. Auch Ehrenreich sprach offen über die Ursache ihrer Erkrankung und wie sie ihr Leben mit ihrer Familie meistert.

In einem dritten Workshop erarbeitete Polizeiobermeisterin Alexandra Brem von der Inspektion Kitzingen mit den Schülern auf spielerische Weise die nötige Sensibilität, um sich in Gewaltsituationen in die Rolle des Opfers, aber auch der Täter hineinzuversetzen und zeigte Wege auf, Gewalt zu deeskalieren oder zu verhindern. Auch analysierte sie Situationen, die in den Klassen schon zu Auseinandersetzungen führten.

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