Hellmitzheim

Wettbewerb: Wird Hellmitzheim das Dorf mit Zukunft?

Wird Hellmitzheim auch bundesweit das Dorf mit Zukunft? Am Sonntag stellte sich die Dorfgemeinschaft erfolgreich der Bundesbewertungskommission. Und jetzt heißt es warten.
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Die Hellmitzheimer Dorfgemeinschaft präsentiert der Bundesbewertungskommission für den 26. Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" ihren Ort. Drei Stunden lang nahmen Experten den Iphöfer Stadtteil genau unter die Lupe. Geleitet wurde die Tour vom Stadtteilreferenten Ludwig Weigand (links) und auch Landrätin Tamara Bischof war dabei.  Foto: Gerhard Krämer
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Jetzt heißt es warten in Hellmitzheim. Am Sonntag schaute sich die Bundesbewertungskommission für den 26. Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" in dem Iphöfer Stadtteil um. Landessieger ist der 369 Bewohner zählende Ort schon. Ob es für einen Sonderpreis, für Bronze, Silber oder gar Gold auf Bundesebene gereicht hat? Am Donnerstagmittag wird das Ergebnis bekannt gegeben. 30 Landessieger hat sich die Kommission bis dahin angeschaut. In Hellmitzheim stand Dr. Reinhard Kubat, Landrat des Landkreises Waldeck Frankenberg in Hessen, an deren Spitze.

Die Hellmitzheimer hatten sich intensiv auf diesen Tag vorbereitet. Der Ort präsentierte sich von seiner schönsten Seite, allein die Akteure hatten etwas mehr Lampenfieber als beim Besuch der Landeskommission . Der Ort war quasi autofreie Zone, denn die Feuerwehr leitete den Durchgangsverkehr außen am Ort vorbei.

Die Gemeinschaft hat auf jeden Fall gewonnen

Pünktlich zum Zwölf-Uhr-Läuten war die Kommission dann vor Ort, wurde von den Klängen des Posaunenchors empfangen. Die ebenso pünktlich vereinzelt fallenden Regentropfen trafen die Hellmitzheimer nicht unvorbereitet, Schirme waren schnell zur Hand. Die konnten aber rasch wieder zusammengefaltet werden. Schließlich zählt doch der Landkreis zu den heißesten, aber auch trockensten Regionen Bayerns, wie Landrätin Tamara Bischof der Bewertungskommission  erläuterte.

Und schlechtes Wetter hätten die Hellmitzheimer ohnehin nicht verdient gehabt. Schließlich lobte nicht nur Tamara Bischof die aktive, lebendige Dorfgemeinschaft im Ort, in dem alle Generationen gut leben können. "Hellmitzheim hat Zukunft", ist die Landrätin überzeugt. Iphofens Bürgermeister Josef Mend weiß dies sowieso, kennt er doch die Leidenschaft und das Engagement der Bürgerinnen und Bürger. "Die Dorfgemeinschaft hat auf jeden Fall gewonnen", ist er überzeugt.

Das, was ein so kleiner Ort wie Hellmitzheim auf die Beine gestellt hat, darauf war auch  Reinhard Kubat samt seinem Team gespannt. Die Delegation, die zuvor schon an der Nord- und Ostsee sowie in der Lausitz war, weiß, dass es überall in Deutschland schön ist, warum es aber in Hellmitzheim besonders schön ist, das präsentierte ihnen die Dorfgemeinschaft. Nicht nur mit kulinarischen Genüssen regionaler Herkunft, zum Teil aus den eigenen Gärten. Vielmehr zeigten sie den Experten aus den vier Bereichen Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen, Soziales Engagement und kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung und Siedlungsentwicklung sowie Grüngestaltung und das Dorf in der Landschaft, was Hellmitzheim so alles zu bieten hat. Das ist in der Tat nicht wenig.

Hellmitzheimer werden vom Bundespräsidenten empfangen

Vorbei an beispielhaft sanierten Höfen führte die vom Stadtteilreferenten Ludwig Weigand angeführte Tour, weiter zum Baugebiet, zum großen selbst alle Jahre wieder gebauten Swimmingpool, vorbei an viel Grün, neu gestalteten Dorfstraßen, Firmen mit besonderen Produkten wie Uhrenkuppeln oder Wasserwänden alles "made in Hellmitzheim", umgenutzten Gebäuden, die jetzt der Allgemeinheit dienen, und natürlich zum Flatterhaus. Vorgestellt wurden unter anderem die Maschinengemeinschaft, das Scheunenkonzept, das auf die Innen- statt auf die Außenentwicklung setzt, die gelungene Integration einer afghanischen Familie oder das reichhaltige Vereinsleben und die große Beteiligung der Bürger.

Bei der Tanzvorführung der Damengymnastikgruppe im Sportheim ließ sich auch Bürgermeister Mend anstecken und machte mit. Beeindruckt zeigte sich die Kommission auch vom Kinderchor Flummies, der herzerfrischend sang, und nicht zuletzt von Pfarrerin Christine Kern, die während der Begehung den Lautsprecher trug.

Reinhard Kubat hatte viel Lob am Schluss für den Ort und seine Menschen. Vor allem für das Miteinander insgesamt und von Jung und Alt und für eine kluge, durchdachte Planung.

Egal, welche Medaille es am Schluss wird: Am 24. Januar nächsten Jahres darf eine Hellmitzheimer Gruppe auf jeden Fall zur Preisverleihung nach Berlin fahren, eine kleinere dann am 5. März zum Empfang des Bundespräsidenten.

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